Kreis Segeberg : Bauch statt Kopf ?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

 

                       Immobilie „Ev. Akademie in Bad Segeberg“- schlägt der  Kreis doch zu ?

Seit 2003 steht sie zum Verkauf. Trotz erheblicher Verkaufsbemühungen ist die Landeskirche die Immobilie bisher nicht losgeworden. Auch der Kreis und die Stadt, die zwar wohlwollend die Verkaufsverhandlungen mit begleitet hat, lehnen den Kauf der Akademie bisher ab. Nun aber, oh Wunder, scheint die Mehrheit im Kreistag gegen den Ankauf der Akademie zu kippen. Grund : Die Nordelbische Kirche macht Druck. Wenn in Sachen Verkauf sich bis März dieses Jahres nichts tut, wird der Gebäudekomplex abgerissen und es sollen, so die Vorstellungen der Landeskirche, Baugrundstücke entstehen. „Was ist zwischenzeitlich passiert“, fragen sich viele Bürger. Hat sich an den Gründen der Ablehnung durch den Kreistag kurzfristig etwas geändert? Wenn ja, was hat sich geändert? Ist die Immobilie jetzt günstiger zu haben? Wenn ja, um wie viel? Oder, das wäre allerdings fatal, verlieren unsere Politiker angesichts des aufgebauten Druckes der Landeskirche die Nerven und wollen zulangen( Bauch statt Kopf). Um was geht es? Die zum Verkauf stehende Immobilie hat eine Grundstücksgröße von 40.0000 m². Das Grundstück ist mit div. Gebäudekomplexen bebaut und verfügt über eine Nutzfläche von zirka 4.300 m². Obwohl die Akademie geschlossen ist, gibt die Kirchenverwaltung allein für die Betreuung und Unterhaltung des Komplexes jährlich zirka 60.000 – 80.000 € aus, die durch Vermietung und Verpachtung nicht gedeckt werden. Somit ist die Sachlage für die Landeskirche klar: Das Ding muss weg! Was ist zu tun? Zunächst einmal muss geprüft werden, ob die Immobilie unter den jetzt gegebenen Rahmenbedingungen überhaupt wirtschaftlich betrieben werden kann. Lohnt sich eine Sanierung des Objekts überhaupt? Liegt ein Nutzungskonzept vor? Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Der Kreis wird allein das Objekt nicht nutzen können, denn das Objekt ist für Kreisbelange viel zu groß und zu teuer. Gibt es Partner, die man mit einbinden kann, um die Belastungen für den Kreis zu reduzieren? Wie hoch sind die jährlichen Folgekosten? Fragen über Fragen, die die Kreistagsabgeordneten angesichts der prekären Finanzlage des Kreises beantworten müssen. Man darf gespannt sein, was den Kreispolitikern noch so alles einfällt. Die Fakten müssen schonungslos auf den Tisch. Wirtschaftliches Handeln und damit verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern gehört bisher nicht gerade zu den Stärken vieler Kreispolitiker.

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