HSH-Nordbank : Der Fisch stinkt vom Kopf her
HSH-Nordbank - Der Fisch stinkt vom Kopf her
Als ob es mit der HSH-Nordbank nicht schon schlimm genug ist, macht Ministerpräsident Peter Harry Carstensen einen neuen Kriegsschauplatz auf. Er will den Managern der HSH Nordbank an den Kragen. Wie zu lesen ist, sollen sich die Manager der Verantwortung stellen. Ein durchaus berechtigte Forderung, die jedoch einen fahlen Beigeschmack hat. In seiner Eigenschaft als Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein ist er Miteigentümer der HSH Nordbank und somit mitverantwortlich für das Management und deren Bezahlung. Vergütungen in Millionenhöhe, Bonizahlungen, Dividendenzahlungen ebenfalls in Millionenhöhe und Ruhegeldzahlungen an den zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden Hans Berger in Höhe von zirka 400.000 € jährlich bis 2011 sind alles Zahlungen, die durch die Eigentümer der Bank vertraglich mit den Managern geschlossen wurden. Wer als Mitverantwortlicher an diesem Dilemma jetzt auf eine gewisse Gattung Spezies einprügelt, der diskreditiert sich selbst. Das ist schäbig und charakterlos! Wo waren denn die Eigentümer, als der Landesrechnungshof das Geschäftsmodell der HSH-Nordbank als nicht landestypisch bezeichnete und der Landesregierung deren Verkauf empfahl? Warnungen gab es genug. Doch die Gier war größer als der Verstand. Nun haben sie, d. h. die Steuerzahler den Salat: Eingezwängt in einer von der HSH-Nordbank diktierten Richtung schießen die Eigentümer weitere 3 Milliarden Euro zur Aufstockung des Eigenkapitals der Bank zu und übernehmen eine zusätzliche Kreditgarantie von 10 Milliarden Euro zur Absicherung von ev. notleidenden Krediten. Um das alles zu finanzieren, haben sich die Eigentümer etwas Besonderes einfallen lassen: Der Clou: Die Eigentümer richten ein Bad Bank ein und platzieren dort die 10 Milliarden Euro. Für diese Bürgschaft zahlt die HSH-Nordbank an die Bad Bank 400.000 Euro jährlich. Sollten sich die Risiken vermindern, vermindern sich auch die Zahlungen an die Bad Bank. Mit diesen 400.000 Euro wird der 3 Milliarden Kredit an die HSH-Nordbank zur Eigenkapitalstärkung finanziert. Bei einem Finanzierungsvolumen von 3 Milliarden Euro fallen zirka 150 Millionen Euro Finanzierungskosten an. Daraus errechnet sich somit ein theoretischer Überschuss von 250 Millionen Euro. Eine Rechnung, die den bisherigen Spekulationen der Bank in nichts nachsteht. Aber das Geschäft beherrschen ja die Akteure. Wenn dieses kreative Geschäftsmodell nicht aufgeht und mit weiteren Verlusten zu rechnen ist, dann kann dies dass Ende der Selbstständigkeit für das Land Schleswig-Holstein sein. Übrigens: Die Sparkassen wollen das sinkende Schiff verlassen.