HSH Nordbank : Nun also doch !
So sehe ich das
Nun also doch !
Der Chef der HSH Nordbank gibt auf. Bis zuletzt hat Hans Berger gebetsmühlenartig der Öffentlichkeit erklärt, dass die Manager der HSH Nordbank alles im Griff haben. Demonstrativ stellte sich der Finanzminister Schleswig-Holstein noch vor wenigen Tagen hinter Berger und sprach ihm sein Vertrauen aus. Und dann das! Seit November 2007 gibt die Bank scheibchenweis die Folgen der Finanzkrise für Ihr Institut der Öffentlichkeit bekannt. Handelte es sich anfangs noch um kleine Belastungsdellen, so dehnten sich die Dellen immer weiter aus. Mit der Bekanntgabe der Bank am 24. September 2008 platzten dann die Dellen. Die Bank verzeichnete weitere Wertberichtigungen in Höhe von 500 Mio. Euro für das dritte Quartal 2008 und bezifferte die Gesamtbelastung auf 2,3 Mrd. €. Mehr noch ! Die Bank revidierte ihre Gewinnprognose und sah sich außerstande Dividende u. a. an das Land Schleswig-Holstein zu zahlen. Nach „eingehender Prüfung der Risikopakete im Hause“ beantragte die Nordbank am 3. November 2008 eine Staatsbürgschaft in Höhe von 30Mrd. €. Dann der Paukenschlag: Der HSH Nordbankchef tritt zurück! Begründung: „ Der Vorstand hat Intensität und Dauer der Krise sowie die dadurch zu Tage getretenen Risiken für die Ertragslage der Bank in diesem Maß nicht vorhergesehen“. D.h. im Klartext: Der Vorstand der Bank war und ist mit dieser Situation hoffnungslos überfordert! Was ist geschehen? Seit über einem Jahr versucht der Vorstand der HSH Nordbank in der Finanzkrise auf „Schönwetter“ zu setzen, obwohl das Schiff HSH Nordbank in „schwerer See“ stampft und schlingert. Diese Schönwetterprognosen passten ja so recht in das Konzept der an der HSH Nordbank beteiligten Länder wie Schleswig-Holstein und Hamburg, die erst vor kurzen zirka 1,2Mrd € an Eigenkapital zuschießen mussten! Nach dem Motto: „Was nicht sein darf, kann nicht sein“! Anders ist das Versagen des Aufsichtsrates nicht zu verstehen. Trotz eingehender Prüfung der Risikopapiere durch den Vorstand stellte Berger am Ende fest, dass der Vorstand die Risiken falsch eingeschätzt habe. Was für eine entlarvende Offenbarung ! An diesem desolaten Krisenmanagement war und ist auch der Finanzvorstand Dirk Jens Nonnenmacher beteiligt, der jetzt zum kommissarischen Leiter der Bank aufrückt! Schlimmer geht’s nimmer! Urplötzlich soll nun die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag des Aufsichtsrates „ alle wesentlichen Kaptalmarkttransaktionen im Hinblick auf das bilanzierte Risiko für den Jahresabschluss prüfen“. Ein starker Entschluss! Warum nicht früher? Mussten es erst die Spatzen von den Dächern pfeifen, dass mit der HSH Nordbank etwas nicht stimmt, ehe der Aufsichtsrat handelte? Nach all dem, was bisher passiert ist, braucht man kein Prophet zu sein, um festzustellen, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Unter vorgehaltener Hand wird von notleidenden Krediten in den Tresoren der Bank in einer Höhe von 4 Mrd. € gemunkelt. Davon sollen bisher erst 190 Mio. € abgeschrieben worden sein. Wenn diese „Vermutungen“ nur annähernd stimmen, dann ist wohl der Traum der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg, ihre Haushalte durch satte Dividende zu speisen, wie eine Seifenblase zerplatzt. Im Gegenteil: Nun droht den Anteilseignern der HSH Nordbank weiteres Ungemach: Schleswig-Holstein und Hamburg werden wieder zu Kasse gebeten mit der Folge, dass der Steuerzahler für die Zockermentalitäten der Banker und Politiker aufkommen muss. Der Goldesel HSH Nordbank wird zur Belastung der Länderhaushalte von Schleswig-Holstein und Hamburg!