Deutschland: Ist Armut im Alter das Zukunftsmodell?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Deutschland: Ist Armut im Alter das Zukunftsmodell?

Ein Zeitungsbericht lässt aufhorchen. 50 % der Beschäftigten können im Alter nur mit einer gesetzlichen Rente auf Grundsicherungsniveau rechnen. Also nach 38 Arbeitsjahren. Um die Grundsicherung zu erreichen, muss der Arbeitnehmer mindestens 2.500 €A/monatlich verdienen.

Eine Meldung, die nachdenklich macht.

Hinzu kommt noch die Forderung der Politiker, die gesetzl. Arbeitszeit auf 70 Jahre anzuheben.

Da fragt man sich natürlich, wie sieht es denn bei den Entscheidungsträgern, also unseren Bundestagsabgeordneten aus? Kaum zu glauben, was man da durch Recherche so alles erfährt.

Da kann ein Bundestagsabgeordneter, wenn er die Voraussetzungen erfüllt, schon mit 56 Jahren in den Ruhestand gegen und erhält eine Rente(Pension) von monatlich 4.836 €, wenn er 23 Jahre im Parlament saß!

Das ist noch nicht alles: Die Abgeordneten sind den Beamten gleichgestellt und zahlen in keine Rentenkasse ein, obwohl sie im Alter hohe Bezüge (Renten/Pensionen erhalten. Das regelt der Staat für sie. Als Dank für treuen Dienste gegenüber ihrem Dienstherren. Der Dienstherr sollte eigentlich der Wähler sein. Den aber, lassen die Abgeordneten außen vor. Sie entscheiden lieber über ihre Versorgung selbst. Eine wunderbare Regelung, wenn es denn alle beträfe.

Das ist aber nicht so, wie oben beschrieben. Da stellt sich dann die Frage, warum ist das so?

Antwort: Weil man nicht verlangen kann, dass die Betroffenen den Ast absägen auf dem sie selbst sitzen. Deshalb ist es notwendig, dass man das Volk befragt, ob es diesen Zustand – von „Kaisers Gnaden“ - für eine bestimmte Berufsgruppe aufrecht erhalten will.

Hinzu kommt, dass Besserverdienende sich aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausklinken können, wenn sie über 52.200,00€ im Jahr verdienen. Ferner zahlen u.a. Freiberufler,.leitende Angestellte, Beamte u. Bundestagsabgeordnete nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Warum, so fragt man sich, zahlen nicht alle in die gesetzl. Rentenversicherung ein-ob arm oder reich!

Dieses Thema polarisiert:

Extreme:

Pro: „Unser Ziel ist der Umbau der sozialen Sicherung hin zu Bürgersozialversicherungen, dessen Leitprinzip weit über eine Legislaturperiode hinausgeht. Am Ende des Prozesses soll ein Sozialstaat stehen, der alle Bürgerinnen und Bürger bei der Absicherung von Krankheit und Pflege und alle Erwerbstätigen bei der Altersversorgung und der Absicherung von Arbeitslosigkeit in die Solidarität einbezieht.“ ( SPD)

„Die Linke setzt auf die solidarische Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, egal ob Millionär oder Postbote. Berücksichtigt werden nicht nur Arbeitseinkommen, sondern auch Einkommen aus Vermögen. Alle erforderlichen Leistungen werden erbracht und müssen nicht durch Zuzahlungen gekauft werden. DIE LINKE steht für den Umbau der gesetzlichen Rentenversicherung, zu einer solidarischen Erwerbstätigenversicherung, in die Selbstständige, Beamtinnen und Beamte, Politikerinnen und Politiker einbezogen werden:“ (Die Linke)

Kontra:“ Beamte haben ein eigenes Versorgungssystem. Hintergrund sind die Grundsätze des Berufsbeamtentums, die gegenüber dem normalen Angestelltenverhältnis besondere Rechte aber auch Treue und Loyalitätspflichten gegenüber dem Dienstherrn begründen. Selbstständigen soll die Wahl freigestellt bleiben in die staatlichen Renten- und Versicherungssysteme einzuzahlen.“ ( CDU)

„Nein, denn das rettet die Systeme nicht. Damit würden auch sofort Ansprüche entstehen, die in naher Zukunft bedient werden müssen (Beamte). Wir müssen zu einer gesunden Mischung zwischen gesetzlicher Versorgung und privater Ergänzung kommen.“ (FDP)

Die Meinungen gehen hier diamentral auseinander. Eines ist sicher, es muss was getan werden!
 

Aber wie, wenn man das finanzielle Auseinanderdriften von arm und reich verhindern will.

Dazu genügt ein Blick in die Schweiz:

Das Schweizer Modell besteht aus drei Säulen.

In der ersten Säule besteht eine Versicherungspflicht für alle – im Gegensatz zu Deutschland. Zum anderen ist die Höhe der Beiträge, anders als in Deutschland, nicht bei einem bestimmten Betrag gedeckelt.

Begrenzt ist aber die ausgezahlte Rente. Das in Deutschland geltende Äquivalenzprinzip, wonach die Höhe der Einzahlung die Höhe der Rente bestimmt, gibt es in der Schweiz also nur teilweise. Andererseits ist damit der Solidargedanke – die Reichen stehen für die Schwachen ein – in der Schweiz sehr ausgeprägt.

Ein Grundsatz, der im deutschen System nicht vorkommt. Es liegt zum Teil daran, dass es in Deutschland, im Gegensatz zur Schweiz, kein Volksbegehren gibt. D.h.des Volkes Meinung ist in der Schweiz Richtschnur der Politik.

Was in der Schweiz möglich ist- muss auch in Deutschland möglich sein!

Die Verarmung zukünftiger Rentnergenrationen - in Verbindung mit der weiteren Spaltung zwischen arm und reich- führt zwangsläufig zu sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaftaft. Dieses zu verhindern ist Aufgabe der Politik, wenn sie denn dem Volk aufs Maul schauen würde. Und danach sieht es zurzeit nicht aus!

 

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Otto 01/26/2017 11:15

Schön,
Dass der Specht wieder Bloggt,
Hab sie ein paar Jahre sehr vermisst
Alles gute!