Deutscher Bauernverband : Die "süffisanten Geschmäckle der Bauernbosse !
Deutscher Bauernverband : Die“ süffisanten Geschmäckle“ der Bauernbosse !
Keine Frage: Strom aus Sonnenenergie erlebt zurzeit einen Boom. In Bayern werden täglich 200 neue Anlagen an das Netz angeschlossen. Insgesamt 160.000 Photovoltaik-Anlagen sind im Bayern in Betrieb. Zunehmend kommen auch Freianlagen zum Einsatz. Das sind jene Anlagen, die z.B. auf Ackerflächen errichtet werden. Zurzeit wird in Bayern eine der größten Anlagen auf einer 135 Hektar gr0ßen Ackerfläche errichtet. Weitere sollen folgen. Dieser Flächenverbrauch von Ackerland, das eigentlich der Nahrungsmittelerzeugung dient, wird vom Bauerverband kritisiert. Und das zu Recht. Es kann nicht sein, dass begrenzte Ressourcen einfach so gedankenlos zu Gewerbeflächen umfunktioniert werden. Das hat auch der Bauernverband erkannt und wehrt sich gegen diesen Flächenverbrauch. Deshalb setzt sich Bauernpräsident Gerd Sonnleitner für einen Förderungsstopp solcher Anlagen ein.
Und dann das !
Gerd Sonnleitner selbst will auf einer seiner Ackerflächen (Sonnleitner besitzt in der Gemeinde Ranhstorf an der Rott in Bayern einen landw. Betrieb von 100 Hektar) eine Photovoltaik-Anlage errichten. Die Aufstellung eines Bebauungsplans ist zwischenzeitlich durch die Gemeinde genehmigt worden, D.h. im Klartext: Bis der Bauernverband den Förderungsstopp für solche Anlagen durchgesetzt hat, befindet sich (wenn überhaupt) „Sonnleitners finanzielles Schäfchen“ schon lange im Trocknen! Es handelt sich hierbei um eine Fläche von 8 Hektar – 16 Hektar (??) bestes Ackerland, die der Bauernboss zur Verfügung stellen will. Und das lohnt sich für den Bauernboss: Gegenüber einem marktüblichen Pachtpreis von 600 €/ha, erhält der Bauernboss eine „satte Pacht“ je Hektar von 2.000 € (oder mehr?). Insgesamt kann der Bauernboss bei maximaler Ausweitung der Fläche in 20 Jahren 448.000 € an Pacht mehr ernten! Ein lohnendes Geschäft !
Solidarität verkommt zu einer leeren Worthülse!
Da ist natürlich Solidarität gefragt: Originalton Bayerischer Bauernverband!
„Geschlossenheit und Solidarität sind dabei das Erfolgsrezept des Bayerischen Bauernverbandes. Demokratisch in den verschiedenen Verbandsgremien erarbeitete Positionen und Forderungen werden gemeinsam von den rund 14.000 ehrenamtlichen und ca. 430 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter Führung von Präsident Gerd Sonnleitner (seit 1991) gegenüber Politik und Öffentlichkeit thematisiert und vorangebracht.“ Dass Sonnleitner die Verpachtung der Flächen nicht selbst vornimmt, zeigt die ganze Gerissenheit dieses Mannes. Das überlässt er lieber seinem Sohn. Man kann mich, so das Argument des Bauernbosses, für die Entscheidung meines Sohnes nicht in Sippenhaft nehmen. Zynischer kann man Solidarität nicht interpretieren!
Darüber hinaus ist weiterhin festzuhalten: Der Bauernboss hat kein Vertrauen in den Weltmarkt, den er gern als Chance für die Bauern sieht und das auch noch den Milchbauern vorgaukelt, wenn seine ( eigene!!) Entscheidung in eine andere Richtung geht! Mal sehen, wie`s weitergeht!
Das „zweite Gesicht“ des Udo Folgart
Der zweite Bauernboss, seines Zeichens Bauernpräsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, ein durchaus kreativer Mann, eben, nach allen Seiten! Ein Global Player in Sachen Milchindustrie, der nie aufhört von Solidarität zu reden, wenn es um die Belange derselben geht. Vehement fordert er den freien Markt, um dann in nächsten Augenblick um deren Begrenzung zu betteln. Ein Jongleur zwischen Milchindustrie und Milchbauern ! Mal sehen, zu welcher Seite sein (finanzielles?) Pendel in Zukunft ausschlägt!
So ganz nebenbei auch noch Geschäftsführer
Dieser Mann hat sich nicht nur der Milchindustrie verschrieben, sondern Folgart ist auch noch so ganz nebenbei Geschäftsführer der Agrargesellschaft Uetz-Bornim. Und diese Agrargesellschaft gebärdet sich, so der Vorwurf der betroffenen Bauern, wie eine Heuschrecke.
Was ist passiert! - oder – sollte passieren?
Die Agrargesellschaft zielt auf das Pachtland der bäuerlichen Familienbetriebe ab, die nach der Wende gegründet wurden. Man will quasi durch eine „feindliche Übernahme der Pachtflächen“ die bäuerlichen Familienbetriebe in ihrer Existenz gefährden. Dazu der Bauernbund ( vertritt bäuerliche Familienbetriebe ): „Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, ärgert sich, dass „eine mit außerlandwirtschaftlichem Kapital aufgepumpte Kolchose mittelständischen Betrieben in der Region die Flächen streitig macht“. Jung stellt Folgart auf eine Stufe mit „windigen Industriellen und Investoren“, die auch anderswo in Brandenburg versuchen würden, „in die Landwirtschaft einzusteigen( Quelle“ Märkische Allgemeine)
Natürlich, wie kann es hier auch anders sein, hat der Geschäftsführer der Agrargesellschaft, Udo Folgart, von alldem nichts gewusst. Diese Aussage des Bauernbosses Folgart zeigt in frappierender Offenheit, wessen geistiges Kind er ist!
Was lernen wir daraus?
Wenn es um die eigenen Vorteile geht, gebärden sich unserer Bauernbosse wie Egomanen.
Denn: Gier frisst Verstand und Solidarität!