Lübecker Verhältnisse

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Lübecker Verhältnisse!

Erst die Verschuldung der Stadt, dann war es der Flughafen und jetzt sind Mieten für Flüchtlingsunterkünfte dran. In groß aufgemachten Berichten wird über Wuchermieten berichtet, die die Stadt für Flüchtlingsunterkünfte zahlt .Die Beträge je qm schwanken erheblich. Von 16,40 € /qm bis67€/qm ist die Rede.

Auch der Norddeutsche Rundfunk befasste sich in einer Sendung wieder einmal mit dem Thema. Nach Aussage des Moderators Scheffelmeier werden 11.340 € für die Unterkunft von 21 Flüchtlingen gezahlt. Das sind, so die Berechnungen des Hauses, 67 €/ qm.

Unglaublich fand auch die Kollegin des Moderators Scheffelmeier diesen Tatbestand. Auch ich war entsetzt.

Da ich nicht alles kommentarlos und unkritisch übernehme, wie ich mal so bin, habe ich mir die Zahlen noch mal angesehen. Legt man die Zahlen des NDR zugrunde, dann errechnet sich für jeden Flüchtling eine Wohnfläche von 8,06 qm . Also quasi eine Einzimmerwohnung.

Bei einer Wohnfläche von 8qm/Person spricht der Gesetzgeber (von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) von einer Überbelegung der Wohnung, die zu einer erhöhten Abnutzung der Wohnung führt. D.h. der Mietspielgel der Stadt Lübeck, der zum Vergleich herangezogen werden, hat nur eine geringe Aussagekraft, da Einraumwohnungen vom Mietspiegel nicht abgedeckt werden; geschweige denn Überbelegungen.

Also googlete ich. Einraumwohnungen bis 10qm waren nicht zu finden. Um überhaupt an Daten zu gelangen, habe ich die Quadratmerzahl auf 40qm erweitert. So ergaben sich für diese Wohnungen eine Durchschnittsmiete von ca. 11€/qm. Rechnet man wegen Überbelegung einen Aufschlag von 50% dazu, dann ergibt das eine Miete je Quadratmeter von 16,50€.

Da die Personenzahl innerhalb kurzer Zeit oft wechseln, ist mit einem großen Durchgang an Personen zu rechnen. Das ist unüblich für eine Vermietung, die in der Regel von einer personenbezogenen Vermietung ausgeht. Also ein Sondermietvertrag! Und hier sind, so meine Überlegungen, nochmals 50% von 16,60€/qm aufzuschlagen. Sodass sich daraus eine Miete je Quadratmeter von 24,75 € ergibt. Die Stadt zahlt aber 67€ je Quadratmeter. Das ist das 2,7 fache dessen, was angemessen ist . Hier wird das Geld der Bürger einfach verpulvert!

Sozial Bedürftige ( z. B. Harz 4 Empfänger) erhalten Leistungen, wenn sie als Angemessen gelten. Nach Berechnungen der Stadt Lübeck liegt diese Angemessenheit bei der Wohnraummiete im arithmetischen Mittel bei 5,17€/qm. Eben- Lübecker Verhältnisse!

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