Umwelt ( Klimadebatte unter falschen Vorzeichen? )

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

So sehe ich das

 

Klimadebatte unter falschen Vorzeichen ?

Die jetzt vorgelegte Studie des Global Carbon Projects des  australischen Forschungsinstitutes CSIRO zum Weltklima lässt alle aufhorchen. Sehr plakativ wird in der Presse darüber berichtet. Headlines wie: „China stößt erstmals mehr CO2 aus als die USA“ beherrschen die Medienlandschaft. Dann wird eine Ranking-Liste  aufgemacht. China stößt 1,8 Milliarden Tonnen
CO
2 aus, USA 1,59 Milliarden

Tonnen CO2, Russland 432 Millionen Tonnen CO2,  gefolgt von Indien usw. Weiter heißt es: Entwicklungs-und Schwellenländer sind heute schon mit 53 Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß beteiligt. Der Energieexperte Joachim Zeising errechnete für Europa  ein Minderausstoß an CO2 von 1,5 -2,7 Prozent für 2007. Solche Berichte, die nur selektive Auszüge der Studie veröffentlichen, lassen oft für den Leser nur den Schluss zu, dass in Europa der Klimaschutz obenan steht und die Entwicklungsländer, bitte sehr,  mehr für den Klimaschutz tun müssen. Eine Berichterstattung, die solche Rückschlüsse zulässt, trägt nicht zur Problemlösung bei.  In der Studie heißt es weiter: Pro Kopf der Bevölkerung tragen China und Indien jedoch weit weniger  zum Klimawandel bei als die Industriestaaten. Die Entwicklungsländer beheimaten 80% der Weltbevölkerung und sind nur zu 20 Prozent am Anstieg der weltweiten Emissionen beteiligt. Diese Aussage hat es in sich und lässt die Studie in einem ganz anderen Licht erscheinen. Nach wie vor sind die Industriestaaten, gemessen an der Bevölkerungszahl, weiterhin die größten
Verursacher des Klimawandels. Nur auf dieser Basis

kann  fair mit den Entwicklungsländern umgegangen werden. Die heutigen Umweltbelastungen sind u.a. das Ergebnis unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft. Nur wenn wir das anerkennen, werden wir von den Entwicklungsländern ernst genommen. Ein Exportieren dieser Lebensform in die Entwicklungsländer führt, wie die obigen Zahlen eindeutig belegen, zu einem Kollaps des Weltklimas und darüber hinaus!  Eine Zementierung des Status quo hilft auch nicht weiter.  Sie verfestigt ungerechte Strukturen und führt zu gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen. Was ist also zu tun?  Die Industrienationen müssen, ob sie es wollen oder nicht, ihre Wohlstandsgesellschaft unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes und der Recourcenschonung so weiterentwickeln, dass sie für alle erstrebenswert erscheint und die Umweltbelastungen auf ein erträgliches Maß  ( weltweit )reduziert werden.  -  Packen wir es also an! Wir haben nicht mehr viel Zeit!

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