DBV:Milchpabst Folgert – der ewig Gestrige!
DBV:Milchpabst Folgert – der ewig Gestrige!
„In der Diskussion um Hilfen für notleidende Milchbauern hat der DBV die Forderung nach verordneten Mengenreduzierungen abgelehnt. « Wir brauchen keinen Staat oder Verband, der uns sagt, wie viel wir zu produzieren haben, das ist Aufgabe der Wirtschaft», sagte am Mittwoch der Vorsitzende des Fachausschusses Milch beim Deutschen Bauernverband, Udo Folgert, bei einem Fachforum.“
„Diskussionen um allgemeinverbindliche Mengenreduzierungen seien «politische Geisterdebatten.» Gleichwohl erneuerte er die Forderung nach kurzfristigen Unterstützungsmaßnahmen. Die angekündigten 100 Millionen Euro seien dabei bei weitem nicht genug. Nötig seien auch Liquiditätshilfe- und Bürgschaftsprogramme.“
Anmerkungen: Ob der Mann wirklich daran glaubt, was er da sagt? Oder wird ihm das vom Bauernverband und der Milchindustrie vorgeschrieben? Folgert will „ Freiheit“ für die Bauern, dass sie selbst entscheiden können was und wie viel sie produzieren. Den Staat brauchen wir nicht. Das kann der Markt erledigen.
Weiß der Mann wirklich, was er da sagt? Damit liefert er die Bauern dem freien Weltmarkt aus mit verehrenden Folgen für die bäuerlichen Familien. Wenn es dann aber nach seiner Ansicht nicht klappt, dann soll der Staat, obwohl er das gar nicht will, wieder eingreifen. Er will eine Vollkaskoversicherung auf Kosten des Staates für die Bauern, damit sie auch Mengen produzieren können, die der Markt nicht braucht und das zu Preisen, die für die Milchbauern nicht auskömmlich sind.
Dazu der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth „Wer Supermärkte und Discounter verantwortlich macht, redet am Thema vorbei: Die Preisbildung für Milch und Fleisch erfolgt auf dem Weltmarkt», sagte er.“
Und wie sieht es auf dem Weltmarkt aus?
Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es auch in Europa unterschiedliche Produktionsstandorte gibt. So können die irischen Bauern ihre gemolkene Milch um zirka 5 Cents/kg günstiger gegenüber den deutschen Kollegen erzeugen. Auch in Deutschland gibt es strukturmäßig erhebliche Produktionsunterschiede, die sich in der Vielfalt der Landschaften wiederspiegeln.
Im internationalen Vergleich liegen die Produktionskosten im pazifischen Raum zwischen 10-15 Cents/kg/Milch. Dazu gehört auch Südamerika. Die USA liegen bei zirka 25 Cents/kg/ Milch. In Deutschland zwischen 33-45 Cents/kg/Milch-
Dazu Thorsten Hemme vom IFCM: Mit den Wettbewerbern auf der Südhalbkugel(Kosten von 0,10 bis 0,15 E pro kg Milch) werden deutsche Milcherzeuger nicht konkurrieren können. Deshalbkommt es darauf an, sich innerhalb der„wettbewerbsschwachen Regionen“ der Nordhalbkugel zu behaupten.
D.h. der Traum vom globalen Export und in Verbindung mit einer ungebremsten Milchproduktion scheitert an der realen Wirklichkeit. Es können nur Produkte weltweit exportiert werden, die eine hohe Wertschöpfung haben und den Milchbauern ein auskömmliches Einkommen sichern. Und dieser Markt wurde bisher sehr vernachlässigt und ist darüber hinaus sehr begrenzt.
Stattdessen errichtete die Milchindustrie Trockentürme, um die überschüssige Milch in Form von Milchpulver haltbar zu machen. D.d. dieses Milchpulver wird in der Regel zu nicht kostendecken Preisen für die Milchbauern weltweit verscherbelt. Die Milchindustrie verfährt nach dem Motto: Die Michbauern können so viel Milch produzieren wie sie wollen, wir werden die Milch schon verscherbeln. Wenn der Markt satt ist, dann haben wir ja noch die staatlichen Aufkäufer!
Der Rest an Geld, der dann übrig bleibt, bekommen die Milchbauern. Die Folgen dieser Politik spüren die Milchbauern hautnah.
Dieses unselige Marktgehabe auf Kosten der Michbauern und der Steuerzahler kann nur dann durchbrochen werden, wenn den Milchbauern von Seiten der Milchindustrie ein Mindestmilchpreis garantiert wird, der zumindest die variablen Kosten deckt.