Milchkrise - die Milchbauern haben Anspruch auf eine klare Antwort!
Milchkrise - die Milchbauern haben Anspruch auf eine klare Antwort!
Lichtblick für die Milchbauern
„An Rhein und Ruhr. Die EU will den gebeutetelten Landwirten unter die Arme greifen. Die Milchproduktion geht ein wenig zurück, weswegen die Butterpreise anziehen. Hoffnung auf eine grundsätzliche Besserung der Lage gibt es aber noch nicht.
Hoffnung für die unter extrem niedrigen Milchpreisen leidenden Bauern an Rhein und Ruhr: Die Europäische Union hat gestern neue Finanzhilfen in Aussicht gestellt. Außerdem entspannt sich die Situation auf dem Milchmarkt etwas, wie der Rheinische Landwirtschaftsverband berichtet.“ (Quelle: NWZ)
Anmerkungen: Nicht nur an Rhein und Ruhr! Noch ist nicht sicher, was auf den Höfen ankommt. Wenn mal was ankommt, dann reicht das nur – so ist zu vermuten- um die Rechnungen des letzten Monats bezahlen zu können; für mehr wird es wohl nicht reichen. Das zeigen die leidigen Erfahrungen der letzten Jahre. Der große Rest an Schulden bleibt Eigentum der Milchbauern. Der Staat zieht sich aus der Verantwortung elegant zurück, obwohl er eine Mitschuld an der Milchkrise trägt. Es gibt ein Sprichwort, welches sagt: „Zwei Freuden macht man nicht – verheißen und halten!“
NWZ: Die Erzeugerpreise für Milch lagen zuletzt bei etwa 20 Cent pro Liter, um die Produktionskosten zu decken sind je nach technischer Ausrüstung des jeweiligen Hofes zwischen 25 und 35 Cent nötig. Die niedrigen Preise sind einer Milchschwemme auf dem europäischen Markt geschuldet, verursacht unter anderem durch die Russland-Sanktionen und einen Nachfragerückgang in China. Für viele Bauern ist die Situation existenzbedrohend, allein in NRW mussten seit Mai vergangenen Jahres über 400 Betriebe aufgeben – deutlich mehr als in den Jahren zuvor.
Anmerkungen: Zunächst ist festzustellen, dass nach dem Quotenende die Länder wie Niederlande und Irland wie besessen ihre Milchproduktion - ohne einen Markt dafür zu haben- ausweiteten. Auch Deutschland hat sich daran beteiligt. Wenn auch nicht so stark; aber trotzdem! Die Milchindustrie will global wachsen. Das kann sie meist nur, wenn die Milchbauern auf Einkommen verzichten. Wie der Verzicht in Zukunft für die Milchbauern aussieht, das ist an der jetzigen Milchkrise abzulesen. Dabei spielt das Rußlandembargo nur eine untergeordnete Rolle.
Die dort angegebenen Produktionskosten entsprechen nicht den ermittelten Kosten der Rinderspezialberatung( Vollkostenauswertung) S-H. 1.051 Betriebe von zirka 5.000 Milchviehbetriebe haben sich beraten lassen. Gerade mal 21% der Milchviehbetriebe in S-H. Es sind –so ist zu vermuten- die besser gemanagten Betriebe. Diese Betriebe haben variable (kassenwirksame) Produktionskosten je kg Milch im unteren Drittel von 36,61Cents, im Mittel von 31,40 Cents und im oberen Drittel 28,16 Cents.
Laut Buchführungsverband (14/15) betrugen die Verluste je Milchviehbetrieb zirka 36.000 € / WJ. im Mittel. Bei einem durchschnittlichen Milchpreis von 39,5 Cents/kg Milch. Natürlich mit erheblichen Schwankungen nach unter und oben!
Wie mag dass erst im WJ 15/16 aussehen? Belastbare Abschüsse liegen mir noch nicht vor.
Vor dem Hintergrund dieser dramatisch finanziellen Talfahrt der Milchbauern ist es für mich unverständlich, dass es zu keiner Einigung über eine - wie immer geartete Marktanpassung, - zwischen den Politikern kommt, obwohl sie an dieser Entwicklung eine Mitschuld tragen!
Die Politiker müssen die Frage beantworten, ob sie „ihre Ideologie“ über die Existenz der Milchbauern stellen wollen. Die Milchbauern haben Anspruch auf eine klare Antwort!