Aber bitte keine Neiddebatte!
Aber bitte keine Neiddebatte!
Aufgrund des von der Landesregierung S-H beschossenen Transparenzgesetzes sind die Gehälter der Führungspersönlichkeiten zu veröffentlichen.
Dazu die Landesregierung S -H
„Am 31. Juli 2015 ist das Gesetz zur Veröffentlichung der Bezüge der Mitglieder von Geschäftsführungsorganen und Aufsichtsgremien öffentlicher Unternehmen im Land Schleswig-Holstein (sog. Transparenzgesetz) vom 7. Juli 2015 (GVOBl. Schl.-H. S. 200) in Kraft getreten. Danach sind u.a. die Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführungsorgane und Aufsichtsgremien kommunaler Einrichtungen und Unternehmen auf der Internetseite des Finanzministeriums sowie ggf. im Jahresschluss zu veröffentlichen, dies individualisiert für die einzelnen Mitglieder unter Namensnennung.“
Immerhin hat es ein Jahr gedauert, bis der Ankündigung Taten gefolgt sind. Den Anfang machen die Kreissparkassen. Und was dabei herauskam, wussten wir schon lange. Die Vorstände werden fürstlich belohnt. Die Bandbreite der Gehälter der Vorstände reicht von 175.350 €/a bis 531.000 €/a. Um einer sachlichen Diskussion von vorn herein den Wind aus den Segeln zu nehmen, wird jeder, der Kritik äußert, als Neider abgetan. Eben eine Neiddebatte-ein Totschlagargument. Diese Argumente führen meistens jene in Feld, die zu den Privilegierten zählen. Gerade unter dem Eindruck, nein unter der Tatsache, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, wäre eine Debatte über Gerechtigkeit und Moral zwingend geboten.
Auf die Frage an Hermann Boll vom Sparkassen-und Giroverband, ob er nicht verstehen könne, wenn sich manche über die Gehaltsunterschiede zwischen Bankmanagern und anderen wundere? Antwortete Boll sinngemäß: „ Privat ja, aber hier geht es um Markt und nicht um Moral.“ Mit dieser Aussage befindet sich Boll in bester Gesellschaft mit Herrn Kubicki von der FDP, der für sich ebenfalls eine solche Trennung von privaten Geschäften und öffentlichem Auftritt reklamiert. Da stellt sich natürlich die Frage: Haben Markt und private Geschäfte mit Moral nichts zu tun?
Um ein friedvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen, kann man bei privaten Dingen die Moral nicht einfach ausklammern. Sie muss Bestandteil unserer Lebenswirklichkeit sein, denn grenzenloser Egoismus auf Kosten der Allgemeinheit sprengt unsere Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, dass diese Debatte geführt wird. Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit Gerechtigkeit und Moral. Ist es gerecht, wenn Manager jedweder Couleur Summen verdienen, von denen die Allgemeinheit nur träumen kann. Summen, die nicht mehr verkonsumiert werden können, sondern der Vermögensbildung im großen Stil dienen. Ist es Gerecht, wenn wenn zirka 50 Prozent der Bevölkerung von der Vermögensbildung ausgeschlossen werden?
Hier verselbständigt sich eine Kaste, die den Blick für den realen Alltag in unserer Gesellschaft völlig verloren hat. Der Staat ist hier gefordert!