Saturday, 10. december 2011
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DMK: Ein Marktradikaler mutiert zum Wolf im
Schafspelz!
Kaum zu fassen, da stellt sich
ein Manager des DMK vor dem Milchausschuss des Westflisch-Lippischen Landesverbandes hin und erklärt locker und flockig:“ Ein Abbau der Überkapazitäten
für Konsummilch ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Preise für dieses Segment auf ein höheres Niveau zu heben“ (Quelle:topagrar).
Anmerkungen:
Da verschlägt es einem die Sprache! Gerade jenes Unternehmen, das mit hemdsärmeliger Marktpolitik andere Milchverarbeiter (Genossen) auf Kosten der
Milchbauern aus dem Markt kegelt, ruft jetzt um Hilfe.
Wie hieß es doch so schön – bis jetzt?
Anmerkungen:
Wir wollen zweistellig wachsen – ohne Rücksicht auf den Markt- freie Fahrt den freien Milchbauern- der globale Markt nimmt
alles auf -so wurde den Milchbauern die genossenschaftliche Zukunft versüßt. Man will – so die Konzernführung -die Kostenführerschaft übernehmen und somit in die Führungsriege der“
Milchgeldauszahlungsleuchtürme“ vorstoßen.
Von Wünschen allein können die Milchbauern nicht leben!
Anmerkungen:
Ein frommer Wunsch, der nicht in
Erfüllung zu gehen scheint, das zeigen schon die ersten Milchgeldauszahlungsvergleiche des neuen Unternehmens. Wenn das nicht klappt – so die durchschaubare und listige Botschaft des DMK- haben eben die Anderen schuld! Man selbst ist ja auf dem
richtigen Weg. Basta! Was muss noch alles passieren, damit die Milchbauern endlich aufwachen.
DMK fühlt sich in der Opferrolle!
Anmerkungen:
Anstatt nun über eigene Fehler nachzudenken und die Richtung zu ändern, wähnt man sich in der Opferrolle und sucht die Schuld
bei anderen. Als Marktradikaler schlüpft man mal schnell in die Opferrolle, um sein eigenes Tun zu verschleiern. Dass dieser Schuss nach hinten los geht steht schon heute fest, denn die anderen
Marktteilnehmer (Genossen) lassen sich nicht vom DMK für dumm verkaufen.
DMK:
Zurzeit würde der
Trinkmilch-Überschuss in Deutschland bei rund 400 Mio. kg liegen. Der Markt leide außerdem unter einem Rückgang des Konsums um zuletzt ca. 2 %. Das DMK habe zur Entlastung des Marktes die
Produktion insbesondere von Kondensmilch schon zurück gefahren. Eine weitere Reduktion werde bei DMK allerdings nicht angestrebt. Denn schließlich wolle man nicht allein die Sanierungskosten des
Trinkmilchmarktes tragen (Quelle: topagrar).
Anmerkungen:
Angesichts steigender
Produktionsmengen, die auch noch im Wesentlichen durch die Marktpolitik des DMK befördert werden, ist es eine bodenlose Frechheit von anderen Betrieben (Genossen) Maßhaltung zu fordern. Gerade die Marktpolitik des möchte gerne Globalisten stößt an seine Grenzen. Sie ist da erreicht, wo grenzenloses Wachstum an
den Gesetzen des Marktes scheitert. Dieser Punkt scheint nicht mehr fern zu sein. Um zu retten was noch zu retten ist, will man Rohmilchmengen in andere Verwertungskanäle umleiten, deren Produkte dann wiederum zum Problemfall für den Markt werden. Man kann es wenden wie man will: Solange es nicht gelingt, die Milchindustrie in ihrem Größenwahn des
Wachstums auf Kosten der Milchbauern zu bändigen, so lange stehen die Milchbauern auf verlorenem Posten.
DMK: Nur so könne der Preisabstand
von Konsummilch zu anderen Verwertungen bei den nächsten Preisrunden mit dem Handel im Frühjahr 2012 reduziert werden. Bei den jüngsten Konsummilch-Kontrakten wäre ein Plus von 2,5 Ct nötig
gewesen, stattdessen habe man ein Minus in etwa der gleichen Höhe eingefahren.
Laut Janshen habe der Wettbewerb innerhalb des Handels noch einmal zugenommen. "Die Discounter jonglieren mit ihrer Gewinnspanne. Dadurch sind wir zum Spielball geworden", erklärte der
DMK-Vertreter(Quelle:
Topograf).
Anmerkungen:Wenn
man mit seiner Wachstumspolitik gescheitert ist, dann sucht man „den schwarzen Peter“. Den hat
man ja schon ausgemacht! Es sind die bösen Discounter, die eben nicht die Preise zahlen, die gefordert werden. Warum wohl ? – Weil zu viel
Milch am Markt ist! So einfach ist das! Die Gesetze des Marktes schlagen nun voll auf das DMK und damit auf die Milchbauern zurück. Dabei nimmt das
DMK die Funktion eines Katalysators ein.
Exkurs: „Ein Katalysator ist ein Stoff, der die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion erhöht,
ohne selbst dabei verbraucht zu werden und ohne die endgültige Lage des thermodynamischen Gleichgewichts
dieser Reaktion zu verändern.“
– Wilhelm Ostwald:
Was fällt dem DMK noch
so alles ein?
Ein weiteres ist erstaunlich: Hat
man anfangs den Zusammenschluss von Humana/Nordmilch zum DMK u.a. damit begründet, dass Größe die Verhandlungsposition des Unternehmens gegen den Einzelhandel stärkt, spricht man jetzt auf einmal
von einem verstärkten Preiskampf der Discounter. Ich bin mal gespannt, welche Argumente das DMK noch aus dem Hut zaubert, um seine für die Milchbauern zerstörerische Marktpolitik
weiter unters „ Milchvolk“ zu bringen. Das DMK muss endlich begreifen, dass zügelloses Wachstum am Markt vorbei gegen die Interessen der Milchbauern
gerichtet ist. Eine Kehrtwende ist längst überfällig. Das Ehrenamt muss schnellstens Druck auf die Manager ausüben, damit sie in ihre Schranken gewiesen werden. Oder ist das Ehrenamt schon zum
Handlanger der Manager verkommen? Diese Frage muss erlaubt
sein!