Stadt Bad Segeberg : Unsolide Planung gefährdet das Projekt

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

 

                              Fledermaus -Zentrum GmbH „Noctalis“ – Quo vadis?

                                       Unsolide Planung gefährdet das Projekt

 

Die Fledermaus-Zentrum GmbH „Noctalis „hat sich in seinem erst kurzen Bestehen schon weit über Bad Segeberg hinaus einen Namen gemacht.“ Noctalis“ ist schon heute zu einem „echten“ Sympathie-Träger der Stadt geworden. Insoweit gehört sie schon heute zu den Aushängeschildern der Stadt. Mit dem Ergebnis, dass diese Einrichtung schon einen stadtprägenden Charakter hat und somit für die Zukunft der Stadt unverzichtbar ist. Dieser erfreulichen Entwicklung der öffentlichen Darstellung und Akzeptanz durch die Bürger innerhalb der Stadt und weit darüber hinaus, steht eine negative Kapitalentwicklung der GmbH gegenüber. Sie ist besorgniserregend, da trotz sinkender Einnahmen die Kosten weiter steigen. Nur wenn es gelingt diesen negativen Trend zu stoppen, ist die Zukunft der GmbH gesichert, denn die Stadt kann sich auf Dauer kein“ Fass ohne Boden“ leisten. Die untere Tabelle macht das deutlich.

Ziffer                        Spalte 1                                                            Spalte2           Spalte 3 (2)                          Spalte 4 (2)                Spalte 5                            Spalte 6

 

 

 Ertrag (1)

Plan 2007

 

         €      

GuV-2007  veröffentlicht

          €

GuV -2007

normalisiert

           €

Plan 2009

 

           €

Plan 2010

 

         €

1

Umsatzerlöse insg.

408.850

379.548

379.548

430.987

447.590

2

Sonstige betriebl. Ertr.

48.430

203.928

48.430

25.800

15.800

3

Summe der Erträge

457.280

583.476

427.978

456.787

463.390

 

Aufwand (1)

 

 

 

 

 

4

Personalk.

248.800

272.896

272.896

248.800

248.800

5

Materialaufwand

28.500

26.912

26.912

28.500

28.500

6

AfA auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlage u. Schachv.

 

5.000

78.093

78.093

5.000

5.000

7

Sonst. betriebl. Aufw

172.680

196.389

196.389

172.680

172.680

8

Zinsen u. ähnl. Aufwendungen

2.300

8.267

8.267

2.300

2.300

9

Summe der Aufw.

457.280

582.557

582.557

457.280

457.280

10

Betriebsergebnis :

00

919

-154.579

-493

6.110

(1)  Zahlen wurden gerundet( 2) Gewinn und Verlustrechnung

Bei der Betrachtung der Planvariante (Spalte 2/ Ziffer 6 2007)fällt auf, dass gegenüber der GuV –Rechnung ( Spalte 3/Ziffer 6 ) im Planansatz   nur Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von 5.000 Euro vorgenommen werden. Abschreibungen auf Gebäude fehlen vollends. Im Ergebnis wird im Planungsentwurf 2007 ein ausgeglichenes Betriebsergebnis vorgelegt.

Ganz anders stellt sich das Ergebnis der GuV- Rechnung 2007 dar. Auf der Einnahmeseite ist gegenüber dem Planansatz ein Minus von 29.302 € zu verzeichnen (Spalte 2/ 3/Ziffer 1). Auf der Ausgabenseite sind trotz geringerer Erträge die Kosten weiter gestiegen. Im Personalbereich um 24.896 € ( Spalte 2/3/Ziffer 4), sonstige betriebliche Aufwendungen um 23.709€ Spalte2/ 3/Ziffer 7) und für Zinsen um 5.967 € (Spalte2/3/Ziffer7). Dem stehen lediglich Einsparungen in Höhe von 1.588 € gegenüber Spalte 2/ 3/Ziffer5. Durch eine Einlage in Höhe von 155.498 € konnte das Betriebsergebnis ausgeglichen werden (Spalte 2/3 Ziffer2).

 Die normalisierte GuV 2007 (Spalte 4) weißt im Ergebnis einen Verlust von 154.579 Euro aus. Selbst wenn man die Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Zuschüsse und Zulagen hinzurechnet, bleibt ein Verlust in Höhe von zirka 76.000 €, der von der Stadt getragen werden muss. Die Situation der Gesellschaft ist so kritisch, dass sie aktuell ohne die Unterstützung der Stadt in ihrem Bestand gefährdet ist. Dafür sprechen auch die Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt in Höhe von 50.000 €. Hier musste die Stadt wohl einspringen, um die Liquidität der Gesellschaft sicher zu stellen.

Bemerkungen zu Ziffer 2/Spalte3

Die Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Erträge kann nicht nachvollzogen werden. Insbesondere ist nicht ersichtlich in welcher Höhe Erträge enthalten sind, die einen einmaligen Charakter haben und mit denen in den nächsten Jahren nicht mehr zu rechnen ist. Aktuell kann zumindest davon ausgegangen werden, dass sie für 2007 eine Verlustübernahme der Stadt und die Erträge aus der Auflösung des Sondervermögens für Zuschüsse und Zulagen enthalten. Daher wurden sie für die Ermittlung eines normalisierten Ergebnisses auf die Planzahl reduziert. 

Darüber hinaus werden die Abschreibungen auf Gebäude mit den Zuschüssen gegengerechnet Spalte 2/Ziffer 3).D.h. im Klartext: Die GmbH oder die Stadt- ganz wie man will – verfrühstückt ihre Anlagevermögen. Sie lebt quasi von der Substanz. Für Ersatzinvestitionen ist kein Geld vorhanden.

 

 Die Planungsvorgaben der GmbH sind reine Makulatur. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Planungszahlen auf reinen Wunschvorstellungen beruhen. Die Realität sieht anders aus. Bedenklich stimmt, dass trotz fallender Erträge die Kosten steigen. Insoweit muss hier entschieden gegengesteuert werden, wenn die GmbH für die Stadt nicht zu einer unendlichen Belastung werden soll. Im Bereich Geschäftsbetrieb „Shop und Gastro“ brennt die Luft. Hier werden, so die Planungszahlen, jedes Jahr zwischen 40.000€-45.000€ verbrannt. Ein Zustand, der schnellstens zu beheben ist. Insoweit müssen sich die Kosten der Ertragssituation anpassen, wenn nicht irgendwann wegen fehlender der Mittel das Projekt scheitert. Das wäre allerdings schade!

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