Grüne Woche: Bauernboss Sonnleitner – der Tatsachenverdreher!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

EMB-Fougeres-13-09-10-015-T Grüne Woche: Bauernboss Sonnleitner – der Tatsachenverdreher!

DBV-Präsident Gerd Sonnleitner hat heute auf der Grünen Woche in Berlin über die Ziele des Bauernverbandes und die Kritik an der heutigen Landwirtschaft gesprochen.

Anmerkungen vom SV Karl-Dieter Specht

Sonnleitner:

So stellt sich Sonnleitner klar gegen eine „Amerikanisierung der Landwirtschaft“ Damit meint er eine Landwirtschaft, die nicht mehr in Verantwortung der Bauern liegt, sondern von Firmen und außerlandwirtschaftlichen Kapitalgebern bestimmt wird. Hierzulande seien die Bauern seit Jahrhunderten fest in den Dörfern verwurzelt und stabilisierten die Gesellschaft. „Daher wollen wir diese bäuerlich-mittelständische Landwirtschaft erhalten“, sagte Sonnleitner vor internationaler Presse(Ouelle:topagrar)

Anmerkungen:

Fakt ist, dass immer mehr Kapitalgesellschaften sich im Osten und in verschiedenen Regionen des Westens  auf Kosten der bäuerlichen Landwirtschaft breit machen. Diese pachten  oder kaufen sich in Größenordnungen  von 3.000ha -30.000 ha ein, sichern sich  2.000-20.000 Schweinemastplätze in der Veredelung, um dann weiteren Wettbewerbsdruck auf die verbliebenen bäuerlichen Betriebe auszuüben. Das alles finanziert mit erheblichen Steuermitteln, die der Steuerzahler aufgebracht hat.

Ø Fragen den Bauernverband!

Ø Warum fordert der Bauernverband nicht die Einstellung aller  staatlichen Förderung solcher Agrarindustrien?

Ø Warum kann die Agrarindustrie sich noch immer auf die Privilegierung  gem. § 35 BbauG berufen?

Ø Warum ist der Bauernverband gegen eine Größenstaffelung der Direktzahlungen?

Ø Warum betreibt der Bauernverband eine massive Exportpolitik in Drittländer, obwohl die bäuerlichen Betriebe diesen Wettbewerb nicht durchstehen werden?

Sonnleitner:

Verärgert zeigte sich der Präsident über die neuerdings häufig verwendeten Begriffe wie „Massentierhaltung“ und „Industrialisierung“. „Diese Vorwürfe sind mit Fakten nicht in Einklang zu bringen“, erläuterte er anwesenden Tierschützern. Es gehe einem Tier in großen Mastanlagen nicht schlechter, als in einem kleinen Stall. Man müsse das einzelne Tier betrachten, ob es ihm gut geht. In welchem Stall und welcher Größenordnung es lebe, sei egal(Quelle:topagrar).

 

Anmerkungen:

Fakt ist, die industrielle Massentierhaltung  ist da und man kann sie nicht schönreden. Schweinefleisch wird zur Massenware. Die industrielle Mast von Schweinen und Hähnchen  findet in Deutschland in immer weniger Betrieben statt mit immer größeren Tierzahlen. Wurden vor 16 Jahren noch 400 Mastschweine je Betrieb gehalten, so sind es heute schon 10.000  Mastschweine mit steigender Tendenz. Diese Entwicklung befeuert der Bauerverband noch, da er  hemmungslos auf den Export setzt und dadurch den Strukturwandel( Bauernsterben) befördert.

 

Dazu Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst:

Er stellte die starke Entwicklung des deutschen Exports vor und warnte vor dem knallharten Wettbewerb mit den USA und Brasilien. Das südamerikanische Land mit den niedrigsten Produktionskosten möchte bis 2018 seine Schweinefleischproduktion mehr als verdoppeln.

Der deutsche Markt für Schweinefleisch sei weitgehend gesättigt. Aber hielten sich 2005 Import und Export noch ungefähr die Waage, nahm Deutschland 2009 schon weltweit Platz zwei hinter den USA und noch vor Dänemark in der Liste der führenden Exportländer für Schweinefleisch ein.

 

 Anmerkungen:

Dass eine solche vom Bauernverband betriebe Verbandspolitik nicht den Interessen der bäuerlichen Familienbetriebe dient, liegt auf der Hand. Bedarf es noch weiterer Hinweise, um die Verdrehungstaktik des Bauernbosses zu dokumentieren.  Deutlich wird das auch am Verhalten seiner Repräsentanten, die ein gespaltenes Verhältnis zu charakterlichen Eigenschaften haben, die für eine solche Position unbedingt erforderlich sind.  Udo Folgart, seines Zeichens Vize des Verbandes, hatte versucht als Chef eines Argarunternehmens in Brandenburg bäuerlichen Familienbetrieben Pachtland abzujagen und somit deren Existenz gefährdet. Erst  öffentlicher Druck hat Folgart zum Umdenken bewogen. Gerd Sonnleitner, seines Zeichens Chef des Bauernverbandes, beklagt immer wieder den Verlust von Ackerland durch die Errichtung von Solarparkts. Selbst aber, dass heißt sein Sohn, plant ebensolchen Solarpark. Quintessens: Man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst in Glashaus sitzt.

Sonnleitner:

Kritik erhielt Sonnleitner aus bestimmter Richtung auch für die Position des Verbandes, Ober- oder Untergrenzen bei den Direktzahlungen abzulehnen. Industrialisierte Unternehmen bekämen die meisten Prämien, monierten die Gegner. Sonnleitner zeigte sich in seiner Antwort empört über die Bezeichnung „Agrarindustrie“. „Das ist eine Diffamierung der Familienbetriebe“, sagte er und stellte zunächst die Zahlen richtig. 40 % der deutschen Betriebe bekämen 60 % der Gelder. Und bei Großbetrieben seien die EU-Zahlungen pro Arbeitskraft betrachtet genau auf dem gleichen Niveau wie bei bayerischen Landwirten. „Auch die großen ostdeutschen Höfe sind Familienbetriebe. Hier haben sich mehrere Familien zusammengeschlossen. Sie sind genauso auf EU-Zahlungen angewiesen wie die kleineren“(Quelle:topagrar). "

Dazu das BMELV

Die juristischen Personen( Agrargenossenschaften/Kapitalgesellschaften) in den neuen Ländern wiesen im Vergleich zu den Haupterwerbsbetrieben aufgrund ihrer größeren Produktionskapazitäten wesentlich höhere Zahlungen je Unternehmen auf. Je AK waren die Zahlungen um rund 46 % höher als im Durchschnitt aller Betriebe. Der Anteil der Zahlungen an den betrieblichen Erträgen war ebenfalls größer. Diese Unterschiede sind dadurch bedingt, dass die juristischen Personen stärker auf Produktionszweige ausgerichtet waren, die als Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Zahlungsansprüche im Rahmen der Betriebsprämienregelung dienten. Eine Schichtung der Betriebe nach der Höhe der EU-Direktzahlungen (Übersicht 10) zeigt, dass der Gesamtzahlungsbetrag in starkem Maße von der Betriebsgröße bestimmt ist. ( Quelle: BMELV-Testbetriebsergebnisse 2009/10)

 

Anmerkungen:

Es ist schon erstaunlich mit welch einer Dreistigkeit Sonnleitner Tatsachenverdrehung  betreibt  und diese der Presse mit an die Hand gibt.  Setzt der Mann denn jedes Maß an Anstand und Glaubwürdigkeit aufs Spiel, muss man sich fragen?  Übernimmt die Presse alles das, was Sonnleitner an Unwahrheiten sagt?  Was haben wir für eine Presse, die nicht einmal mehr bereit ist zu recherchieren! Vor dem Hintergrund seiner Äußerungen ist es glatter Zynismus, wenn Sonnleitner immer wieder behauptet,  sich für die bäuerlichen Familienbetriebe einzusetzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
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