Bauernverband S-H – das große Nachdenken hat begonnen!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Bauernverband S-H – das große Nachdenken hat begonnen!

Bauernverband S-H: Eine Resolution zur Milchkrise hat der Landeshauptausschuss des Bauernverbandes Schleswig-Holstein verabschiedet. Die Forderungen fußen im Wesentlichen auf fünf Ansätzen:

Bauernverband S-H: Da durch die derzeitig zersplitterte Meiereistruktur kein gewichtiger Kontrapunkt zur Marktmacht der Lebensmittelhändler gesetzt werden kann, müssen die Verkaufsaktivitäten der Meiereien durch die Bildung von Kontoren gebündelt werden.

Anmerkungen: Die Konzentration im Meiereisektor hat nicht zu den erhofften Verbesserungen des Milchgeldauszahlungspreises geführt (siehe DMK). Auch das Kartellamt sieht eine weitere Konzentration der Milchwirtschaft für die Milchbauern nicht als sinnvoll an. So lange eine Politik des am Markt Vorbeiproduzierens betrieben wird, wird sich an der fatalen Lage der Milchbauern nichts ändern.

Bauernverband:Eine Reduzierung des Milchangebotes muss durch verschiedene Ansätze herbeigeführt werden, wie z.B. durch eine Preisdifferenzierung beim Auszahlungspreis und zeitlich befristete europäische Ausstiegshilfen.

Anmerkungen. Schritt in die richtige Richtung: Die Staffelung des Auszahlungspreises muss so gestaltet werden, dass ab einer bestimmten Anliefermenge keine Produktionsanreize mehr gegeben sind. Diese Anlieferungsmengen der einzelnen Staffeln müssen, je nach Marktlage, flexibel sein. Die erste Staffelung, in welcher Höhe auch immer, muss die Produktionskosten je kg Milch erreichen. Sie sollte als Brandmauer dienen. Die Frage ist nur: Wie will der Bauernverband auf freiwilliger Basis das alles umsetzen? Zweifel sind angebracht! Und wie sieht es europaweit aus?

Bauernverband: Die Intervention muss zur Preisstützung weiter ein wichtiges Instrument bleiben, darf aber keine Produktionsanreize schaffen. Statt eines Ausschreibungsverfahrens muss die Kommission weitere Kontingente zum Festpreis eröffnen. Interventionsbestände dürfen nicht frühzeitig und schnell aufgelöst werden, um Marktstörungen zu verhindern.

Anmerkungen: Erst einmal muss der Bauernverband in Verbindung mit der Milchindustrie die heilige Kuh des unbegrenzten Wachstums zu Lasten der Steuerzahler und der Milchbauern schlachten. Ein weiter so, wie bisher, darf es nicht mehr geben!

Bauernverband: Durch Liquiditätshilfen, Bürgschaften, Entlastungen in der Sozialversicherung, Änderungen im Steuer- und Kartellrecht und Entbürokratisierung müssen Hilfen zur Krisenüberbrückung geschaffen werden.

Anmerkungen: in der Übergangsphase zu einer am Markt orientierten Milchproduktion ist staatliche Hilfe notwendig. Danach ist jeder Unternehmer für seine Daseinsvorsorge selbst verantwortlich.



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