VW hat den Bogen überspannt!
WV hat den Bogen überspannt
José Ignacio López de Arriortúa, der Würger von Wolfsburg, hat in den neunzieger Jahren als harter Hund die Sanierung von VW vorangetrieben. Mit unerbittlicher Härte hat er die dominante Verhandlungsposition von VW dazu benutzt, um von den Zulieferern Preiszugeständnisse zu erpressen. Mit geradezu missionarischem Ehrgeiz setzte López Kostenvorteile im Einkauf durch.
Für diese einseitige Verhandlungsführung erhielt er von der Zulieferindustrie den Namen "der Würger von Wolfsburg".Seine engsten Mitarbeiter bezeichnete er gar als "Krieger“.
Ohne Zweifel hat er mit seiner kriegsähnlichen Verhandlungsführung die Sanierung des VW-Konzerns vorangetrieben.
Aber zu welchem Preis? Der Begriff "Lopez-Effekt" wurde geboren als Synonym für billige und oft mangelhafte Bauteile, die das Ergebnis der unter José Ignacio López de Arriortúa ausgehandelten Verträge mit Zulieferbetrieben waren. Das hat dem Volkswagen-Konzern viel Geld gespart.
Mit dem von VW selbst verschuldeten Abgasskandal, der kriminelle Züge trägt, sollen nun die Zulieferbetriebe wieder einmal die Zeche mit bezahlen, obwohl sie keine Aktien an diesem Desaster haben. Drei Milliarden € will VW bei den Zulieferern einsparen.
Das Anziehen der Daumenschrauben gegenüber den Lieferanten ist für VW das Gebot der Stunde. VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard hat das Ziel vorgeben, diese Summe einzusparen. Außerdem hat VW, trotz bestehender Verträge, diese nochmals weltweit ausgeschrieben. Wer in diesem mörderischen und verrohten Geschäft nicht mitspielt, bekommt die Kündigung. Zunehmend werden Garantieleistungen auf die Zulieferer abgewälzt.
Für schon abgeschlossene Verträge werden oft im Nachhinein noch Preisnachlässe verlangt; ansonsten gibt es keine Nachfolgeaufträge. Eine glatte Erpressung!
Diese Verrohung geschäftlicher Sitten ist u.a. der Anlass dafür, dem VW-Konzern einmal durch einen Lieferstreik deutlich zu machen, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Hoffentlich versteht der VW-Konzern das Signal!
Auch in der Zulieferindustrie sind Menschen beschäftigt, die ein Anrecht auf Arbeit haben und nicht nur die VW-Mitarbeiter. Wenn nun der Ministerpräsident von Niedersachsen das Verhalten der Zulieferer beklagt, dann sollte er sich mal an seine eigene Nase fassen.
Als Miteigentümer (Land Niedersachsen) des VW-Konzerns trägt er eine Mitschuld an der Verrohung der Sitten im Konzern gegenüber seinen Lieferanten.
Weil sollte lieber seinen Einfluss im Konzern dafür nutzen, dass hansatische Tugenden wieder im Konzern gepflegt und gelebt werden.