WIRTSCHAFT ( Insolvenz Lindenau Werft
Mit sehenden Augen in die Insolvenz ?
Nun ist es amtlich: Die traditionsreiche Kieler Werft Lindenau hat beim Amtsgericht Kiel einen Insolvenzantrag gestellt. 370 Beschäftigte ,150 Leiharbeiter und div. Zulieferer bangen um ihre Existenz. Trotz eines Aufragvolumens von 225 Millionen € und einer Auslastung der Werft bis 2009, konnte der Gang zum Amtsgericht nicht verhindert werden. Auslöser dieses Dilemmas war und ist die Finanzierung eines im Bau befindlichen Doppelhüllentankers. Gemäß Auftragsabwicklung erhält
die Werft nur dann Abschlagszahlungen vom Auftraggeber, wenn die Gesamtfinanzierung des Doppelhüllentankers gesichert ist. Dies scheint nicht der Fall zu sein, denn Abschlagszahlungen blieben aus, obwohl die Werft in das Projekt schon 12 Millionen € investiert hat. Im Klartext: Die Werft kann bis heute, so schein es, keine Gesamtfinanzierung des Projektes vorlegen! Eine erstaunliche Tatsache, die viele Fragen aufwirft .Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Werft, trotz voller Auftragsbücher, im Jahr 2007 Verluste eingefahren hat. Man spricht von vier Millionen €. Das jetzt beantragte insolvenzverfahren ist für die Geschäftsführung unter Werftchef Lindenau nicht neu: Schon vor 20 Jahren beschritt die Werft diesen Weg. Lieferanten blieben damals auf ihren Forderungen sitzen. Nach Angaben von Mädel (IG-Metall –Chef) sind die Betriebskosten außer Kontrolle geraten .Im Klartext: Bei Lindenau geht es drunter und drüber! Angesichts dieser Tatsachen ist es nur zu verständlich, dass sich Banken an weitern Finanzierungen der Werft nicht mehr beteiligen, bevor der Werftchef das „Durcheinander“ in seinem „Laden“ nicht in den „Griff“ bekommt. Lindenau hat bis heute, so die Erklärungen der Banken, weder eine testierte Bilanz 2007, noch einen belastbaren Geschäftsplan für das Jahr 2008 vorlegen können. Eine traurige und bestürzende Erkenntnis mit dem Ergebnis, dass das Management der Werft auf der ganzen Linie versagt hat ! Durch die Inkompetenz der Geschäftsführung werden hunderte von Arbeitsplätzen gefährdet, Lieferanten fürchten um ihr Geld und der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein wird negativ belastet. Der Weg solcher Unternehmen, die in der Krise sind, ist vorgezeichnet. Die Politik soll es richten! Da werden Banken unter Druck gesetzt, Versprechungen und Hilfen angeboten, die natürlich vom Steuerzahler zu bezahlen sind. Und wo, so fragt man sich, bleibt die Verantwortung der Unternehmer? Haben nicht die Verantwortlichen der Werft zum größten Teil diese prekäre Situation selbst verschuldet? Sind sie nicht sehenden Auges in die Insolvenz geschliddert? Wo bleibt die moralische Verantwortung für Mitarbeiter und Lieferanten, die jetzt um ihre Existenz bangen müssen und für die ganze Region ! Ich hoffe, dass sich die Verantwortlichen der Lindenau-Werft dazu erklären!