Der neue Milchbaron des DBV meldet sich zu Wort!
Der neue Milchbaron des DBV meldet sich zu Wort!
Schon wieder einmal sieht sich der DBV genötigt, vertreten durch seinen Milchbaron Karsten Schmal, den Milchbauern Handlungsanweisungen mit an die Hand zu geben, wie denn der Milchmarkt zu regeln sei.
Und was schlägt er- der Milchbaron -vor?
Schmal: „Die anhaltende Krise im Milchmarkt mit ruinösen Erzeugerpreisen verlangt von Molkereien wie Milchbauern neue marktorientierte Wege zur Gestaltung der L und Volatilität liegt in den Händen der Marktakteure Lieferbeziehungen. Die Verantwortung für das Management von Anlieferung, Vermarktung und Volatilität liegt in den Händen der Marktakteure.“
Darunter versteht der Milchbaron des DBV die freie Verhandelbarkeit der Milchbauern mit den Molkereien über ihre Lieferbeziehungen in Verbindung einer Preisabsicherung. Was darunter zu verstehen ist wird in einer der nächsten Passagen seiner Empfehlungen an die Milchwirtschaft ( Milchbauern) deutlich.
DBV: "Das Ziel des Bauernverbandes sei es, dass auf dem zunehmend globalisierten Milchmarkt nicht mehr die Mengen verwaltet werden, sondern den Marktschwankungen mit einer modernen Gestaltung der Lieferbeziehungen erfolgreich begegnet wird."
Das Ziel des Bauernverbandes wird hier ganz deutlich. Der globale Milchmarkt ist das Ziel. Es sollen also Lieferbeziehungen zwischen den Molkereien und Milchbauern geschaffen werden, die es der Milchindustrie ermöglicht am globalen Markt teilzunehmen. Wie erfolgreich der Weg begangen wird zeigen einige Molkereien schon jetzt. Kaum haben sich die Milchpreise für die Milchbauern etwas erholt, die immer noch weit unter den Entstehungskosten liegen, zahlen einige Meiereien den Milchbauern einige Cents mehr für ihre Milch, wenn sie ihre Milchproduktion erhöhen. Damit wollen die Meiereien ihre exportorientierten Investitionen absichern, denn die vertragen keine auskömmlichen Milchpreise für die Milchbauern.
Zudem fragt man sich woher die Molkereien jetzt das zusätzliche Geld nehmen, um die Milchproduktion wieder anzukurbeln, denn angeblich haben sie in der Milchkrise über ihre Verhältnisse mehr Milchgeld an die Michbauern ausgezahlt, als wirtschaftlich zulässig.
Dahinter steckt eine klare Strategie: Mann will den Einkaufspreis für die Rohmilch möglichst niedrig halten, damit die Milchindustrie auf dem Weltmarkt erfolgreich mitspielen kann. Das geht natürlich nur auf Kosten der Milchbauern und der Steuerzahler!
Hinzu kommt noch, dass viele Milchbauern in ihren unternehmerischen Entscheidungen sehr eingeschränkt sind. Denn ein Molkereiwechsel, der ja zentraler Bestanteil eines fairen Wettbewerbs sein soll und sein muss, ist nicht mehr gegeben. Weit und breit ist in vielen Regionen ein Molkereiwechsel nicht mehr möglich, da es keine Mitbewerber mehr gibt.
Das lässt nur den Schluss zu, dass der Bauernverband in erster Linie die Interessen der Milchindustrie vertritt und erst dann kommen die Milchbauern. Warum, so fragt man sich, nimmt der DBV die Milchindustrie nicht in die Pflicht. Wie wäre es, wenn der Bauernverband sich bei der Milchindustrie für eine nach allen Seiten verbindliche Milchgelduntergrenze einsetzen würde. Diese müsste sich an den Produktionskosten der Milchbauern orientieren. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Mit einer solchen Maßnahme würde die Überproduktion verhindert, da die Milchindustrie nicht mehr den verbliebenen Rest (Almosen) ihrer Wertschöpfung an die Milchbauern auszahlen könnte. Es würde also nur die Milch produziert und vermarktet, die den Milchbauern einen (fast) auskömmlichen Milchpreis garantiert. D.d. aber auch, dass eine unbegrenzte Milchanlieferung an die Milchindustrie nicht mehr möglich ist, wenn es der Markt nicht erlaubt. Solange der Staat die abenteuerliche Milchpolitik des DBV mit unseren Steuergeldern willfährig unterstützt, so lange ist keine Änderung in Sicht!