Deutscher Bauernverband : Die "süffisanten Geschmäckle der Bauernbosse !

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Deutscher Bauernverband :  Die“  süffisanten Geschmäckle“ der Bauernbosse !

Keine Frage: Strom aus  Sonnenenergie erlebt zurzeit einen Boom. In Bayern werden täglich 200 neue Anlagen an das Netz angeschlossen. Insgesamt 160.000 Photovoltaik-Anlagen sind im Bayern in Betrieb. Zunehmend kommen auch Freianlagen zum Einsatz. Das sind jene Anlagen, die z.B. auf Ackerflächen errichtet werden. Zurzeit wird in Bayern eine der größten Anlagen auf einer 135 Hektar gr0ßen Ackerfläche errichtet. Weitere sollen folgen. Dieser Flächenverbrauch von Ackerland, das eigentlich der Nahrungsmittelerzeugung dient, wird vom Bauerverband kritisiert. Und das zu Recht. Es kann nicht sein, dass begrenzte Ressourcen einfach so gedankenlos zu Gewerbeflächen umfunktioniert werden. Das hat auch der Bauernverband erkannt und wehrt sich  gegen diesen Flächenverbrauch. Deshalb setzt sich Bauernpräsident Gerd Sonnleitner für einen Förderungsstopp solcher Anlagen ein.

                                                                Und dann das !

Gerd Sonnleitner selbst will auf einer seiner Ackerflächen (Sonnleitner besitzt in der Gemeinde Ranhstorf an der Rott in Bayern einen landw. Betrieb von  100 Hektar) eine Photovoltaik-Anlage errichten. Die Aufstellung eines Bebauungsplans ist zwischenzeitlich durch die Gemeinde genehmigt worden, D.h. im Klartext:  Bis der Bauernverband den Förderungsstopp für solche Anlagen durchgesetzt hat, befindet sich (wenn überhaupt) „Sonnleitners finanzielles Schäfchen“ schon lange im Trocknen! Es handelt sich hierbei um eine Fläche von 8 Hektar – 16 Hektar (??) bestes Ackerland, die der Bauernboss zur Verfügung stellen will. Und das lohnt sich für den Bauernboss: Gegenüber einem marktüblichen Pachtpreis von 600 €/ha, erhält der Bauernboss eine „satte Pacht“ je Hektar von 2.000 €  (oder mehr?).  Insgesamt kann der Bauernboss bei maximaler Ausweitung der Fläche  in 20 Jahren 448.000 € an Pacht mehr ernten! Ein lohnendes Geschäft !

 

Solidarität verkommt zu einer leeren Worthülse!

Da ist natürlich Solidarität gefragt: Originalton Bayerischer Bauernverband!

 „Geschlossenheit und Solidarität sind dabei das Erfolgsrezept des Bayerischen Bauernverbandes. Demokratisch in den verschiedenen Verbandsgremien erarbeitete Positionen und Forderungen werden gemeinsam von den rund 14.000 ehrenamtlichen und ca. 430 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter Führung von Präsident Gerd Sonnleitner (seit 1991) gegenüber Politik und Öffentlichkeit thematisiert und vorangebracht.“  Dass Sonnleitner die Verpachtung der Flächen nicht selbst vornimmt, zeigt die ganze Gerissenheit dieses Mannes. Das überlässt er lieber seinem Sohn. Man kann mich, so das Argument des Bauernbosses, für die Entscheidung meines Sohnes  nicht in Sippenhaft nehmen. Zynischer kann man Solidarität nicht interpretieren!

 Darüber hinaus ist weiterhin festzuhalten: Der Bauernboss hat kein Vertrauen in den Weltmarkt, den er gern als Chance für die Bauern sieht und das auch noch den Milchbauern vorgaukelt, wenn seine ( eigene!!)  Entscheidung in eine andere Richtung geht! Mal sehen, wie`s weitergeht!

Das „zweite Gesicht“ des Udo Folgart

Der zweite Bauernboss, seines Zeichens Bauernpräsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, ein durchaus kreativer Mann, eben, nach allen Seiten! Ein Global Player in Sachen Milchindustrie, der nie aufhört von Solidarität zu reden, wenn es um die Belange derselben geht. Vehement fordert er den freien Markt, um  dann in nächsten Augenblick  um deren Begrenzung  zu betteln. Ein Jongleur zwischen Milchindustrie und Milchbauern !  Mal sehen,  zu welcher Seite sein  (finanzielles?) Pendel in Zukunft ausschlägt!

So ganz nebenbei auch noch Geschäftsführer

Dieser Mann hat sich nicht nur der Milchindustrie verschrieben, sondern Folgart ist auch noch so ganz nebenbei  Geschäftsführer  der Agrargesellschaft Uetz-Bornim. Und diese Agrargesellschaft gebärdet sich, so der Vorwurf der betroffenen Bauern, wie eine Heuschrecke.

Was ist passiert!  - oder – sollte passieren?

Die  Agrargesellschaft zielt auf das Pachtland der bäuerlichen Familienbetriebe ab, die nach der Wende gegründet wurden. Man will quasi durch eine „feindliche Übernahme der Pachtflächen“ die bäuerlichen Familienbetriebe in ihrer Existenz gefährden. Dazu der Bauernbund ( vertritt bäuerliche Familienbetriebe ): „Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg,  ärgert sich, dass „eine mit außerlandwirtschaftlichem Kapital aufgepumpte Kolchose mittelständischen Betrieben in der Region die Flächen streitig macht“. Jung stellt Folgart auf eine Stufe mit „windigen Industriellen und Investoren“, die auch anderswo in Brandenburg versuchen würden, „in die Landwirtschaft einzusteigen( Quelle“ Märkische Allgemeine)

Natürlich, wie kann es hier  auch anders sein, hat der Geschäftsführer der Agrargesellschaft, Udo Folgart, von alldem nichts gewusst. Diese Aussage des Bauernbosses Folgart zeigt in frappierender Offenheit,  wessen geistiges  Kind er ist!

Was lernen wir daraus?

Wenn es um die eigenen Vorteile geht, gebärden sich unserer Bauernbosse wie Egomanen.

Denn: Gier frisst Verstand und Solidarität!

 

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D
<br /> Zunächst eine kleine Richtigstellung entnommen dem Ruhstorfer Gemeindeblatt Ausgabe 3/09:<br /> Die Ruhstorfer beschlossen: Kein Solarpark darf größer sein als fünf Hektar und das Landschaftsbild nicht stören. Bestimmte Flächen sind von vorneherein tabu; es werden nur örtliche Bewerber<br /> zugelassen und insgesamt nicht mehr als 15 Hektar für Solaranlagen genehmigt. Das reiche aus, um alle Privathaushalte des Ortes mit Strom zu versorgen. Auf dieser Basis lehnte der Marktgemeinderat<br /> am Donnerstagabend fünf der elf Anträge ab, sechs werden genauer geprüft. Gut möglich, dass dann noch weitere Bewerber ausscheiden. Sonnleitners Sohn jedenfalls bleibt zunächst im Rennen.<br /> <br /> Die PV-Anlage wurde also von Sonnleitners Sohn beantragt.<br /> <br /> Die Frechheit, seine Landes- und Regionalfürsten landauf landab gegen PV-Anlagen auf Ackerflächen antreten zu lassen und selber eine zu beantragen, hat er dann doch nicht an den Tag gelegt. Aber es<br /> bleibt ja auch so in der Familie.<br /> <br /> Grundsätzlich bin ich jedoch der Meinung, dass PV-Anlagen durchaus auf landwirtschaftliche Nutzflächen gehören.<br /> <br /> Praktisch vor jedem größeren Dorf sind in den letzten Jahren die großen Discounter und Baumärkte auf der sogenannten „grünen Wiese“ wie Pilze aus dem Boden geschossen. Hunderte von Hektar auch<br /> ackerbaulich nutzbarer Fläche wurden langfristig versiegelt.<br /> In Zeiten, wo der Klimawandel von niemandem mehr geleugnet wird, sollte man die Solarenergie mit dem Nutzflächenargument deshalb nicht in Misskredit bringen.<br /> Alles, was wir Bauern auf diesen Flächen produzieren, ob es Milch, Getreide oder Gemüse ist, wird zu Billigstpreisen vermarktet.<br /> Obwohl von diesen Preisen hierzulande kein Bauer auf Dauer überleben kann, sind die Produkte für die Hungernden dieser Welt immer noch viel zu teuer.<br /> <br /> Werden jetzt unsere Übermengen, millionenschwer subventioniert auf Dritte-Welt-Märkte geworfen, brechen diese zusammen und die dort mühsam aufgebauten bäuerlichen Strukturen werden zerstört.<br /> Der aktuelle Weltagrarbericht der Unesco empfiehlt deshalb gerade Angesichts einer steigenden Weltbevölkerung eine verstärkte Orientierung auf die Unterstützung von Kleinbauern, die auf lokaler<br /> Ebene ökologisch verträgliche Anbaumethoden mit ökonomischer Effektivität sowie nachhaltiger Nutzung von Ressourcen verbänden.<br /> <br /> Das Argument „weltweite Ernährungssicherung“, das ständig vom Bauernverband angeführt wird, bietet deshalb weder für uns noch für die Hungernden dieser Welt eine Lösung.<br /> Gerne wird auch die Frage der „Rückholbarkeit“ der Flächen vom Bauernverband bemüht, um die Solarparks zu verhindern.<br /> Wenn sich nach 15, 20 oder viel mehr Jahren solarer Nutzung herausstellt, mit Milch, Getreide oder Gemüse kann man wieder seinen Lebensunterhalt verdienen, dann werden die Module recycelt, die<br /> feuerverzinkten Stahlträger, sowie ein paar Kilometer Kupferkabel aus der Erde gezogen und diese begehrten Rohstoffe zu Höchstpreisen verkauft.<br /> Anschließend wird die selbe Fläche wieder landwirtschaftlich nutzbar sein.<br /> <br /> In Deutschland werden Photovoltaik-Großanlagen am schnellsten die Netzparität erreichen – nach vielen Prognosen bereits im Jahr 2012. Gegenüber kleineren Anbietern profitieren große Anlagen bei der<br /> kostengünstigen Stromerzeugung von proportional geringeren Investitionskosten. (Quellen: Intersolar 2009, Landesbank Baden-Württemberg).<br /> <br /> Dirk Glaser<br /> Milchbauer<br /> <br /> <br />
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K
<br /> <br /> Sehr geehrter Herr Glaser,<br /> <br /> <br /> zunächst einmal herzlichen Dank für ihre Ergänzung. Was die geschützten Bereiche der Energiegewinnung (Photovoltaik-/Biogasanlagen) anbelangt,<br /> so handelt es sich hierbei um Produktionsrichtungen, die vom Mark abgeschottet sind. Insoweit steht der Flächenbedarf dieser Produktionsrichtungen im Wettbewerb mit jenen Flächen, die für<br /> Produktionsrichtungen „am  Markt“ gebraucht werden. Dabei kommt es zu Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der am Markt agierenden Produktionsrichtungen.<br /> Pachtpreise von 1.000-1.200 €/ha werden zurzeit für Flächen gezahlt, die der Energiegewinnung dienen. Die „klassischen“ Produktionsrichtungen, die sich am Markt behaupten müssen, können da nicht<br /> mithalten. Um Waffengleichheit herzustellen, müsste der Milchgeldauszahlungspreis bei 34-35 Cents/kg liegen. Für den Einzelbetrieb kann die Energiegewinnung eine sinnvolle Ergänzung bzw.<br /> Neuausrichtung sein. Gesamtwirtschaftlich ist jedoch dieser „geschützte Bereich“ kritisch zu hinterfragen. Auf Dauer wird dieser Bereich in der jetzigen Form nicht aufrecht zu erhalten ( siehe<br /> auch Monokultur Mais bei Biogasanlagen). Ansonsten bin ich bei Ihnen.<br /> <br /> <br /> Mit freundlichen Grüßen<br /> <br /> <br /> Karl-Dieter Specht<br /> <br /> <br /> <br />
W
<br /> Genauso sieht es aus! Solidarität für die Entscheidungen der Milchindustrie predigen, für freien Markt, Rücksichtnahme bei den möglichen Pachtpreisen durch das EEG fordern und gegen übermäßigen<br /> Flächenverbrauch wettern!<br /> Selber aber das Gegenteil umsetzen! Wer soll der Spitze des Bauernverbandes noch vertrauen! Die Milchbauern haben dieses Falsche Spiel durchschaut!<br /> Wo werden Sie uns mit einem solchen Charakter noch hinführen?<br /> Übrigens will Folgart auch eine PV Anlage auf Ackerland bauen!<br /> <br /> <br />
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