Milchkrise: Es „müllert“ mal wieder so richtig!
Milchkrise: Es „müllert“ mal wieder so richtig!
Oder: Staatssekretär Dr. Müller muss Farbe bekennen!
Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Staatssekretär Dr. Müller sieht Zukunft der Milchwirtschaft positiv.
Berlin - Neuseeland kann Partner bei der globalen Herausforderung von Erzeugung und Handel von Milchprodukten für Deutschland und Europa sein: (Quelle: bmelv)
Anmerkungen. Man hat schon lange nichts mehr von Müller gehört. Aber wenn man was von ihm hört oder liest, dann “müllert“ es meistens ordentlich. Neustes Projekt: Strategische Partnerschaft mit Neuseeland.
Das erste Ergebnis dieser Partnerschaft (vielleicht hat es Müller noch nicht bemerkt) ist die Ausweitung der geschäftlichen Aktivitäten von „Neuseelands größter Meierei Fonterra“ auf dem EU- Markt zu sehen. Also in einen Markt, dessen Milchbauern schon über 10 Prozent mehr Milch produziert als im Markt unterzubringen sind.
Staatssekretär Müller bewertete dabei ebenso wie die neuseeländische Seite und die deutschen Vertreter den internationalen Milchmarkt als sehr positiv( Quelle: bmelv).
Anmerkungen: Wenn der internationale Markt so positiv ist, warum engagiert sich Fonterra
gerade verstärkt in Europa, wo nach Expertenmeinung der Bedarf an Milchprodukten stagniert bzw. rückläufig ist. Traut man also den eigenen Prognosen nicht? Fonterra verstärkt seine Position in Europa nur deshalb, weil die Milchbauern in Europa nicht so konkurrenzfähig sind wie die Milchbauern in Neuseeland, und somit Fonterra auf dem europäischen Markt erhebliche Wettbewerbsvorteile hat. Die werden natürlich- wie kann es anders sein- konsequent genutzt, zumal der Außenschutz für europäische Milchprodukte weiter abgebaut werden soll. Das ist für Fonterra eine Investition in die Zukunft.
Staatssekretär Müller: Die Wirkung auf Umwelt und Preisvolatilität sollte dabei nicht unbeobachtet bleiben, um rechtzeitig auf Fehlentwicklungen bei den ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen reagieren zu können", sagte Müller. Solch einer Beobachtung könne sich auch Neuseeland im Interesse der Milchwirtschaft nicht entziehen. (Quelle: bmelv)
Anmerkungen: Was will denn Müller beobachten angesichts der Tatsache, dass weiter in der Milchproduktion - auch auf „sein Anraten“ hin - Gas gegeben wird? Müller weiß genau, dass diese Art Politik zur nächsten Milchkrise führt. Deshalb baut Müller schon mal vor und warnt vor Fehlentwicklungen, ohne sie genau zu benennen. Die kann er auch nicht (oder will er auch nicht) benennen, denn dann bricht vor allen Augen das Lügengebäude der „Global-Player“ des unbegrenzten Weltmarktes für europäische Milchprodukte in sich zusammen. Und die Leidtragenden einer solchen Politik sind die Milchbauern und nicht die Milchindustrie. Glaubt Müller denn wirklich, dass Neuseeland den europäischen und globalen Markt aus Dankbarkeit und Solidarität der hiesigen Milchindustrie überlässt? Glaubt denn Müller wirklich, dass Neuseeland seine Wettbewerbsvorteile nicht nutzt? So naiv kann doch kein Staatssekretär sein! – Oder doch? Die Finanz-und Schuldenkrise lassen schon mal grüßen!
Auch die Vertreter der Milcherzeuger und der Milchverarbeitung, DBV-Vizepräsident Udo Folgart, DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers sowie Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser vom Milchindustrie-Verband zeigten sich von den Chancen für die globale und nationale Milchwirtschaft überzeugt(Quelle: bmelv).
Anmerkung: Eine Troika, die sich gegenseitig stützt. Woher nimmt Folgart für sich das Recht in Anspruch, für die Milcherzeuger zu sprechen? Schon lange glauben die Milchbauern dem Geschwätz der Troika nicht mehr.
Ø Sie sind es, die gegen alle Vernunft weiter auf Wachstum setzen.
Ø Sie sind es, die jedwede Marktanpassung ablehnen.
Ø Sie sind es, die zur unbegrenzten Produktionsausweitung aufrufen.
Ø Sie sind es, die mit ihrer Politik bäuerliche Familienbetriebe in den Ruin treiben.
Ø Sie sind es, die immer dann nach dem Staat rufen, wenn ihre Politik scheitert.
Ø Sie sind es, die mit ihrem Verhalten die bäuerliche Landwirtschaft bei der Bevölkerung in Misskredit bringen.
Ø Sie nehmen ganz einfach nicht zur Kenntnis, dass die Milchbauern zu Weltmarktbedingungen nicht produzieren können.
Ø Sie nehmen ganz einfach nicht zu Kenntnis, dass der Europäische Rechnungshof den Weltmarkt für europäische Milchprodukte als nicht zielführend betrachtet.
Ø Sie nehmen ganz einfach nicht zu Kenntnis, dass der weltweite Mehrbedarf an Milchprodukten von den Nachfrageländern (fast) selbst gedeckt wird.
Ø Sie nehmen ganz einfach nicht zur Kenntnis, dass Europa vom globalen Wachstum für Milchprodukte im Wesentlichen nicht profitiert wird.
Staatssekretär Müller: Die Milchanlieferung liegt seit April 2010 bis Anfang Dezember um ca. 2,7 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum; die anteilige Quotenausnutzung bei 99,9 Prozent. Diese Entwicklung lässt mich zur Vorsicht bezogen auf den Expansionskurs der deutschen Milchproduktion mahnen. Die Schwankungen der Weltmarktpreise schlagen auf den deutschen Milchauszahlungspreis durch. Dies muss die deutsche Milchwirtschaft und auch die Erzeugungsebene im Blick habenQuelle: (Quelle: bmelv)
Anmerkungen: Auch das ist Müller! Indem er auf die Gefahren des Wachstums hinweist Insbesondere dann, wenn es um die Ausweitung der Drittlandsexporte geht. Zu Recht weist Müller auf die Verantwortung der Milchindustrie und der Milcherzeuger hin. Aber was tut Müller, um das hemmungslose Exportgebaren der Milchindustrie einzudämmen? – Bisher nichts! - Oder doch? Und das alles auf Kosten der Milchbauern, die von der Milchindustrie“ untergebuttert“ werden! Ein zaghafter Hinweis allein genügt nicht mehr! Wann stellt sich Müller endlich auf die Seite der Milchbauern? Hier muss Müller mal klar und deutlich Farbe bekennen und Lösungswege aufzeigen. Das ist sein Job- und nichts anderes!