Hamburger Elbphilharmonie: Ein Tempel nur für die Eliten?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Hamburger Elbphilharmonie: Ein Tempel nur für die Eliten?

Hamburg ist heute in Festtagsstimmung, denn das teuerste Bauwerk der Stadt wird eingeweiht- die Elbphilarmonie. Hoch über dem Hafen thront sie, als wollte sie uns sagen:“ Seht her, ich bin die Schönste der Welt!“

Alles, was Rang und Namen hat ist eingeladen. Selbst die Polit-Elite gibt sich die Ehre. Der Situation angemessen bekleidet- die schon mal über 1.000 € kosten kann- werden sie im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit dem Eröffnungskonzert beiwohnen. Und sie werden in Superlativen schwelgen! An diesem schönen Tag, der zum großartigen Feiern Anlass gibt, sollte man sich mit Kritik an dem wunderbaren Bauwerk und seiner geladenen Gäste ein wenig zurückhalten.

Dennoch, so meine ich, können an diesem Tag ein paar tiefgreifende Gedanken zum Projekt nicht zum Schaden gereichen. Wie weggeblasen sind die horrenden Baukosten von über 800 Mill. €. Ein Betrag, der das Zehnfache dessen ist, was ursprünglich geplant war. Der Bau, so der Bürgermeister, ist ein Bau für die Bürger Hamburgs.

Schaut man sich jedoch mal die soziale Struktur der Besucher solcher Konzerte und Opern an, so muss man leider feststellen, dass dieser Bau nicht für alle Hamburger da ist.

Gemäß einer Studie wurde die soziale Zusammensetzung der Besucher wie folgt ermittelt:

  • 72% der Besucher verfügten über ein Studium,
  • 17% mit Abitur u.
  • nur eine kleine Minderheit ohne gehobene Bildung besuchte die Konzerte.

Die formale Bildung der Besucher, insbesondere der Akademikeranteil, ist gegenüber früheren Studien gestiegen.

Das heißt im Klartext: Es ist eine Investition für die Eliten unserer Gesellschaft. Das befragte Publikum der Bühnen ist damit nach wie vor fest in der Hand des klassischen Bildungsbürgertums.

Es besucht also jener Personenkreis diese Häuser, der eh über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügen und sich das leisten kann. Man will ja in der gehobenen Gesellschaft gesehen werden.

Der Otto-Normalverbraucher geht dabei leer aus. Auch daran sollte man an einem solchen Tag mal denken. Ob die geladenen Gäste daran denken? Zweifel sind angebracht!

 

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