Gemeinde Trappenkamp: Hat die Versorgung des Bürgermeisters Vorrang ?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

 

 

 Trappenkamp: Hat die Versorgung des Bürgermeisters Vorrang?                                             

Im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform wurde die Gemeinde Trappenkamp und das Amt Bornhöved zu einem gemeinsamen Amt „Amt Bornhöved“ mit Sitz im Bürgerhaus der Gemeinde Trappenkamp zusammengelegt. Mit Wirkung vom 1. Januar 2008 wird die Gemeinde Trappenkamp durch das Amt Bornhöved verwaltet. Im Klartext: Die Gemeinde Trappenkamp ist dem Amt Bornhöved beigetreten. Fakt ist: Durch die Fusion wurde die Stelle des hauptamtlichen Bürgermeisters der Gemeinde Trappenkamp eigentlich überflüssig. Man hätte also Personalkosten einsparen können. Aber – man besaß und besitzt ja einen hauptamtlichen Bürgermeister und der will – wie kann es auch anders sein- seine volle Amtsperiode durchstehen. Also musste man ihn in das Personalkonzept des Amtes einbauen. So wurden Verantwortlichkeiten hin und hergeschoben. Der Amtsleiter Dirk Peter Bünn ist Herr über 74 Mitarbeiter (ein Gemisch aus den Verwaltungen des Amtes Börnhöved und der Gemeinde Trappenkamp). Der hauptamtliche Bürgermeister Werner Schulz der Gemeinde Trappenkamp muss sich mit einer abgespeckten Verwaltung für Trappenkamp zufrieden geben. War er vor der Fusion noch Herr über 41 Mitarbeiter, so schrumpfte diese nach der Fusion auf 20 Mitarbeiter. Ein Kompromiss mit eingebauten Spannungselementen. Es mussten also neue Aktivitäten her. Zum einen reagierte man“ seinen Frust „damit ab, indem künstliche Rivalitäten aufgebaut wurden und somit erhebliche Reibungsverluste entstanden, die wiederum die Verwaltungsarbeit erschwerte. Die so genannte „Unterlagenkrise „hat das eindeutig gezeigt.  Zum anderen muss natürlich, für alle Trappenkamper weithin sichtbar und hell erleuchtet, ein großes Namensschild über dem schon vorhandenen Schild „Bürgerhaus“ der Gemeinde Trappenkamp thronen, das die Aufschrift „Amt Bornhöved „ tragen soll. Nicht irgendein Schild, sondern ein kunstgeschmiedetes Schild muss es sein, eben ein standesgemäßes. Dass dieses Schild 9.300 Euro kostet, sei nur am Rande erwähnt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Denn Ordnung muss sein! Eingedenk dieser Demütigung fand der anscheinend nicht mehr voll ausgelastete hauptamtliche Bürgermeister ein neues Betätigungsfeld:   Für die Gemeinde Trappenkamp muss nun ein neues Bürgerhaus her! Er hat auch gleich einen Bauplatz parat:  Das Gelände des abgerissenen Hochhauses. Verwundert fragt man sich natürlich wofür? Hat denn Trappenkamp nicht schon ein schönes Bürgerhaus, umgeben von einem netten Markt? Eben ein Gemeindezentrum, wie es andere Gemeinden gerne hätten! Warum also dieses Ansinnen ? Die Zwangsehe mit dem Amt Bornhöved schmeckt so manchem Ortspolitiker der Gemeinde Trappenkamp nicht. Im Übrigen läuft die“ hauptamtliche Amtszeit“ des Bürgermeisters der Gemeinde Trappenkamp 2010 aus. Es fällt also eine hoch dotierte Leitungsstelle weg. Man könnte also Geld einsparen. Aber weit gefehlt ! Neben einem neuen Bürgerhaus muss nun ab 2010, dann gibt es nur noch einen ehrenamtlichen Bürgermeister, ein Berater desselben her, man nennt so etwas Gemeindedezernenten, der den dann ehrenamtlichen Bürgermeister beraten soll. Quasi einen zusätzlichen Generalsekretär für den ehrenamtlichen Bürgermeister! Die Bezahlung erfolgt- wie kann es auch anders sein – natürlich durch die Steuerzahler. Zwar lässt die Gemeindeordnung ab 4000 Einwohner das zu, jedoch gibt es so etwas in Schleswig-Holstein noch nicht(siehe GO § 48 Ziffer3). Warum auch ? Fluchs meldet sich auch der noch hauptamtliche Bürgermeister zu Wort und kann sich vorstellen, diesen Posten zu übernehmen. Ein Schelm , wer dabei an Eigennutz denkt.

 Der Haushalt der Gemeinde Trappenkamp ist seit Jahren unterfinanziert. Die Schulden der Gemeinde Trappenkamp belaufen sich nach Angaben des Bürgermeisters Ende 2008 auf zirka 4,9 Millionen Euro. Für die nächsten drei Jahre sollen für den Ausbau der IGS weitere   3 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Nach Auffassung des Bürgermeisters kann auch für 2009 kein ausgeglichener Verwaltungshaushalt vorgelegt werden. Kurz gesagt: Die Gemeinde lebt weiter auf Pump. Vor diesem  Hintergrund kann man nur den Kopf schütteln, was die Verantwortlichen der Gemeinde alles unternehmen, um ihren finanziellen Kollaps vorzubereiten. Weder das neue Bürgerhaus noch die Einstellung eines Gemeindedezernenten lassen sich aus heutiger Sicht nicht nur solide finanzieren, sondern sie sind so überflüssig wie ein Kropf. Die Gemeinde Trappenkamp muss die Verwaltungsstrukturreform zum Anlass nehmen, um ihren Verwaltungs-und Vermögenshaushalt in Ordnung zu bringen. Nur so erhält die Gemeinde jenen finanziellen Freiraum der erforderlich ist, um die Gemeinde für die Zukunft entwicklungsfähig zu machen.

 

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