Kreis Segeberg: WZV 2
WZV – Chaos in Orange
Bilanzen sind nicht prüffähig, Vorstand setzt Verwaltung unter Druck, Rechnungsabgrenzungen sind mangelhaft, außerordentliche Erträge werden als Ergebnis des operativen Geschäfts dargestellt usw. Die Liste der dubiosen Ereignisse beim WZW ließe sich noch weiter fortsetzten. Seit Jahren geben sich die Berater und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beim WZV die Klinke in die Hand und beraten den Verband in unterschiedlichen Disziplinen. Es wird kaum noch eine unternehmerische Entscheidung getroffen, die nicht von externen Beratern vorformuliert wird. Das hat dem Verband, d.h. uns - viel Geld gekostet und kostet noch mehr, denn jetzt hat man noch eine Beraterfirma ins Boot geholt. Nicht irgendeine – nein- es musste was besonders sein und zwar „Die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) ist eine Aktiengesellschaft , die weltweit tätig ist. Also ein richtiges Pfund auf dem Wirtschaftsprüfungsmarkt mit entsprechenden Beratungskosten. PwC ging gleich ans Werk. Prüfte zwei Jahre. Zu welchen Kosten? Und stellte in einem 200 Seiten langen Bericht (man nennt so etwas Expertise) fast alles infrage, was infrage zu stellen ist. Im Umkehrschlussheißt das, die anderen Berater haben beim WZV schlechte Arbeit geleistet; von den Fachleuten in der Verwaltung ganz zu schweigen. Da stellt sich natürlich die Frage:“ Welchen Berater holt der WZV demnächst ins Boot!“
Das vom WZV in 2003 gegründete Tochterunternehmen WZV Entsorgungs GmbH & Co.KG ist in privatwirtschaftliches Unternehmen mit Gewinnabsicht. Im Gegensatz zur hoheitlichen Aufgabe des WZV , der Abfallentsorgung, die dem WZV vom Kreis übertragen wurde, der keine Gewinne machen darf, der Daseinsvorsorge dient und nicht steuerpflichtig ist, was für die Tochterfirma nicht gilt. Das hat sich geändert: Nach dem Beschluss des BFH vom 10.12. 2001 (VR 41 10) unterliegen auch kommunale Unternehmen unter Umständen der Steuerpflicht. Damit sollen Wettbewerbsnachteile gegenüber der privaten Wirtschaft ausgeglichen werden.
Was ein Segen für die Kommen ist, denn sie können mehr Steuern einnehmen, ist eine Belastung für die kommunalen Unternehmen. Nun soll alls anders werden. Aber wie? Darauf gab es auf der durchgeführten Verbandsversammlung noch keine umfassende Antwort. Die Vertreterin von PwC handelte das Thema im Schnelldurchgang ab. Dennoch nickten die Bürgermeister alles ab, weil was geändert werden muss. Zahlreiche Fragen blieben offen. Das soll nun ein Workshop nachholen. Selbst eine Analyse, wie sich die neue Struktur wirtschaftlich auf die neue Unternehmenskonstellation auswirkt, gab es nicht. Das soll nachgeholt werden. Diese betriebswirtschaftliche Analyse hätte den Bürgermeistern vorlegen müssen! Selbst der Vorsitzende des WZV- Hauptausschusses, Gerd Lendföhr, der ein ausgewiesener Betriebswirtschaftler ist, konnte nichts vorlegen. Man fragt sich nur, was machen die Damen/Herren in den Ausschüssen?
Es kommt im Wesentlichen darauf an, ob es dem WZV gelingt, eine strikte Kosten-u. Einnahmezuordnung zu etablieren, die einer gesetzeskonformen Bilanzierung gerecht wird. Daran hat es in der Vergangenheit oft gemangelt, zumal alles unter einem Dach geschieht. Wer gibt den Bürgermeistern die Sicherheit, dass es dieses Mal anders wird? Zweifel sind angebracht!