CMA : Gehen EU-Fördergelder flöten ?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

 

                     CMA – Gehen EU- Fördergelder in Millionenhöhe flöten?

Auf der grünen Woche glänzte das neue Führungsteam der CMA mit neuen Ideen und präsentierte ein zukunftsweisendes Vermarktungskonzept. Man habe alle Eventualitäten bedacht und sei auf einem guten Weg, so der Tenor der CMA .Von der Politik bis zu den Fachexperten war man sich einig. Das Konzept ist gut. Wir brauchen die CMA nötiger denn je. Das war vor dem Urteil. Als sich nun nach dem Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichts herausstellte, dass die Zwangsabgabe der Bauern rechtwidrig ist, wurde urplötzlich differenzierter geurteilt und es begann eine hektische Betriebsamkeit. Aber nicht von Seiten der CMA, die ja eigentlich ein Plan X hätte vorlegen müssen, der interessant, dem Markt angepasst und hoffnungsvolle Perspektiven aufgezeigt hätte. Stattdessen trat der Geschäftsführer Markus Kraus vor die Presse und erklärte:“Jetzt ist die Politik und die Wirtschaft am Zug!“ Die ließen sich auch nicht lange bitten. Und so kam das“ Schwarze – Peter- Spiel „ so richtig in Gang. Nach dem Motto: Wer hat das meiste Geld und wer will zahlen. Die Politik fordert Geld von der Wirtschaft und umgekehrt. Seit nunmehr über vierzehn Tagen wird gepokert. Auch die Wirtschaft und die Organisationen kommen aus der Deckung. So die ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V.): Sie will alle Schweine- und Schweinemarkt Spezialisten nicht im Regen stehen lassen. Sie strebt eine Zusammenarbeit mit dem Konsum-und Produkt Forschungsunternehmen GfK in Nürnberg oder mit Produkt und Markt in Wallenhorst an. Man erarbeitet derzeit ein Dienstleistungsangebot, lautet die Devise. Auch der Vorsitzende des Milchindustrieverbandes, Dr. Karl-Heinz Engel, meldete sich zu Wort. Dr. Engel sieht keine Ansätze für eine branchenübergreifende Lösung. Eine Lösung sei nur dann sinnvoll, wenn sie schlang daherkomme. Recht hat er!  In diesem Reigen darf der Fleischverband auch nicht fehlen. Der Geschäftsführer von Neulandfleisch, Jochen Dettmer, fordert ein völlig neues Konzept. Süffisant äußerte sich das Bundeslandwirtschaftsministerium dazu: Wir warten erst einmal den Finanzstatus ab. Auch dem Bauerverband fällt etwas ein: „Mit einem gemeinschaftlich finanzierten Netzwerk am Markt agieren“. Vorschläge und Ratschläge am laufenden Band. Wenn es aber ums Geld geht, dann halten sich alle bedeckt. Jedoch eins ist klar: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Die CMA hat sich mit ihren Werbekampagnen selbst ins Abseits manövriert. Durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) ist ihr die nationale Werbung abhanden gekommen. Anstatt die nationale Werbung der Ernährungswirtschaft selbst zu überlassen, nahm man eine Anleihe bei Beate Uhse und organisierte sexistische Werbekampagnen. Nun muss gerettet werden, was noch zu retten ist, denn sonst gehen EU-Gelder verloren. Dazu gehören in erster Linie ein in sich tragfähiges Konzept, das sich auf die Exportförderung fokussiert und ein belastbarer Kassensturz, der die Finanzen offenlegt. Nur wenn beides vorliegt, können sich die Politik und die Wirtschaft ihrer Verantwortung nicht mehr entziehen. Gemäß der Aussage des Generalsekretärs des Deutschen Raiffeisenverbandes und Vorstandsmitglied des Absatzfonds, Rolf Meyer, steht die CMA/ZMP kurz vor der Abwicklung. Dies kann aber nicht das Ende einer bisher als gut bewerteten Exportförderung durch die CMA sein. Nach deren Abwicklung muss etwas Neues entstehen. Und da sind alle gefordert, wenn EU-Gelder nicht flöten gehen sollen.

Werbung
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post