DMK – Raus aus den Kartoffeln – rein in die Kartoffeln!
DMK – Raus aus den Kartoffeln – rein in die Kartoffeln!
Oder: DMK im Kaufrausch auf Kosten der Milchbauern!
Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Galt das Eiscreme - Geschäft unter Nordmilch noch als auslaufendes Modell, so soll es dem neuen Milch- Giganten DMK auf die Sprünge helfen. Nach dem Ausstieg aus dem Eisgeschäft durch den Verkauf von Botterbloom (2005), wird jetzt wieder eingestiegen (Botterbloom wurde 2010 mit 2.00 Mitarbeitern“ stillgelegt“). Das DMK geht also wieder auf Ramschtour mit einer Rolle rückwärts! Man will also nicht durch innerbetriebliche Rationalisierung Wertschöpfung betreiben, sondern der Zukauf soll es richten. Ziel der Begierde ist der Eishersteller Durigon Gelato GmbH mit der Produktion in Schwanewede bei Bremen. Das Familienunternehmen, so das DMK, habe sich mit italienischen Eisspezialitäten einen Namen gemacht. Der Umsatz mit 70 Mitarbeitern betrage 20 Millionen Euro. Der Eishersteller war in Schieflage geraten und suchte einen Interessenten.
DMK: Bei der Fusion von Nordmilch und Humana wurde das Eisgeschäft von Humana mit eingebracht. „Die Situation heute ist deshalb eine komplett andere“, meinte Nordmilch-Sprecherin Godja Sönnichsen. Das bei Humana durch ein anderes Businessmodell aufgebaute Eisgeschäft habe „ein anderes Volumen und steht stabil da“ Quelle:NWZ).
Anmerkungen: Wie solide und erfolgversprechend die Geschäfte mit Eiscreme sind, verrät ein Blick in die Bilanzen der Durigon Gelato GmbH bis 2009 ).Die Bilanz von 2010 ist noch nicht veröffentlicht! Gegenüber 2008, indem noch ein Jahresüberschuss von 450.000 € erwirtschaftet wurde, ging es 2009 in den Minusbereich. Am Ende stand ein Jahresverlust von 40.000 €
Die Markteinschätzung des Unternehmens
Der Markt der Eischremeindustrie in Deutschland lässt sich in zwei Kategorien einteilen: Da sind zum einen die Markenartikelanbieter Langnese und Nestlé-Schöller und zum anderen die R & R Gelato, die Rosen Eiskrem, die Humana Westmilch und Eisbär Eis als überwiegend im Handelsmarkensegment anbietende Wettbewerber. Die Durigon Gelato GmbH ist ebenfalls überwiegend im Segment der Handelsmarken tätig. Der Anbietermarkt der fünf genannten Eiskremhersteller wird noch ergänzt durch in europäischen Nachbarländern ansässige Eiskremhersteller.
Das Jahr 2009 war laut Bundesverband der Süßwarenindustrie wiederholt von leichtem Absatzrückgang (3,4%) durch den gesunkenen Pro-Kopf-Verbrauch von 7,8 Liter auf 7,7 Liter und leicht gesunkenem Umsatz (0,5%) geprägt.
Dem Trend konnte sich Durigon Gelato in 2009 nicht entziehen. Bei zwar gleichbleibendem Umsatz verlagerte sich das Geschäft vom Inland in das europäische Ausland. Die Exportquote, in 2008 noch bei 34%, betrug in 2009 44% vom Umsatz.
Absatz- und Umsatzsteigerungen sind in dem stagnierenden Markt nur durch Verdrängung oder Produktinnovationen zu erreichen. Durigon setzt auf ein homogenes Wachstum aus Produktinnovation. So fanden auch in 2009 wieder neue Produkte den Weg in den Markt und sorgten für den Ausbau bestehender Kundenverbindungen(Quelle: Durigon).
Anmerkungen: Es ist zu vermuten, dass diese Markeinschätzung (2009) sich nicht wesentlich verändert hat und somit zur weiteren Kapitalauszehrung des Unternehmens geführt hat.
DMK kündigte an, das Eisgeschäft 2012 in eine eigene Gesellschaft auszugliedern. Zudem sollen die Kapazitäten erweitert werden. Durigon verfüge „über einen Standort mit modernsten Anlagen und einer optimalen, zukunftsfähigen Infrastruktur und ein attraktives Produktsortiment, das unser bestehendes Portfolio ergänzt“, so Frederic Dervieux, Leiter des DMK-Geschäftsbereichs Eis. Derzeit wird in Everswinkel und Recke produziert. Nun kommt Schwanewede hinzu( Quelle:DMK).
Anmerkungen: Wie attraktiv das Produktsortiment ist, lässt sich am Geschäftsergebnis von Durigon ableiten. Die vom DMK angestrebte Produktionsausweitung stößt auf einen gesättigten Markt. D.h. Marktanteile können nur durch Verdrängung zusätzlich erworben werden. Und was Verdrängung für die Milchbauern heißt, das hat die Vergangenheit zu genüge gezeigt: Die Milchgeldauszahlungspreise an die Milchbauern schmieren ab!
Im Klartext: Die Unternehmenspolitik des DMK setzt auf niedrige Milchgeldauszahlungspreise an die Milchbauern.