Aktuell: Molkereiriese Arla - anstatt bergauf - geht`s bergab!
Aktuell: Molkereiriese Arla - anstatt bergauf - geht`s bergab!
Oder : Arla senkt als erste deutsche Meierei den Milchpreis deutlich ab!
Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Wie der schwedische Rundfunk berichtete, senkt Arla den Milchgeldauszahlungspreis an die Milchbauern zum 5 September. Diese Aussage des Ökonomiedirektors des Global-Players, Frederik Lotz, haben nur auch die deutschen Milchbauern schriftlich: Der Paukenschlag: Der Milchpreis wird gleich um 1, 6 Cents/kg /Milch gesenkt. Die Begründung wird gleich mitgeliefert:
Arla :„Sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU wurde mehr Rohmilch produziert und auch angeboten, so dass wir einen Preissturz auf dem Industriemarkt u.a. bei Milchpulver verzeichnen mussten. Gleichzeitig herrscht erneut wirtschaftliche Unsicherheit nicht zuletzt in den USA und Europa, was sich auf das Einkaufsverhalten der Verbraucher widerspiegelt. Hinzu kommt, dass der US-Dollar unter starkem Druck steht, was sich wiederum auf den Ertrag von Arla in dänische Kronen auswirkt. Diese Faktoren haben Einfluss auf Preise und den Umsatz der Molkereibranche und natürlich auch auf Arla.“
Anmerkungen: Gemäß den Aussagen von Arla will der Global Player in Deutschland die Nummer 1 werden. Durch die Entwicklung neuer ertragreicher Produkte und aktive Marktbeteiligung soll möglichst ein hoher Milchpreis ausgezahlt werden. Diese aktive Marktbeteiligung bedeutet im Klartext: Preiskampf auf Kosten der Milchbauern! Als Global Player verarbeitet Arla 8,7 Mrd.kg Milch, hat in 13 Ländern Produktionsstätten und in weiteren 20 Ländern Verkaufsbüros. Vor diesem Hintergrund präsentiert sich Arla gern als starker Partner der Milchbauern, der global agiert und der Garant für eine unbegrenzte Abnahme der von den Milchbauern angelieferten Milchmengen auch nach 2015 ist, die bei einem waschenden Milchmarkt problemlos abzusetzen sind. So hat Arla die Milchbauern von Hansano geködert und geschluckt. Jetzt ist Allgäuland dran: Mit blumigen Versprechen und erpresserischen Aktionen versucht Arla die Bergbauern auf Linie zu bringen. Man verspricht ihnen Wachstumsmärte in den USA, die jetzt auf einmal zum Problem werden. Die globale Ausrichtung sollte Sicherheit bringen, die jetzt zum Bumerang für die Milchbauen und nicht für Arla wird. Wenn es eben nicht klappt, so wie jetzt, dann ist die Überproduktion daran schuld. Obwohl die Spotpreise für Milch in Europa steigen, senkt Arla die Milchpreise für die Milchbauern.
Die Preise für Spotmilch haben in der vergangenen Woche weiter deutlich zugelegt. Im Süden kletterte die Notierung um 2,0 Cent auf 37,0 Cent/kg. Das ist bisheriger Jahreshöchststand! Und auch im Norden/Westen stieg der Spotmilch-Preis um 1,45 Cent auf 33,7 Cent/kg deutlich an. Die Preise beziehen sich auf Milch mit 3,7 % Fett ab Rampe Molkerei. In Italien und den Niederlanden sind die Spotmilch-Notierungen zuletzt ebenfalls kräftig angezogen: In Italien wurde die Versandmilch Ende August mit 43,30 bis 44,33 Cent/kg gehandelt, ein Plus von ca. 2,0 Cent im Vergleich zu den vorherigen Notierungen. In den Niederlanden kletterte der Spotmilch-Preis Ende August um 2,0 Cent auf 40,0 Cent/kg Milch mit 4,4 % Fett(Quelle: agrarheute).
Dazu passt eine PM von Arla:
Schlüsselwort für Arla im ersten Halbjahr 2011 heißt Wachstum. Der Umsatz stieg um 12 %, was nicht zuletzt auf die Fusion mit Hansa-Milch und Preissteigerungen auf dem Markt zurückzuführen ist. Gleichzeitig erhöhte Arla den an die Eigentümer in Schweden, Dänemark und Deutschland gezahlten Milchpreis signifikant (Quelle: Arla).
Anmerkungen: Angesichts der widersprüchlichen Argumente und Erklärungen, die Arla vorbringt, um den Milchpreisverfall zu begründen, lassen jedoch auf eine angespannte betriebsinterne Situation schließen.