Milchkrise: Wer bietet weniger?
Milchkrise: Wer bietet weniger?
Großer Aufreger in der Milch-Kommunity! Die Jagd nach dem tiefsten Milchpreis ist eröffnet. Wer bietet weniger, ist die Losung! Preise von 39-42Cents je kg Milch werden genannt.
Anstatt sich Gedanken zu machen, warum das so ist, wird auf die Discounter einfach draufgeschlagen. Setzen diese doch nur das um, was für alle gilt und marktüblich ist. Bei einem Überangebot fallen die Preise. Auch jene, die das Verhalten der Handelsketten als skandalös finden, verhalten sich genau so, wenn es um das Einkaufen ihrer eigenen Betriebsmittel geht.
Warum sollte das Gesetz von Angebot und Nachfrage für die Handelsketten nicht gelten, wenn es für alle anderen Marktteilnehmer gilt (fast)? Nur weil die Milchbauern nicht in der Lage sind die Überproduktion in den Griff zu bekommen? Wohl kaum! Am Beispiel eins Berichterstatters wird das deutlich. Dieser beklagt, dass die Ammerländer Molkerei die Milch für 42 Cents/kg Milch verkauft.
Hier liegt das Problem begraben: Durch eine grenzenlose Milchmengenabnahmegarantie von Seiten der Meierei gegenüber ihren Milchlieferanten, ist die Meierei gezwungen diese, von den Milchbauern angelieferte Milch, los zu werden. Und das geht nur bei einer Überproduktion, so haben wir es gelernt, über den Preis. Der Ausweg über die Intervention ist wegen Überfüllung geschlossen und wird in Zukunft wohl auch geschlossen bleiben. Bleibt also nur der Markt. Und dieser Markt ist, wenn man ihn global betrachtet, gnadenlos.
Das Natürlichste wäre es, wenn die Marktteilnehmer die Signale des Marktes beachten und ihre Produktion darauf ausrichten. Das aber geschieht einfach nicht. Es kann jeder Milchbauer so viel Milch melken und an die Meierei abliefern wie er will. Hier werden die Gesetze des Marktes zu Lasten der Milchbauern außer Kraft gesetzt. Die Meiereien halten sich dabei schadlos. Sie setzen nur das um, was die Genossenschaft beschlossen hat. Und dieser Beschluss lautet in den meisten Fällen:
Freie Fahrt der Milchproduktion ohne Rücksicht auf den Mark. Mit erheblichen finanziellen Folgen für die Milchbauern. Und das mit voller Unterstützung des Genossenschaftsverbandes! Wenn das so weiter geht, dann werden wir einen Strukturwandel erleben, der seinesgleichen sucht. Nicht nur, dass die Mehrzahl der Milchbauern vom Markt geschluckt wird, sondern unsere Kulturlandschaft wird sich dramatisch verändern-und nicht zu ihrem Vorteil!
Keiner fragt die Bürger in welcher Kulturlandschaft sie leben wollen-bäuerlich oder industriell geprägt!