Schleswig-Holstein: Die zwei Gesichter des Bauernpräsidenten Werner Schwarz

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

EMB-Fougeres-13-09-10-015-TDie zwei Gesichter des Bauernpräsidenten  Werner Schwarz

                                           Oder: Der Bauernfänger Schwarz!

 

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Die Weihnachtszeit in Verbindung mit dem Jahreswechsel ist  immer die Zeit des

Innehaltens, der Besinnung, der Bilanzierung und – wenn erforderlich -  der Neuorientierung . In Form eines Briefes an seine Berufskolleginnen und Kollegen hat auch   Bauernpräsident  Schwarz  diese besinnliche Zeit genutzt, um einige Gedanken loszuwerden. Und diese Gedanken, die er da zu Papier brachte (oder bringen ließ), lassen aufhorchen. Schwarz: „Früher hieß es immer: Wachsen oder Weichen. Auch vielen Landwirten ist diese harte Formel zur Wirklichkeit geworden. Heute erleben wir, dass eine andere Formel unser Leben prägt. Wandel oder Weichen. Wer sich nicht selbst ständig an veränderte Lebensbedingungen anpasst, der verliert am Ende auch das, was er bewahren möchte.“  Diese Formulierung, d.h. das Austauschen des Wortes Wachsen durch das Wort Wandel,  ist nur eine nebulöse Umschreibung der bisher nicht veränderten  Marschrichtung des „ Wachsen oder Weichens“ des Bauernverbandes.  Also eine Rosstäuscherei! Mehr noch: Das Wort Wandel wird mit keinen konkreten Zielen belegt. Wohin soll sich der Wandel vollziehen? Wird die weitere Industrialisierung der Landwirtschaft angestrebt? Sollen 75 Prozent der Bauernhöfe in Schleswig-Holstein in der ersten Phase sterben? Oder beinhaltet der Wandel eine Rückkehr zu einer an die Bedürfnisse  der Natur und der europäischen Gemeinschaft ausgerichteten Agrarpolitik, wie sie vom europäischen Rechnungshof und von der Gesellschaft gefordert wird? Werden trotz der Marktsättigung im EU-Raum für viele landwirtschaftliche  Produkte   Produktionsausweitungen befürwortet?  Wie soll die Überproduktion auf dem Weltmarkt abgesetzt werden, wenn die Weltmarktpreise für die Bauern nicht kostendeckend sind? Auf alle diese Fragen( es sind nur  Teilausschnitte) erhalten die Bauernfamilien keine Antworten. Sie werden bewusst im Unklaren gelassen, da die jetzige Politik des Bauernverbandes dazu führt, dass die meisten Betriebe in Zukunft dicht machen müssen. Eine gegen die Mehrheit der Bauernfamilien gerichtete Politik des Bauernverbandes muss verklausuliert werden, will er nicht an seinen Mitgliedern scheitern. Eine offene und transparente Abstimmung über die Zukunft der Bauernfamilien in Schleswig-Holstein scheut der Bauernverband wie der Teufel das Weihwasser.  

 

Sein wahres Gesicht

 In Baden Württemberg, fernab von Schleswig-Holstein, hat  Schwarz die Katze aus dem Sack gelassen. Schwarz: „Natürlich ist ein Milchpreis von 18 Cent, wie wir ihn zeitweise in Schleswig-Holstein bekommen haben, ein absoluter Skandal. Damit kann niemand leben. Und wir gehen massiv an die Politik ran, die uns über eine solche Durststrecke hinweghelfen muss. Und trotzdem sind wir als Bauernverband nicht dafür, die Erzeugung zu beschränken. Denn das belohnt am Ende nur die Leistungsverweigerer.“  Mit dieser  Erkenntnis offenbart Schwarz sein wahres Gesicht. Bauern, die Verantwortung  für den Markt tragen, werden als Leistungsverweigerer bezeichnet. Sie sind die Deppen im System Schwarz. Jene, die rücksichtslos am Markt vorbeiproduzieren  (wollen) sind die Siegertypen. Offener kann man einen entfesselten Vernichtungskampf nicht  mehr propagieren.  Und das Schlimme: Diese Wachstumsfetischisten sollen für die Folgen ihres Handelns nicht zur Verantwortung gezogen werden. Dazu wird dann der Staat gebraucht, der diesen Wachstumsfetischisten beim Zusammenbruch des Marktes finanziell beistehen soll. Und wieder sind es jene  Bauern, die Verantwortung tragen, die Deppen.  Das ist eine rückwärtsgewandte Politik, die von der Mehrheit der Bürger nicht mehr getragen wird.

 

Die Gesellschaft braucht Schwarz nicht!

Wie formulierte es Schwarz? Wir Landwirte haben mit dem Erscheinen der Kommissionsmitteilung einen Diskussionsbedarf mit der Gesellschaft. Ich freue mich auf diesen Dialog.“ Mit seinen bisherigen Äußerungen und Ansichten hat sich Schwarz schon jetzt ins Abseits gestellt. Die Gesellschaft wird schon die richtige Antwort geben. Dazu braucht die Gesellschaft den Bauernpräsidenten Schwarz nicht!

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