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Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Treibt die globale Strategie des DMK die Milchbauern in eine Existenzkrise?

DMK-Prognose 2014: „Nach dem Ende der Milchquote sieht sich das Deutsche Milchkontor 2014 gut aufgestellt. Dabei setzte man vor allem auf Export. Weil die Märkte für Milch, Joghurt und Käse in Europa gesättigt sind, bleibt als Absatzventil nur der Weltmarkt. Das DMK sieht sich für die Marktliberalisierung schon gut aufgestellt. Allerdings sei der Exportabsatz außerhalb Europas noch zu gering, räumte Schwaiger ein. Gerade 8 Prozent des 2013 um fast ein Fünftel auf 5,3 Milliarden Euro gestiegenen Umsatzes wurde in Drittländern wie China oder Russland, aber auch in Afrika erwirtschaftet, 36 Prozent in Europa und 56 Prozent immer noch auf dem Heimatmarkt. Aber das Auslandsgeschäft wächst rasant. „Die Drittlandsmärkte sind unglaublich aufnahmebereit“, berichtete der DMK-Chef."

Anmerkungen. Die den Milchbauern immer wieder versprochene deutliche Steigerung“ des Milchgeldauszahlungspreises hat, trotz hoher Investitionen in Zukunftsmärkte, bisher nicht stattgefunden. Im Gegenteil: Das DMK wird die rote Laterne im Milchgeldauszahlungsvergleich einfach nicht los!

DMK-Prognose 2015: -"Deutsche Milchkontor (DMK) will mit zusätzlichen Verarbeitungskapazitäten und strategischen Erweiterungen der eigenen Produktpalette seine Marktposition in der Zeit nach dem Ende der Milchquote verteidigen und weiter ausbauen. Dies teilte der Direktor Landwirtschaft beim DMK, Dr. Reinhard Vogel-Lackenberg, im Rahmen einer Presseveranstaltung des Vereins „Die Lebensmittelwirtschaft“ am 23. März 2015 in Kemberg mit.

Vogel-Lackenberg räumte ein, dass derzeit unter den Wettbewerbern am Milchmarkt große Unsicherheit über die kurzfristigen Entwicklungen nach Auslaufen der Milchmengenregelung herrsche. Das Milchkontor-Management gehe aber davon aus, dass die Milchanlieferungsmenge zumindest in Norddeutschland bis zum Jahresende um bis zu 5 % steigen dürfte, erklärte er.

Dies müsse nach seiner Einschätzung aber nicht zwingend in Preisdruck resultieren, da insbesondere vom Weltmarkt positive Signale für die kommenden Monate ausgingen. So erwarte man vor allem aus China wieder eine stärkere Nachfrage für Milchprodukte, während gleichzeitig die Erzeugung in Neuseeland aufgrund von Trockenheit eher zurückgehe. Vor diesem Hintergrund hält Vogel-Lackenberg zum Jahresende Milcherzeugerpreise von rund 31 ct/kg Milch für möglich. "Quelle:Top agrar.

Tatsache ist, dass diese vom DMK vorgegebene Einschätzung aus dem Jahr 2015 nicht die Druckerschwärze wert ist, mit der sie gedruckt wurde. Mittlerweile hat sich das DMK, dank der globalen Ausrichtung und in Zusammenhang mit der unbegrenzten Milchanlieferung seiner Milchbauern, in eine existenzbedrohende Sachgasse für die Milchbauern hinein manövriert!

Der Milchgeldauszahlungspreis an die Milchbauern hat einen neuen Tiefstand erreicht. Er liegt bei 20,24 Cents/kg Milch. Also 10,76 Cents/kg unter dem vorausgesagten Preis von 31Cents/kg Milch. Somit eine Fehleinschätzung des Unternehmens zu Lasten der Milchbauern von Minus 35 %.

Die ständigen Fusionierungen in Verbindung mit der globalen Ausrichtung des Unternehmens sind für die Milchbauern zur tödlichen Falle geworden. Denn viele Milchbauern können die Meierei nicht wechseln, da es außer dass DMK keine mehr gibt.

Dazu flattert mir folgende Nachricht ins Haus:

"Zudem steigt die weltweite Reputation der chinesischen Milchwirtschaft wieder. Die Industrieriesen Yili und Mengniu schafften es 2015 auf die Liste der 20 größten Unternehmen der Milchwirtschaft weltweit. Die Liste wurde von der holländischen Rabobank veröffentlicht.

Das Milchpulver der chinesischen Marke Junlebao erhielt letztes Jahr die Qualitäts- und Sicherheitszertifikate von BRC Global Standards, und Modern Farming wurde in zwei aufeinander folgenden Jahren von der in Brüssel ansässigen Monde Selection, die die Qualität von Lebensmitteln beurteilt, mit einem Gold-Award ausgezeichnet.

Chinas Milchindustrie hat sich dramatisch verändert", sagte Vizepräsident des Verbands Chinesischer Molkereien Gu Jicheng.

Gu weiß, dass es noch viel Raum für Verbesserungen gibt, doch er hofft, dass chinesische Milchunternehmen in weiteren acht bis zehn Jahren dazu in der Lage sein werden, ihren internationalen Rivalen die Stirn zu bieten."

Anmerkungen. Die vorausgesagten globalen Träume von goldigen Zeiten für die Milchbauern werden sich nicht erfüllen. Wohl aber für die Milchindustrie, die der einzige Profiteur dieser globalen Strategie ist.

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