Bad Segeberg: Moschee in Nahe - und was kommt danach?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Moschee in Nahe - und was kommt danach?

Seit Jahren leben Mitglieder der Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya (AMJ) in Nahe. Eine Glaubensgemeinschaft aus Pakistan, die dort verfolgt wird, da sie als Muslime nicht anerkannt werden. Recherchiert man zu diesem Thema, dann stößt man auf folgendes:

Die Erziehungswissenschaftlerin Hiltrud Schröter bezeichnet in ihrer Schrift Ahmadiyya-Bewegung des Islam (2002) und in diversen anderen Beiträgen die Ahmadiyya als Gruppierung, die eine Gesellschaftsordnung nach Maßgabe der Schari'a anstrebe und die eine Trennung von Religion und Staat nicht vorsehe. Nach ihrer Deutung sind in den Schriften der Ahmadiyya antidemokratische, antichristliche und antisemitische Auffassungen zu finden, die die Harmlosigkeit der Ahmadiyya in Frage stellen.

Einem Artikel der Hannoverschen Neuen Presse zufolge hat der Religionswissenschaftler Peter Antes Schröter vorgeworfen, „unwissenschaftlich und mit nicht belegten Unterstellungen zu arbeiten.“ Antes wird wörtlich zitiert: „Gerade die Ahmadiyya, die von den meisten Muslimen abgelehnt wird, hat ein Bekenntnis zur Demokratie abgelegt.“

Im Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen wird die Ahmadiyya Muslim Jamaat, als Missionssekte mit synkretistischen Lehren und einer endzeitlichen Ausrichtung beschrieben.

Entgegen anderslautenden Bekundungen wird die Ahmadiyya vom Verfassungsschutz „weder als extremistisch noch gewalttätig“ eingestuft. Sie wird eher mit den Attributen unauffällig, integrationswillig oder friedlich beschrieben.“

„Bei genauerer Betrachtung bietet sich jedoch ein anderes Bild der angeblichen islamischen Reformbewegung. Ihr Endziel ist die Errichtung eines Kalifats. Die islamische Sondergemeinschaft, die sich in den 1880er-Jahren in Indien gründete und nach ihrem Führer Mirza Ghulam Ahmad benannt ist, zählt sich offiziell zur Umma – also zur Gemeinschaft der Muslime – und fühlt sich den islamischen Rechtsquellen – Koran, Sunna und Hadith – fest verbunden.“

Daraus ergibt sich ein durchaus geteiltes Bild über die Gemeinschaft. Im Laufe der letzten Jahre kaufte die Gemeinschaft in Nahe einen Rest Hof mit 2 ha Land. Nach langem Hin und Her mit der Gemeinde, kann sie, die Glaubensgemeinschaft, jetzt endlich ihr Gotteshaus bauen. So weit –so gut!

Neben der Moschee ist ein Baugebiet von der Glaubensgemeinschaft ebenfalls mit erschlossen worden. Das Baugebiet umfasst 13 Einheiten. Diese Einheiten sind nach Pressberichten nur Mitgliedern der Gemeinschaft vorbehalten.

Andersgläubige haben hier keinen Platz. Warum eigentlich nicht? Legt man auf ein gemischtes Zusammenleben der Religionen keinen Wert? Oder sind die kulturellen und religiösen Unterschiede so groß, dass eine gemischtes Zusammen nicht möglich oder nicht erwünscht ist. So scheint es zu sein, man will unter sich sein. Eine Integration kann unter solchen Vorzeichen nicht gelingen.

 

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