Deutschland: Was Trump sagt, da ist auch Trump drin!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Deutschland: Was Trump sagt, da ist auch Trump drin!

Nur die Naiven haben geglaubt, einen „Trump-leiht“ während der Europareise des US-Präsidenten zu erleben. Er hat das ausgesprochen, was schon lange bekannt war. Nicht als Gentlemen in Nadelstreif ist er aufgetreten, sondern rustikal und fordernd. Die Sprache der Diplomatie ist nicht sein Ding.

Er liebt es direkt und nicht durch die Blume. Das kommt und kam bei den Gentlemen-Diplomaten in Brüssel nicht gut. Hatten sie sich doch auf eine salbungsfreudige Einweihung des neuen NAO-Hauptquartiers gefreut. Und dann das:

Klar und unmissverständlich machte er den anwesenden Regierungschefs deutlich, dass viele Mitglieder der NATO ihren Zahlungsverpflichtungen an die NATO nicht nachkommen. Kein Wort zu Artikel 5 des NATO-Vertrages! Allein die Tatsache, dass Trump von den NATO-Mitgliedern die Einhaltung von Vereinbarungen einforderte, wurde zum Eklat. Gerade jene Länder, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, fühlten sich brüskiert.

Warum, so fragt man sich, haben diese Länder, die sich vom Trump jetzt angegriffen fühlen, der gemeinsam beschlossenen Zahlungsverpflichtung von 2% ihres BIP im Jahr 2014 überhaupt zugestimmt, wenn sie sich doch nicht daran halten? Mehr an Schizophrenie geht nicht. Deutschland spielt dabei eine unrühmliche Rolle.

Das hat auch einen Grund. Die Mehrheit der Bürger ist entschieden gegen eine Erhöhung des Wehretats. Da kann „Flinten-Uschi“ reden was sie will – sie bekommt den Meinungsumschwung nicht hin! Außerdem sind Bundestagswahlen im Herbst.

Ein zweites Problem tut sich auf.

Deutschland hat gegenüber den USA einen gewaltigen Exportüberschuss. D.h. Deutschland exportiert mehr Waren in die USA, die USA nach Deutschland weniger. Ein Ungleichgewicht, was auf Dauer nicht tragbar ist. Das lernen die Studenten schon im ersten Semester im Studienfach Volkswirtschaft!

Dieses Problem löst die USA bisher mit der Gelddruckmaschine. Seit Bretton-Wood hat der Dollar an Wert stark verloren. Eine Entwicklung, die zur nächsten Finanzkrise führt, wenn nicht gegengesteuert wird. Hier muss und sollte Deutschland den USA entgegenkommen. Das Problem einfach nur schönreden reicht nicht mehr! Wenn nichts passiert, wird die USA mit Abschottung reagieren.

Auch der neue französische Staatspräsident Macron wird das Thema Exportüberschüsse zur Sprache bringen. Da kann sich dann Merkel nicht mehr wegducken. Es müssen Lösungen gefunden werden, die zu einem Handelsausgleich führen; sonst bricht die EU-Zone auseinander. Das kann doch Deutschland nicht wollen!

 

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