Stadt Bad Segeberg : Bahnhofsneubau wird zum Albtraum

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

                        Die unendliche Geschichte des „Segeberger Bahnhofs“ wird zum Albtraum

Seit Jahren sucht die Stadt einen Investor für den Bahnhofsneubau. Hochtrabende Architektenentwürfe, an denen sich unsere Stadtvertreter berauschten, sollten verwirklicht werden. Aber bitten nur auf privater Basis und ohne Zuschüsse der Stadt. Groß war der Schock der Stadtvertreter, als der Geschäftsführer   der Firma EVM Immobilien-GmbH ganz nüchtern den Stadtvertretern  vorrechnete, dass sich das Projekt allein nicht lohnt. Sein Fazit: Ohne Beteiligung der Stadt lässt sich das Projekt nicht verwirklichen. Auch der von der Stadt favorisierte Architektenentwurf ist seiner Ansicht nach ein Flop. Eine schallende Ohrfeige für jene, die seit Jahren an der  Verwirklichung des Projektes  arbeiten. Diese Erkenntnis hätte man schon früher haben können. Nur diese passte anscheinend nicht den Vorstellungen unserer Stadtpolitiker, die oft auf Illusionen aufgebaut sind. Angesichts dieser schonungslosen Tatsache ist nüchtern zu prüfen, was an Bahnhof braucht die Stadt überhaupt und wie lässt sich das „Notwendige“ auch wirtschaftlich und finanziell umsetzen? Insoweit bedarf es erst einmal einer Definition des Notwendigen, bevor man in die Planung geht.  Weiter ist zu prüfen, wie eine Zusammenarbeit mit einem Investor vertraglich geregelt werden kann. Wer trägt ev. anfallende Bewirtschaftungsverluste, wer trägt das Haftungsrisiko der Investition, welche jährlichen Zuschüsse muss die Stadt zahlen und welche Sicherheiten werden geboten? Alle diese Fragen müssen sachlich und fachlich abgearbeitet werden. Dabei ist keine Hektik angesagt. Auch darf man sich vom potentiellen Investor und von der Stadtverwaltung nicht unter Druck setzen lassen. Den Wirtschaftlichkeitsberechnungen der Stadtverwaltung liegen oft Wunschvorstellungen zugrunde, die sich in der „operativen Wirklichkeit“ nicht umsetzen lassen. Siehe Fledermaus-Zentrum GmbH ( Noctalis)- jährlicher Verlust bis 113.000 € und die Photovoltaik-Anlage der Stadt auf dem Rathausdach in Eigenregie -  jährlicher Verlust bis 3.000 € . Weitere Photovoltaik-Anlagen in Eigenregie sollen ja folgen. Insoweit sind weitere Verluste einzuplanen. Vor diesem, für das Stadtsäckel beklagenswerten  Zustand ist genau zu prüfen, welche finanziellen Auswirkungen der Bahnhofsneubau für die Stadt hat. Nicht Wunschdenken ist gefragt, sondern knallhartes Finanzcontrolling. Auch wenn das Ergebnis schmerzlich ist!

 

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