Lindenau-Werft ( Hält der Rettungsanker? )

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

So sehe ich das

 

Hält der Rettungsanker?

Nun ist es amtlich: Die HSH Nordbank räumt der Lindenau-Werft einen Kredit  über 28 Millionen Euro ein. Damit ist z.Z. der Fortbestand des Unternehmens gesichert. Die Gelder werden für die Vorfinanzierung der im Bau befindlichen Schiffe benötigt. Nach Angaben der Nordbank wird zur Risikoabsicherung des Kredites eine kontinuierliche Bauüberwachung durch einen unabhängigen Sachverständigen durchgeführt. Diese Art der Kreditabsicherung durch die Bank ist ungewöhnlich, denn der Sachverständige stellt ja nur den jeweiligen Baufortschritt fest. Das legt den Verdacht nahe, dass die Bank dem Sanierungskonzept – wenn es denn schon eines gibt - des Insolvensverwalters nicht traut. Hinzu kommt noch ein gewisser politischer Druck, der mit Sicherheit die Entscheidung der Bank beflügelt hat. Gemäß Mitteilung des TBH vom 26. September 2008 sieht der Insolvensverwalter einen Modernisierungsbedarf im Bereich der Arbeitsabläufe und der Organisation des Unternehmens. Deshalb soll in naher Zukunft die Leitung auf der Produktionsebene ausgetauscht werden. Dieser Schritt kommt zwar spät; reicht aber bei weitem nicht aus! Die gesamte Geschäftsführung muss ausgetauscht werden. Ein kompletter Neuanfang muss her! Vor dem Hintergrund der katastrophalen Managementfehler der bisherigen Geschäftsführung, die ja für die Insolvenz der Werft in grober Weise verantwortlich ist - und nicht die Banken! - darf es keinen Bestandschutz mehr geben! Die von der Bank geforderte Bauüberwachung kann nur ein erster Schritt sein. Durch eine knallharte betriebswirtschaftliche Analyse müssen die einzelnen Produktionsabläufe so optimiert werden, dass der Weiterbau der Schiffe nicht zu weiteren Verlusten führt – wie bisher! – sondern eine Rendite abwirft, die das Unternehmen dann langfristig am Markt erfolgreich agieren lässt. Das geht nicht ohne schmerzhafte Anpassungsprozesse für alle! An diesem Ziel muss die neue Geschäftsführung, ohne Rücksicht auf liebgewordene Erbhöfe, zusammen mit der Belegschaft arbeiten. Nur so können in Zukunft die Arbeitsplätze und damit der Standort der Werft gesichert werden. Von diesem anzustrebenden Ziel ist die Werft noch weit entfernt! Hoffen wir, dass sie es schafft!
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