Raiffeisen ( DRV) und Bauernverband (DBV ):Mit Volldampf in die nächste Milchkrise!
Raiffeisen ( DRV) und Bauernverband (DBV ):Mit Volldampf in die nächste Milchkrise!
Oder: Mit voller Kanne gegen die Wand!
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| Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Was sich da zurzeit in den Köpfen der Protagonisten des DRV und des DBV abspielt, ist so fern von der Wirklichkeit weg wie die Schwangerschaft einer Jungfrau! Da steht der Milchmarkt auf der Kippe und dann das: Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) spricht sich strikt gegen EU-einheitliche Vorgaben für Lieferverträge in der Milchwirtschaft aus. „Die EU-Kommission verkennt in ihren Vorschlägen für die Agrarreform die Marktrealitäten in der Milchbranche und in den einzelnen Mitgliedstaaten“, betonte DRV-Präsident Manfred Nüssel bei einer Tagung für die genossenschaftliche Milchwirtschaft in Berlin. Er forderte die EU-Kommission auf, an der angestrebten Stärkung der Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien am Grundsatz der Freiwilligkeit festzuhalten (Quelle: DRV).
Anmerkungen: Es wird jede Art der marktangepassten Produktion abgelehnt. Mehr noch: Man garantiert den Milchbauern nach Quotenende freie Fahrt den freien Milchbauern. Jeder kann nach Quotenende so viel Milch produzieren wie er will. Wie sich die Milchpreise dann für die Milchbauern entwickeln, dazu schweigen die Protagonisten. Man braucht kein Prophet zu sein - natürlich nach unten! Und wenn dann infolge der Marktlage (Überproduktion) die Milchpreise fallen und viele Milchbauern ins Gras beißen müssen, dann haben die Protagonisten die immer gleichlautende Erklärung: „Das ist eben die notwendige Strukturanpassung im Rahmen der Globalisierung der Märkte. Wer sich diesen Herausforderungen nicht stellt, der hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.“ Der Milchbaron des Bauernverbandes Schleswig- Holstein, Peter Lüschow, brachte es auf den Punkt: „Wir wollen und können nicht alle Milchbauern retten!“ Angesichts der Wettbewerbsnachteile der Milchbauern im globalen Markt kommen die Forderungen und Erkenntnisse der Protagonisten einem Kamikaze-Unternehmen gleich.
Aber Nüssel will noch mehr!
Für die private Lagerhaltung von Butter spricht sich der DRV für eine Beihilfe aus, die jährlich neu festgelegt wird. Nicht einverstanden ist der Verband aber damit, dass die EU-Kommission künftig für die Gewährung und für die Höhe der Beihilfe zuständig sein soll. Vielmehr erfordere die für den EU-Buttermarkt typische Saisonalität der Produktion einen zeitlichen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage, der aus Sicht des DRV durch die Lagerhaltung in geeigneter Weise geschaffen werde, heißt es weiter in dem elf-seitigen Papier(Quelle: DRV) Anmerkungen: Wie fragwürdig und armselig die Argumente der freien Marktverfechter sind, zeigt einmal mehr ihr fast bettelnder Ruf nach dem Staat. Der Staat soll für den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage sorgen. Mit anderen Worten: Die ruinöse und zügellose Milchpolitik des DRV und des DBV soll auch noch der Staat finanzieren. Mehr noch: man selbst will über die Höhe der staatlichen Zuschüsse bestimmen! Dreister kann man Forderungen gegenüber den steuerzahlenden Bürgern (Staat) nicht formulieren. Deshalb darf diese Politik der „ Produktion am Markt vorbei“ nicht auch noch durch Steuermittel unterstützt werden. Vielmehr ist das EU-Parlament aufgerufen, diesen Unsinn zu stoppen. Ergänzung: Eine private Lagerhaltung macht nur dann einen Sinn, wenn deren Kosten auch von den Verursachern getragen werden!
Der Bauernverband macht ein weiteres Fass der Ablenkung auf! Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie plant, die verschärfte Verbotsregelung auslaufen zu lassen. Die Folge wäre, so der DBV, dass zukünftig wertvolle Lebensmittel wieder zeitweise unter Wert „verramscht" werden dürften Die Landwirte messen der noch bestehenden Regelung eine hohe präventive Wirkung bei. Wie auch in anderen Bereichen bedarf es mitunter einer gesetzlichen Drohkulisse, um vernünftiges wirtschaftliches Verhalten herbeizuführen, stellt der DBV fest. Der DBV betont, dass die Verbotsregelung für den gelegentlichen Verkauf unter Einstandspreis bei Lebensmitteln ein wichtiges Element zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel ist und dem teilweise ruinösen Preiskampf entgegenwirkt. Nach Einschätzung des DBV muss der von Niedrigpreisstrategien geprägte Konkurrenzkampf der Handelsunternehmen auch deshalb gebremst bleiben, um die hohe Qualität der Lebensmittel zu sichern und Druck von den Erzeugerpreisen zu nehmen(Quelle: DBV).
Anmerkungen: Anstatt selbst über seine verfehlte Agrarpolitik einmal nachzudenken, wird das Verramschen der Ware unter Einstandspreis durch Einzelhändler und Discounter medienwirksam angeprangert. Wenn sich die Einzelhändler gegenseitig bekriegen – was hat das mit dem Milchgeldauszahlungspreis zu tun? Nicht viel, wenn der Markt ausgeglichen versorgt wird. Aber wehe es kommt zum Überangebot, dann unterbieten zur Freude des Einzelhandels die Molkereien sich gegenseitig und servieren dem Einzelhandel die Billigangebote auf einem Silbertablett. In diesem Wettbewerb, der ja so vom DRV und vom DBV auf Kosten der Milchbauern gewünscht wird, sind die großen genossenschaftlichen Meiereien mit führend. Der Genossenschaftsgedanke ist zum Alibi verkümmert. Von einer Erzeugergemeinschaft zum Wohle aller Genossen kann nicht mehr die Rede sein. Die Genossenschaften verhalten sich (fast) wie Privatunternehmen und sind auch als solche zu behandeln. Eine Sonderstellung kann nicht mehr infrage kommen. Im Zuge von“ Listungen des Einzelhandels“ werden die Billigangebote oft noch durch die Molkereien finanziert. Das können sie nur, wenn sie ihren Milchbauern keine kostendeckenden Milchpreise zahlen müssen!
Und hier liegt das Problem und nicht beim Einzelhandel!
Warum fordert der Bauernverband nicht ein Verbot dergestalt, dass es der Milchindustrie gesetzlich untersagt wird, unter den Produktionskosten der Milchbauern (Milchgeldauszahlungspreis) ihre Produkte zu verkaufen? Oder ist die Abhängigkeit des Bauernverbandes von der Milchindustrie schon zu groß?
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