Sunday, 22. january 2012 7 22 /01 /Jan. /2012 09:34

EMB-Fougeres-13-09-10-015-TIn eigener Sache!

Mitten im prallen Leben hat es bei mir gesundheitlich wie eine Bombe eingeschlagen. Was ich ist bisher als Selbstverständlichkeit  betrachtete, wird auf einmal infrage gestellt. Die Gesundheit, so habe ich inzwischen gelernt, ist keine Selbstverständlichkeit sondern ein hohes Gut der Natur, das pfleglich zu behandeln ist. Diese Erkenntnis ist auch bei mir in der letzten Zeit mehr und mehr gereift, und ich sehe viele Dinge jetzt mit ganz andern Augen. Diese Erkenntnis wünsche ich auch jenen Wachstumsfanatikern, die meinen, dass“ Wachstum um jeden Preis“ alle Mittel heiligt. Dass sie dabei die Gesundheit Ihrer Familien auf Spiel setzen ist nur eine Seite der Medaille. Mit der illusionären Hoffnung auf dem Weltmarkt mithalten zu können - was sie aus den so oft von mir dargelegten Gründen nicht können- leisten sie bewusst oder unbewusst der industriellen Tierhaltung Vorschub. Die Erfolge des so definierten Wachstums kommen – wenn überhaupt -  nur wenigen  Bauern (Industrielle)zugute. Die meisten Bauern gehen dabei leer aus. Ein  System, das nur wenige Begünstigte hervorbringt, ist kritisch zu hinterfragen.   Wachsen um seiner selbst willen führt in die Irre, degradiert den Menschen und  reduziert ihn  zur betriebswirtschaftlichen  Manövriermasse. Diese Wachstumsphilosophie ist rückwärtsgewandt und nicht geeignet, die Probleme der Zukunft zu lösen. Umdenken ist also angesagt!

Nach einem Krankenhausaufenthalt und einer anschließenden Reha-Maßnahme befinde ich mich wieder auf dem Wege der Besserung. Auf ärztliches Anraten hin bewege ich mit zurzeit nur mit „langsamer Fahrt voraus“. Diese „ langsame Fahrt“ muss ich noch eine ganze Weile beibehalten. Deshalb nehme ich mir eine Auszeit, um mich danach mit „voller Kraft“  wieder für unsere bäuerlichen Familienbetriebe -  in gewohnter Form - einzusetzen. Bis dahin - frohes  und sinnvolles Schaffen!

 

von Karl-Dieter Specht
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Saturday, 10. december 2011 6 10 /12 /Dez. /2011 10:23

EMB-Fougeres-13-09-10-015-T

 

 DMK: Ein Marktradikaler mutiert zum Wolf im Schafspelz!

 

Kaum zu fassen, da stellt sich ein Manager des DMK vor dem Milchausschuss des Westflisch-Lippischen Landesverbandes hin und erklärt locker und flockig:“ Ein Abbau der Überkapazitäten für Konsummilch ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Preise für dieses Segment auf ein höheres Niveau zu heben“ (Quelle:topagrar).

 

Anmerkungen:  Da verschlägt es einem die Sprache! Gerade jenes Unternehmen, das mit hemdsärmeliger Marktpolitik andere Milchverarbeiter (Genossen) auf Kosten der Milchbauern aus dem Markt kegelt, ruft jetzt um Hilfe.

Wie hieß es doch so schön – bis jetzt?

 Anmerkungen: Wir wollen  zweistellig wachsen – ohne Rücksicht auf den Markt- freie Fahrt den freien Milchbauern-  der globale Markt nimmt alles auf -so wurde den Milchbauern die genossenschaftliche Zukunft versüßt. Man will – so die Konzernführung -die Kostenführerschaft übernehmen und somit in die Führungsriege der“ Milchgeldauszahlungsleuchtürme“  vorstoßen.

Von Wünschen allein können die Milchbauern nicht leben!

 Anmerkungen: Ein frommer Wunsch, der nicht in Erfüllung zu gehen scheint, das zeigen schon die ersten Milchgeldauszahlungsvergleiche des neuen Unternehmens. Wenn das nicht klappt – so die durchschaubare und listige Botschaft des DMK- haben eben die Anderen schuld! Man selbst ist ja auf dem richtigen Weg.  Basta!  Was muss noch alles passieren, damit die Milchbauern endlich aufwachen.  

DMK fühlt sich in der Opferrolle!

 Anmerkungen: Anstatt nun über eigene Fehler nachzudenken und die Richtung zu ändern, wähnt man sich in der Opferrolle und sucht die Schuld bei anderen. Als Marktradikaler schlüpft man mal schnell in die Opferrolle, um sein eigenes Tun zu verschleiern. Dass dieser Schuss nach hinten los geht steht schon heute fest, denn die anderen Marktteilnehmer (Genossen) lassen sich nicht  vom DMK für dumm verkaufen.
 

DMK: Zurzeit würde der Trinkmilch-Überschuss in Deutschland bei rund 400 Mio. kg liegen. Der Markt leide außerdem unter einem Rückgang des Konsums um zuletzt ca. 2 %. Das DMK habe zur Entlastung des Marktes die Produktion insbesondere von Kondensmilch schon zurück gefahren. Eine weitere Reduktion werde bei DMK allerdings nicht angestrebt. Denn schließlich wolle man nicht allein die Sanierungskosten des Trinkmilchmarktes tragen (Quelle: topagrar).

Anmerkungen: Angesichts steigender Produktionsmengen, die auch noch im Wesentlichen durch die Marktpolitik des DMK befördert werden, ist es eine bodenlose Frechheit von anderen Betrieben  (Genossen) Maßhaltung zu fordern. Gerade die Marktpolitik des möchte gerne Globalisten stößt an seine Grenzen. Sie ist da erreicht, wo grenzenloses Wachstum an den Gesetzen des Marktes scheitert. Dieser Punkt scheint nicht mehr fern zu sein. Um  zu retten was noch zu retten ist, will man  Rohmilchmengen in andere Verwertungskanäle umleiten, deren Produkte dann wiederum zum Problemfall für den Markt  werden. Man kann es wenden wie man will: Solange es nicht gelingt, die Milchindustrie in ihrem Größenwahn  des Wachstums auf Kosten der Milchbauern zu bändigen, so lange stehen die Milchbauern auf verlorenem Posten.

DMK: Nur so könne der Preisabstand von Konsummilch zu anderen Verwertungen bei den nächsten Preisrunden mit dem Handel im Frühjahr 2012 reduziert werden. Bei den jüngsten Konsummilch-Kontrakten wäre ein Plus von 2,5 Ct nötig gewesen, stattdessen habe man ein Minus in etwa der gleichen Höhe eingefahren.
Laut Janshen habe der Wettbewerb innerhalb des Handels noch einmal zugenommen. "Die Discounter jonglieren mit ihrer Gewinnspanne. Dadurch sind wir zum Spielball geworden", erklärte der DMK-Vertreter
(Quelle: Topograf).

Anmerkungen:Wenn man mit seiner Wachstumspolitik gescheitert ist, dann sucht man „den  schwarzen Peter“. Den  hat man   ja schon ausgemacht! Es sind die bösen Discounter, die eben nicht die Preise zahlen, die gefordert werden. Warum wohl ? – Weil zu viel Milch am Markt ist! So einfach ist das! Die Gesetze des Marktes schlagen nun voll auf das DMK und damit auf die Milchbauern zurück. Dabei  nimmt das DMK die Funktion eines Katalysators ein.

 Exkurs:  „Ein Katalysator ist ein Stoff, der die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion erhöht, ohne selbst dabei verbraucht zu werden und ohne die endgültige Lage des thermodynamischen Gleichgewichts dieser Reaktion zu verändern.“

Wilhelm Ostwald:

                                              Was fällt dem DMK noch  so alles ein?

Ein weiteres ist erstaunlich: Hat man anfangs den Zusammenschluss von Humana/Nordmilch zum DMK u.a. damit begründet, dass Größe die Verhandlungsposition des Unternehmens gegen den Einzelhandel stärkt, spricht man jetzt auf einmal von einem verstärkten Preiskampf der Discounter. Ich bin mal gespannt, welche Argumente das DMK noch aus dem Hut zaubert, um seine für die Milchbauern zerstörerische Marktpolitik weiter  unters „ Milchvolk“ zu bringen. Das DMK muss endlich begreifen, dass zügelloses Wachstum am Markt vorbei gegen die Interessen der Milchbauern gerichtet ist. Eine Kehrtwende ist längst überfällig. Das Ehrenamt muss schnellstens Druck auf die Manager ausüben, damit sie in ihre Schranken gewiesen werden. Oder ist das Ehrenamt schon zum Handlanger der Manager verkommen? Diese Frage muss erlaubt sein!

 

 

 

 

von Karl-Dieter Specht
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Wednesday, 7. december 2011 3 07 /12 /Dez. /2011 18:37

EMB-Fougeres-13-09-10-015-T

EU-Milchmarktkompromiss- eine schwere Geburt, die für die Milchbauern nichts bringt!

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Was zu befürchten war, trat ein. Die Lobby der Milchindustrie hat sich (fast) vollständig durchgesetzt. Als Erfolg wird verkauft, dass  erstmals auf europäischer Ebene Erzeugergemeinschaften anerkannt werden, die aber durch eine mengenmäßige Quotierung wieder ausgebremst werden. Schlicht und ergreifend kann unter dem Deckmantel der „ scheinbaren Augenhöhe“  ( Milchindustrie/ Milchbauern) die aggressive Global-Politik der Milchindustrie auf Kosten der Milchbauern weiter betrieben werden. Und dann das:

Bundesagrarministerin Ilse Aigner schwenkt offenbar bei den Exporterstattungen um. Wie der Spiegel erfahren haben will, hält es die CSU-Politikerin für nicht mehr zeitgemäß, Produkte von EU-Bauern für die Ausfuhr zu subventionieren. Aigner wolle daher in den kommenden Monaten in Brüssel durchsetzen, dass die EU-Länder ihre Subventionen für Agrarexporte komplett abschaffen. "Exportsubventionen passen nicht mehr in die Zeit", sagt Aigner laut dem Spiegel. Bisher hatte die Bundesregierung daran festgehalten, die Ausfuhr von EU-Agrarprodukten, etwa nach Asien und Afrika, finanziell zu fördern, um den Preis an das Weltmarktniveau anzupassen. Kritiker warfen Deutschland daraufhin vor, die Kleinbauern in Entwicklungsländern mit Billigprodukten aus dem Markt zu drängen. Im diesem Jahr hatte die EU rund 164 Mio. Euro an Exporterstattungen gezahlt. Die USA kommen auf bis zu 300 Mio. Euro: Quelle

 

Anmerkungen: Hier wird ein Cocktail gemischt, der für die Milchbauern nicht Gutes erahnen lässt. Und das sind die Beigaben:

 

Ø  Unbegrenzte Produktionsfreiheit,

Ø  Eroberung des globalen Marktes,

Ø  Absenkung des Sicherheitsnetzes auf 21,5 Cents/kg/Milch,

Ø  Einschränkung der privaten Lagerhaltung,

Ø  Abbau der Exportsubventionen,

Ø  Schuldenkrise wirft ihre Schatten voraus usw.

 

Angesichts der Wettbewerbsnachteile der Milchbauern in Europa gegenüber ihren Kollegen weltweit führt dieser Cocktail zu einem Kollaps  der EU-Milchwirtschaft, den die  Milchindustrie mit Ihrem maßlosen Gigantismus auch noch befördert. Hinzu kommt, dass alle Mitgliedstaaten machen können was sie wollen. Der Finanzindustrie lässt grüßen! Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Milchindustrie, die damit sicher sein kann, dass unter den Ländern keine einheitliche Front  gegen sie aufgebaut werden kann und die Milchbauern dem globalen Treiben der Milchgiganten ausgeliefert sind. Ob es dann noch staatliche Hilfe gibt, wenn das Kind (Milchbauer) in den Brummen gefallen ist, darf bezweifelt werden. Dazu fehlt in Zukunft das nötige Kleingeld!

Die Genossen sind außen vor!

Weiter wird die Lage dadurch verschärft, dass die Genossenschaften einen Freibrief erhalten, denn sie werden als Erzeugergemeinschaften eingestuft und können somit ihr radikales Marktverhalten zu Lasten der Milchbauern weiter ausleben. Jede Freiwilligkeit, das hat die Finanzindustrie  eindeutig und unmissverständlich bewiesen, löst keine Probleme sondern schafft welche.  Das Gleiche gilt auch für den Milchindustrie. Wenn der Milchindustrie nicht zwingend Rahmenbedingungen vorgegeben werden, die es ihr untersagt  Dumping-Milchpreise unter Produktionskosten an die Milchbaueren zu zahlen, dann dümpeln die Milchbauern von Milchkrise zu Milchkrise – bis hin zur Selbstaufgabe!

 

 

 

 

von Karl-Dieter Specht
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Friday, 2. december 2011 5 02 /12 /Dez. /2011 19:17

EMB-Fougeres-13-09-10-015-T

Raiffeisen ( DRV) und Bauernverband (DBV ):Mit Volldampf in die nächste Milchkrise!

Oder: Mit voller Kanne gegen die Wand!

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Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

 

Was  sich da  zurzeit in den Köpfen der Protagonisten des DRV und  des DBV abspielt, ist so fern von der Wirklichkeit weg wie die Schwangerschaft einer Jungfrau! Da steht der Milchmarkt auf der Kippe und dann das:

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) spricht sich strikt gegen EU-einheitliche Vorgaben für Lieferverträge in der Milchwirtschaft aus. „Die EU-Kommission verkennt in ihren Vorschlägen für die Agrarreform die Marktrealitäten in der Milchbranche und in den einzelnen Mitgliedstaaten“, betonte DRV-Präsident Manfred Nüssel bei einer Tagung für die genossenschaftliche Milchwirtschaft in Berlin. Er forderte die EU-Kommission auf, an der angestrebten Stärkung der Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien am Grundsatz der Freiwilligkeit festzuhalten (Quelle: DRV).

 

Anmerkungen: Es wird jede Art der marktangepassten Produktion abgelehnt. Mehr noch: Man garantiert den Milchbauern nach Quotenende freie Fahrt den freien Milchbauern. Jeder kann nach Quotenende so viel  Milch produzieren wie er will. Wie sich die Milchpreise dann für die Milchbauern entwickeln, dazu schweigen die Protagonisten. Man braucht kein Prophet zu sein -  natürlich nach unten!  Und wenn dann infolge der Marktlage (Überproduktion) die Milchpreise fallen und viele Milchbauern ins Gras beißen müssen, dann haben die Protagonisten die immer gleichlautende Erklärung: „Das ist eben die notwendige Strukturanpassung im Rahmen der Globalisierung der Märkte. Wer sich diesen Herausforderungen nicht stellt, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ Der Milchbaron des Bauernverbandes Schleswig- Holstein, Peter Lüschow, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen und können nicht alle Milchbauern retten!“ Angesichts der  Wettbewerbsnachteile der Milchbauern  im globalen Markt  kommen die Forderungen und Erkenntnisse der Protagonisten einem Kamikaze-Unternehmen gleich.

 

Aber Nüssel will noch mehr!

 

r die private Lagerhaltung von Butter spricht sich der DRV für eine Beihilfe aus, die jährlich neu festgelegt wird. Nicht einverstanden ist der Verband aber damit, dass die EU-Kommission künftig für die Gewährung und für die Höhe der Beihilfe zuständig sein soll. Vielmehr erfordere die für den EU-Buttermarkt typische Saisonalität der Produktion einen zeitlichen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage, der aus Sicht des DRV durch die Lagerhaltung in geeigneter Weise geschaffen werde, heißt es weiter in dem elf-seitigen Papier(Quelle: DRV)

Anmerkungen: Wie fragwürdig und armselig die Argumente der freien Marktverfechter sind, zeigt einmal mehr  ihr  fast bettelnder Ruf nach dem Staat. Der Staat soll für den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage sorgen. Mit anderen Worten: Die ruinöse und zügellose Milchpolitik  des DRV und des DBV soll auch noch der Staat finanzieren. Mehr noch: man selbst will über die Höhe der staatlichen Zuschüsse bestimmen! Dreister kann man Forderungen gegenüber den steuerzahlenden Bürgern (Staat) nicht formulieren. Deshalb darf diese Politik der  „ Produktion am Markt vorbei“ nicht auch noch durch Steuermittel unterstützt werden. Vielmehr ist das EU-Parlament aufgerufen, diesen Unsinn zu stoppen.

Ergänzung: Eine private Lagerhaltung macht nur dann einen Sinn, wenn deren Kosten auch von den Verursachern  getragen werden!

 

Der Bauernverband macht ein weiteres Fass der Ablenkung auf!

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie plant, die verschärfte Verbotsregelung auslaufen zu lassen. Die Folge wäre, so der DBV, dass zukünftig wertvolle Lebensmittel wieder zeitweise unter Wert „verramscht" werden dürften Die Landwirte messen der noch bestehenden Regelung eine hohe präventive Wirkung bei. Wie auch in anderen Bereichen bedarf es mitunter einer gesetzlichen Drohkulisse, um vernünftiges wirtschaftliches Verhalten herbeizuführen, stellt der DBV fest. Der DBV betont, dass die Verbotsregelung für den gelegentlichen Verkauf unter Einstandspreis bei Lebensmitteln ein wichtiges Element zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel ist und dem teilweise ruinösen Preiskampf entgegenwirkt. Nach Einschätzung des DBV muss der von Niedrigpreisstrategien geprägte Konkurrenzkampf der Handelsunternehmen auch deshalb gebremst bleiben, um die hohe Qualität der Lebensmittel zu sichern und Druck von den Erzeugerpreisen zu nehmen(Quelle: DBV).

 

Anmerkungen: Anstatt selbst über seine verfehlte Agrarpolitik einmal nachzudenken, wird das Verramschen der Ware unter Einstandspreis  durch Einzelhändler und Discounter medienwirksam angeprangert. Wenn sich die Einzelhändler gegenseitig bekriegen – was hat das mit dem Milchgeldauszahlungspreis zu tun? Nicht viel, wenn der Markt ausgeglichen versorgt wird. Aber wehe es kommt zum Überangebot,  dann   unterbieten zur Freude des Einzelhandels die Molkereien  sich gegenseitig und servieren dem Einzelhandel die Billigangebote auf einem Silbertablett.  In diesem Wettbewerb, der ja so vom DRV und vom DBV auf Kosten der Milchbauern  gewünscht wird, sind die großen genossenschaftlichen Meiereien mit führend. Der Genossenschaftsgedanke ist zum Alibi verkümmert. Von einer Erzeugergemeinschaft zum Wohle aller Genossen kann nicht mehr die Rede sein. Die Genossenschaften verhalten sich (fast) wie Privatunternehmen und sind auch als solche zu behandeln. Eine Sonderstellung kann nicht mehr infrage kommen. Im Zuge von“ Listungen des Einzelhandels“ werden die Billigangebote oft noch durch die Molkereien finanziert. Das können sie nur, wenn sie ihren Milchbauern keine kostendeckenden Milchpreise zahlen müssen!

 

 

Und hier liegt das Problem und nicht beim Einzelhandel!

 

Warum fordert der Bauernverband nicht ein Verbot dergestalt, dass es der Milchindustrie gesetzlich untersagt wird, unter  den Produktionskosten der Milchbauern (Milchgeldauszahlungspreis) ihre Produkte zu verkaufen? Oder ist die Abhängigkeit des Bauernverbandes von der Milchindustrie schon zu groß?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



von Karl-Dieter Specht
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Wednesday, 30. november 2011 3 30 /11 /Nov. /2011 08:56

EMB-Fougeres-13-09-10-015-T

Doha-Runde und die  (möglichen) Folgen für die Landwirtschaft (Milchbauern)!

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Gemäß Pressemitteilung des Ministeriums wird es auch in diesem Jahr keine Einigung  in der Doha- Runde  mehr geben(als Doha-Runde oder auch Doha-Entwicklungsagenda (engl.: Doha Development Agenda, DDA) wird ein Paket von Aufträgen bezeichnet, die die Wirtschafts- und Handelsminister der WTO-Mitgliedstaaten 2001 auf ihrer vierten Konferenz in Doha bearbeiten und bis 2005 abschließen sollten. Das Arbeitsprogramm umfasste sowohl formelle Verhandlungen wie auch Aufträge zur Analyse spezieller Einzelthemen(.Quelle. Wikipedia).

Worum geht es für die Landwirtschaft?  Von Anfang an steht die Agrarwirtschaft im Mittelpunkt der Verhandlungen, da der Wettbewerb aufgrund hoher Subventionen, Zölle und Quoten durch die Industrieländer in diesem Bereich extrem verzerrt ist.  Die Folgen einer solchen Politik  spüren die Entwicklungsländer hautnah

Bundes­ent­wicklungs­minister Dirk Niebel dazu: "Durch die Gespräche im Kreis der Welt­bank­gouver­neure ist deut­lich ge­worden, dass ein ent­wicklungs­orientierter Ab­schluss der Doha-Welt­handels­runde aufgrund von Differenzen in ganz anderen Bereichen in weite Ferne gerückt ist. Gleich­zeitig ver­hindern aber Agrar­handels­be­schränkungen für Millionen von Bauern in Ent­wick­lungs­ländern ein Leben in Würde und Selbst­be­stimmung. Wichtige In­vestitionen zur Nahrungs­mittel­sicher­heit unter­bleiben“ (Quelle:BMZ).

Anmerkungen:  Um aber den EU-Markt für Agrarprodukte weiter zu öffnen,  bietet die  EU den Entwicklungsländern  im Rahmen der Doha-Verhandlungen  über eine Absenkung der Einfuhrzölle von zirka 60 Prozent an. 4 Prozent der Warengruppen sollen, so das Angebot, als „sensible Produkte“ von der Absenkung teilweise ausgenommen werden. Darüber hinaus stimmt die EU eine Deckelung der Subventionen ( ceilings) um 80 Prozent zu. Zudem sollen alle Exportsubventionen der Industrieländer im Agrarbereich abgeschafft werden.

Wertschöpfung bei uns- Fehlanzeige!

Streit gibt es noch bezüglich der Funktionsweise des sogenannten „Special Safeguard Mechanism“, d.h. die Entwicklungsländern können bei einem unerwarteten Preisverfall die heimischen Produzenten durch eine Anhebung von Importzöllen schützen. Dies stößt auf den Wiederstand der Industrieländer. Für die Entwicklungsländer hat die Liberalisierung des Agrarhandels oberste Priorität, so dass sie Zugeständnisse der Industriestaaten in diesem Sektor als Voraussetzung für ein Entgegenkommen in anderen Verhandlungsbereichen sehen. Profiteure einer solchen Übereinkunft wären die Länder USA, Brasilien, Australien Neuseeland usw. Gemäß einer französischen Studie würden Wertschöpfungsverluste bei „uns“ für folgenden Produkten anfallen:

Ø  Zuckerrüben  von 12,80 Prozent

Ø  Öle und Fette von   4,20%

Ø  Gemüse/ Obst          1, 20%

Ø  Getreide/Fleisch      1,00%

Ø  Milch                        1,90%

Platt, griffig und für alle verständlich  ausgedrückt heißt das: Auf dem Weltmarkt ist für „uns“ nicht viel zu holen. Bei der Milch errechneten die Wissenschaftler für Ozeanien einen Wertschöpfungsgewinn von 24,10%. Da kommt natürlich in Neuseeland, Australien und Co. große Freude auf. Ein Tor, der meint,  dass er in dieser Liga mitspielen kann. Deshalb ist es notwendig nur da Märkte zu bedienen, die eine nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen. Und diese Märkte sind sehr begrenzt. Sie können unsere Überschussprobleme nicht lösen, will man nicht die bäuerlichen Familienbetriebe gefährden. Um diesen Wachstumsfetischisten Einhalt zu gebieten, die den Milchbauern immer wieder vorgaukeln, dass der Weltmarkt alles im positiven Sinn für sie – die Milchbauern-  regelt , muss eine „Firewall“  in Form eines für die Molkereien verbindlichen Mindest-Milchpreiskorridors gelegt werden. Nur so lassen sich die Wachstumschaoten an die Kandare nehmen. Auf der Grundlage eines Mindestpreises können sie dann beweisen, zu welchen Marktleistungen sie fähig sind. Ein Durchreichen der Markterfolge nach „unten“ an die Milchbauern ist dann nicht mehr möglich.

 

 

 

 

 

 

 

von Karl-Dieter Specht
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