Milchkrise : Nennen Sie Ross und Reiter
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Redaktion der Kieler Nachrichten
Kiel
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Sehr geehrte Damen und Herren,
im Wirtschaftsteil der 131. Ausgabe Ihrer „Segeberger Zeitung“ vom 9.Juni 2009 veröffentlichten Sie unter dem Thema „Milchbauern lassen nicht locker“ einen Bericht zur aktuellen Lage der Milchbauern in Schleswig-Holstein. Der Verfasser dieses Artikels ist Herr Wolfgang Buhmann. Herr Buhmann handelt in einer sehr einseitigen Weise das Thema ab. Die von „allen Bauern“ in der letzten Zeit durch Protestaktionen erreichten Zugeständnisse wie: Liquiditätshilfen, Agrardieselverbilligung, Vorziehen von EU-Direktzahlungen usw. sind nicht allein die Erfolge des Bauernverbandes. An diesem -zugegebenermaßen- bescheidenen Erfolg haben alle Bauern mitgewirkt. Insoweit ist es müßig in diesem Zusammenhang vom Nachholbedarf der im BDM zusammengeschlossenen Bauern zu sprechen. Nicht der BDM ist das Problem. Die nackte Not der Milchbauern ist das Problem! Kann man es einem Ertrinken für übel nehmen, wenn er den letzten Strohhalm ergreift? Oder sollen sich die Bauern willenlos zur Schlachtbank führen lassen? Ich glaube nein! Und was sagt der Bauerverband dazu? Man kann es kurz zusammenfassen: Kopflos, hilflos und ratlos. Ein Konzept zur Lösung des Überschussproblems ist nicht zu erkennen. Bei einem Milchgeldauszahlungspreis an die Bauern von unter 20 Cent je Liter Milch gehen dem Bauerverband die Argumente aus. In diesem Zusammenhang reicht Buhmann eine Zahl nach, die aufhorchen lässt.“Es gibt Milchviehhalter“, so Buhmann, „die mit einem Auszahlungspreis um 25 Cents noch rentabel wirtschaften „. In der Tat, das ist ein Paukenschlag! Dies Zahl finde ich weder im Rinderreport von Schleswig – Holstein noch im Agrarreport der Bundesregierung wieder. Da Herr Buhmann die Bezugseinheit nicht genau definiert hat, gehe ich davon aus, dass die Bezugseinheit ein Liter Milch ist und es sich um Vollkosten handelt. Von Fachausdrücken sehe ich ab. Gemäß Rinderspezialberatung 2008 liegen die durchschnittlichen Produktionskosten je Liter Milch bei 38,55 Cent Vollkosten. Bei Bestandsgrößen von über 125 Kühen betragen die Produktionskosten 37,02 Cent. Die Ergebnisse der Rinderspezialberatung weichen deutlich von den Zahlen „ Buhmanns“ ab. Wie kann das sein? Verfügt Herr Buhmann über andere Zahlen? Hat Herr Buhmann nicht sorgfältig recherchiert? Oder handelt es sich um eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit über die wahren Produktionskosten der Milchbauern. Herr Buhmann muss sich erklären. Herr Buhmann:“ Nennen Sie Ross und Reiter“!