Stadt Bad Segeberg : Wohltuender Einstand des Bürgermeisters
Bad Segeberg : Wohltuender Einstand des Bürgermeisters
Nach dem Amtsantritt des neuen Bürgermeisters Dieter Schönfeld am 4. Juni 2009 wurde es ruhig um ihn. Manche Segeberger klagten schon über Ausfallerscheinungen des Bürgermeisters in der Öffentlichkeit. Und dann das: Mit einem Paukenschlag meldet sich der Bürgermeister zu Wort. Nicht nur um im Gespräch zu bleiben sondern mit konkreten Forderungen an die Verwaltung und die Politik. Abspecken der Verwaltung und der Ausschüsse heißt seine Devise. Die Verwaltungsstruktur soll gestrafft werden. Statt bisher fünf Ämter sollen in Zukunft drei Ämter reichen. Die Ausschussarbeit soll ca. um 30 Prozent reduziert werden. „Das spart Zeit und Geld“, so der Bürgermeister. Diese berechtigen Forderungen des Bürgermeisters erhalten durch seine „innere Einstellung zum Beruf“ eine hohe moralische und vorbildhafte Legitimation. Denn der Bürgermeister geht mit gutem Beispiel voran. Die Stelle des Büroleiters wird nicht wieder besetzt. Dieser Job wird zwischen dem Bürgermeister und dem Finanzchef der Stadt aufgeteilt. Ein wohltuender öffentlicher Einstand des neuen Bürgermeisters, der nicht – wie fast immer üblich - nach mehr Personal ruft, sondern konkrete Vorschläge zur Straffung der Verwaltung und Ausschussarbeit macht. Dass dabei manche Befindlichkeit unserer Stadtpolitiker auf der Strecke bleiben wird ist die große Unbekannte in dieser Gleichung. Hier liegt auch die Achillesferse des Vorhabens. Aufgrund der „Segeberger Verhältnisse“ ist es nicht anzunehmen, dass die Politik die Vorschläge des Bürgermeisters ganz einfach ab nickt. Hoffentlich brechen nicht wieder alte Grabenkämpfe zwischen den Stadtpolitikern aus, die dann im schlimmsten Fall alles wieder „zu Fall“ bringen können. Trotz vorhandener Gutachten zur Stadtentwicklung muss ein neues Gutachten her. Kosten: 120. 000 Euro, davon entfallen auf die Stadt 48.000 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts! Die Kassenlage der Stadt lässt grüßen! Dieses Geld, so ist zu vermuten, ist ein Vorgriff auf Zahlungen von Möbel-Kraft an die Stadt im Zusammenhang mit dem Bau eines Elektromarktes. Es werden also – um es griffig zu formulieren – ungelegte Eier schon heute verteilt. Zur Überwindung der „Finanzkrise der Stadt“ recht es nicht aus ganz einfach mal die Einwohnerzahl der Stadt auf 20.000 Einwohner zu erhöhen. Vielmehr sind konkrete Einsparpotentiale zu erarbeiten. Z.B. Baustelle Noctalis, -Stadtbus, -Parkhaus, -Schwimmbäder, -Schulen, um nur einige Problembereiche zu nennen. Bleibt nur zu hoffen, dass es dem neuen Bürgermeister gelingt, den jetzigen Schwung zur Lösungen der anderen Problemfelder beizubehalten. Zu wünschen wäre es ihm! Nur weiterhin Mut und nicht verzagen!
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