Ulf B. Christen, Kieler Nachrichten vom 14.06. 2016
Ulf B. Christen, Kieler Nachrichten vom 14.06. 2016
Landeshauskorrespondent
Kommentar:
Christen: Torsten Albig ist ein begnadeter Sonntagsredner. Der Ministerpräsident wirbt zwar zu Recht für eine Integration der meist muslimischen Flüchtlinge, zögert aber beim Abschluss eines Islam-Staatsvertrags.
Anmerkungen: Mir ist nicht bekannt, warum Albig zögert einen Islam-Staatsvertrag abzuschießen. Liegt es vielleicht daran, dass die Regierung noch nicht weiß mit welchem Islam sie den Staatsvertrag abschließen will oder soll! Gerade die Reaktion auf die Armenien-Resolution des Bundestages hat gezeigt, dass es nicht den Islam gibt .Deshalb gilt Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Hier schweigt der Kommentator.
Christen: Ein solcher Vertrag ist dringend nötig, um die Rechte und Pflichten der mehr als 85 000 alten und neuen Muslime in Schleswig-Holstein festzuhalten. Es geht dabei um nicht mehr oder weniger als um die Spielregeln für eine multireligiöse Gesellschaft. Sie ist längst Realität. Der Islam gehört zu Schleswig-Holstein, das Christen- und Judentum tun es ohnehin.
Anmerkungen. Ein Vertrag ist durchaus geboten. Welche Rechte und Pflichten sollen denn geklärt werden? Die des konservativen Islam oder die des liberalen Islam? Die Aleviten können hier Ratschläge geben. Die Probleme in Kiel-Gaarden zeigen die Schwierigkeit der Integration von Muslimen auf. Hier schweigt der Kommentator!
Christen: Was also fürchtet Albig, wenn er den Muslimen einen Vertrag verweigert, den Protestanten (seit 1957), Juden (seit 2005) und Katholiken (seit 2009) längst in der Tasche haben? Die Antwort ist so einfach wie bitter. Albig & Co scheuen knapp ein Jahr vor der Landtagswahl in der von Rechtspopulisten aufgeheizten Stimmung eine Debatte über den Islam. Einen öffentlichen Diskurs darüber, wie man Muslime etwa zur Gleichberechtigung der Frau verpflichten kann. Aber eben insbesondere darüber, ob Muslime einen Anspruch auf eine Moschee mit Minarett und Muezzin, auf Gebetsräume in Schulen oder aber auf eine islam-konforme Schlachtung etwa von Schafen haben.
Anmerkungen: Völlig fehl am Platz ist der Verweis auf die anderen Religionen. Der Islam lehnt in seiner konservativen Ausrichtung, die westliche Wertegemeinschaft ab, im Gegensatz zu den genannten Religionen. Das Verhalten nur in die politische Ecke zu schieben ist einfach zu billig. Es macht auch keinen Sinn eine solche Debatte kurz vor einer bevorstehenden Wahl zu führen, denn da gehen meistens die sachlichen Argumente den Bach runter. Es ist bisher viel Zeit „vertrödelt“ worden. Aber dennoch muss die Debatte geführt werden. Hier könnte der Kommentator mit sachlichen Beiträgen glänzen.
Christen: Diese und viele weitere Punkte müssen geklärt werden. Andernfalls wird es in einer demokratischen Gesellschaft keine Integration geben. Albig sollte also nicht nur klug reden, sondern auch mutig handeln. Mutig schreiben, Herr Christen!
Anmerkungen: Ob eine Integration gelingt oder nicht hängt im Wesentlichen davon ab, welcher Islam in Deutschland anerkannt wird. Ernst zu nehmende Islam-Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass ein konservativer Isam nicht integrationsfähig ist! Weitere Infos zu diesem Thema unter : www.specht.overblog. de