Bad Bramstedt : Schuster, bleib`bei deinen Leisten !

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

 

Bad Bramstedt: Schuster, bleib` bei deinen Leisten!

Es war doch alles so schön! Da gab es Investoren und eine Stadt, die alle eines gemeinsam wollten: Es sollte etwas Besonderes in Bad Bramstedt entstehen! Ein Luxus- Wohnpark mit Golfplatz, Tennisplatz und Luxushotel für gehobene und höchste Ansprüche( Wohn-und Golfpark Bissenmoor). Kurzum: Es sollte ein Hauch von Monte Carlo durch die Gassen von Bad Bramstedt ziehen. Zügig wurde geplant und die großzügig geschnitten Grundstücke mit Villenbebauung zum Verkauf angeboten. Und siehe da: Es kaufte kaum einer! Man hatte also die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die dort angebotenen Grundstücke betrafen ein Preissegment, das nur für den Geldadel interessant ist. Und dieser Geldadel, so ist zu vermuten, geht nicht nach Bad Bramstedt. Warum sollte er auch? In hektischer Betriebsamkeit wechselte der Bauträger und man versuchte, den Bebauungsplan zu ändern, d.h. man wollte die Grundstücke verkleinern. Ohne wesentlichen Erfolg. Denn ein Eigentümer der schon gebauten Luxusherbergen war und ist gegen die Verkleinerung der angebotenen Grundstücke. Begründung: Die Kaufentscheidung für das Grundstück hat er aufgrund der Exklusivität der Wohnanlage getroffen. Das wird auch durch den Kaufpreis deutlich. Insoweit pocht er auch weiterhin auf sein Recht, exklusiv wohnen und leben zu können. Man will ja letztendlich unter sich sein! An dieser verzwickten Situation sind einzig und allein die Verantwortlichen der Stadt Schuld. Mit der Genehmigung des Bebauungsplans 36 haben sie diese Situation heraufbeschworen. In völliger Unkenntnis des örtlichen und des regionalen Umfeldes wurde ein Bebauungsplan beschlossen, der an der Lebens- und Arbeitswirklichkeit des regionalen Unterzentrums Bad Bramstedt vorbeigeht. Mittlerweile ist die 3. Änderung des Bebauungsplanes 36 vollzogen, ohne dass sich Wesentliches am Abverkauf von Häusern getan hat. Nach anfänglicher Euphorie ist nun auch die Design Bau AG in die Knie gegangen. Ab sofort verkauft sie keine Häuser mehr. Nur noch Baugrundstücke zum Preis von 150.000 € und mehr. Zu allem Überdruss gehen der Stadt auch Einnahmen verloren - die sie ja dringend braucht - durch Vorhaltungen von Dienstleistungen der Daseinsvorsorge. Wie sagt doch ein altes Sprichwort: „Schuster, bleib` bei deinen Leisten“!

 

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