EU-Milchmarktkompromiss- eine schwere Geburt, die für die Milchbauern nichts bringt!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

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EU-Milchmarktkompromiss- eine schwere Geburt, die für die Milchbauern nichts bringt!

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Was zu befürchten war, trat ein. Die Lobby der Milchindustrie hat sich (fast) vollständig durchgesetzt. Als Erfolg wird verkauft, dass  erstmals auf europäischer Ebene Erzeugergemeinschaften anerkannt werden, die aber durch eine mengenmäßige Quotierung wieder ausgebremst werden. Schlicht und ergreifend kann unter dem Deckmantel der „ scheinbaren Augenhöhe“  ( Milchindustrie/ Milchbauern) die aggressive Global-Politik der Milchindustrie auf Kosten der Milchbauern weiter betrieben werden. Und dann das:

Bundesagrarministerin Ilse Aigner schwenkt offenbar bei den Exporterstattungen um. Wie der Spiegel erfahren haben will, hält es die CSU-Politikerin für nicht mehr zeitgemäß, Produkte von EU-Bauern für die Ausfuhr zu subventionieren. Aigner wolle daher in den kommenden Monaten in Brüssel durchsetzen, dass die EU-Länder ihre Subventionen für Agrarexporte komplett abschaffen. "Exportsubventionen passen nicht mehr in die Zeit", sagt Aigner laut dem Spiegel. Bisher hatte die Bundesregierung daran festgehalten, die Ausfuhr von EU-Agrarprodukten, etwa nach Asien und Afrika, finanziell zu fördern, um den Preis an das Weltmarktniveau anzupassen. Kritiker warfen Deutschland daraufhin vor, die Kleinbauern in Entwicklungsländern mit Billigprodukten aus dem Markt zu drängen. Im diesem Jahr hatte die EU rund 164 Mio. Euro an Exporterstattungen gezahlt. Die USA kommen auf bis zu 300 Mio. Euro: Quelle

 

Anmerkungen: Hier wird ein Cocktail gemischt, der für die Milchbauern nicht Gutes erahnen lässt. Und das sind die Beigaben:

 

Ø  Unbegrenzte Produktionsfreiheit,

Ø  Eroberung des globalen Marktes,

Ø  Absenkung des Sicherheitsnetzes auf 21,5 Cents/kg/Milch,

Ø  Einschränkung der privaten Lagerhaltung,

Ø  Abbau der Exportsubventionen,

Ø  Schuldenkrise wirft ihre Schatten voraus usw.

 

Angesichts der Wettbewerbsnachteile der Milchbauern in Europa gegenüber ihren Kollegen weltweit führt dieser Cocktail zu einem Kollaps  der EU-Milchwirtschaft, den die  Milchindustrie mit Ihrem maßlosen Gigantismus auch noch befördert. Hinzu kommt, dass alle Mitgliedstaaten machen können was sie wollen. Der Finanzindustrie lässt grüßen! Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Milchindustrie, die damit sicher sein kann, dass unter den Ländern keine einheitliche Front  gegen sie aufgebaut werden kann und die Milchbauern dem globalen Treiben der Milchgiganten ausgeliefert sind. Ob es dann noch staatliche Hilfe gibt, wenn das Kind (Milchbauer) in den Brummen gefallen ist, darf bezweifelt werden. Dazu fehlt in Zukunft das nötige Kleingeld!

Die Genossen sind außen vor!

Weiter wird die Lage dadurch verschärft, dass die Genossenschaften einen Freibrief erhalten, denn sie werden als Erzeugergemeinschaften eingestuft und können somit ihr radikales Marktverhalten zu Lasten der Milchbauern weiter ausleben. Jede Freiwilligkeit, das hat die Finanzindustrie  eindeutig und unmissverständlich bewiesen, löst keine Probleme sondern schafft welche.  Das Gleiche gilt auch für den Milchindustrie. Wenn der Milchindustrie nicht zwingend Rahmenbedingungen vorgegeben werden, die es ihr untersagt  Dumping-Milchpreise unter Produktionskosten an die Milchbaueren zu zahlen, dann dümpeln die Milchbauern von Milchkrise zu Milchkrise – bis hin zur Selbstaufgabe!

 

 

 

 

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