Bauernverband Schleswig-Holstein: Milchkrise ist vorbei!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

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Bauernverband Schleswig-Holstein: Milchkrise ist vorbei!

So titelte die örtliche Presse  textgleich am Tag der Milch auf Vorlage einer PM des Bauernverbandes. Zur Präsentation hat man sich den landwirtschaftlichen Betrieb des  Milchbauern Carsten Dahmke aus Neumünster-Einfeld  ausgesucht. Dieser Betrieb wird als GbR bewirtschaftet und hält 250 Milchkühe in einem 2009 neu erbauten Laufstall. Also die richtige Größe, wenn man auf die Berechnungen von Prof. Dr. Latacz-Lohmann zurückgreift. Die durchschnittliche Betriebsgröße in Schleswig-Holstein liegt bei 70 Kühen.

Milchbauer Dahmke: Die Lage der Milchbauern hat sich entspannt. "Die Märkte sind wieder angesprungen. Nach wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben wir heute einen recht stabilen Preis um 34 Cent pro Kilogramm", sagte Landwirt Carsten Dahmke aus Neumünster-Einfeld am Mittwoch beim "Tag der Milch(Quelle: SZ).

Anmerkungen: Gemäß den Auswertungen der Rinderspezialberatung S-H lagen die Produktionskosten gemäß Vollkostenrechung für diese Betriebsgrößen bei 34,06 Cents/kg/Milch 2010. Dem Stand ein durchschnittlicher Milchpreis im gleichen Zeitraum von zirka 32 Cents/kg/ Milch gegenüber. Ob die Märkte weiter anspringen hängt im Wesentlichen davon ab, wie sich die Milchproduktion weiter entwickelt. Hier hat Schleswig-Holstein schon mal Maßstäbe gesetzt. Man will die Milchproduktion nach Quotenende von zurzeit 2,3 Millionen Tonnen auf über drei Millionen Tonnen treiben. Gruß an die anderen Länder es Schleswig-Holstein gleichzutun. Niedersachsen steht dem nichts nach. Hier soll der erste Kuhstall mit 3.200 Kühen gebaut werden( wurde einvernehmlich auf 1.600 Kühe gestutzt). Da sind doch die 250 Kühe des Landwirtes Dahmke pillepalle! Hier muss Schleswig-Holstein  als Gunststandort noch nachlegen. Oder doch nicht? Man wird ja wohl mal fragen dürfen!

Was den stabilen Preis anbelangt, der ja durchaus erfreulich ist, muss erst einmal  abgewartet werden, was das Jahr noch so alles bringt. Im Übrigen können schon heute rund 4 Cents/kg/Milch auf die Kosten von 2010 draufgesattelt werden aufgrund von Kostensteigerungen. Insoweit kann von Entwarnung noch keine Rede sein.

Natürlich muss sich an diesem Tag auch Peter Lüschow zu Wort melden:

Lüschow: Die erfreuliche Stabilität der Märkte lässt sich bei der Agrarpolitik leider nicht feststellen", sagte Peter Lüschow, selbst Milchbauer im Kreis Steinburg und Vizepräsident des Bauernverbandes. Er zeigte auf, dass die Direktzahlungen der EU selbst bei diesem Preisniveau immer noch etwa 50 Prozent des Einkommens der Betriebe aus machen. Lüschow: "Wir können deshalb nicht einfach darauf verzichten." Zum alten Milchquotensystem will der Bauernverband aber nicht zurück(Quelle. SZ).

Anmerkungen:  Was meint er damit! Soll alles beim Alten bleiben? Wenn die Bauern, so Lüschow, 50 Prozent ihres Einkommens vom Steuerzahler bekommen, dann ist es doch eine Selbstverständlichkeit, dass man die Sinnhaftigkeit dieser Ausgaben immer wieder überprüft. Insbesondere was die nachhaltige Landwirtschaft anbelangt und die Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Flächenprämien. Darüber hinaus können die Steuerzahler, wenn sie denn schon zahlen, vom Bauernverband verlangen, dass er sich für eine dem Markt angepasste Produktion einsetzt. Denn es kann nicht angehen, dass mithilfe von Subventionen Überschüsse produziert werden, die dann oft mit wiederum zusätzlichen Steuermillionen auf den Weltmarkt geworfen werden. Eine solche Politik schadet den Bauern und ist nicht mehr zu vermitteln. Das „Europäische Parlament“ wird in Zukunft mitreden!

Der Bauernverband setzt weiter auf Industrialisierung

 Richtig ist die Forderung von Lüschow, dass die Biogaserzeugung zum Gülleanfall der Betriebe passen muss. Dann muss aber die Privilegierung gemäß § 35 BauGB entsprechend geändert werden. Aber dazu kein Wort, denn der Bauernverband lehnt jedwede Änderung des § 35 BauGB ab. Es setzt ja weiter auf die Industrialisierung der Landwirtschaft und der Biogaserzeugung.

Milchbauer Dahmke: Die Milchviehhalter wie Carsten Dahmke sorgen sich allerdings zunehmend über die steigenden Preise für Pachtland. Konkurrent um die knapp und daher teuer werdenden Flächen sind Großanlagen zur Biogaserzeugung(Quelle: SZ).

Anmerkungen: Da muss Milchbauer Dahmke „seinen Bauernverband“ in die Pflicht nehmen, der diesen“ Mist“ ja mit verzapft hat und ihn nicht grundlegend ändern will. Kluge Rechner haben ermittelt, dass die Waffengleichheit zwischen Biogas und Milcherzeugung bei zirka 34 Cents je kg Milch liegt. Die Preise stimmen zurzeit – also ran und bei den Pachtpreisen mitbieten. Keine Angst vor der eigenen Courage. Der Stärkere setzt sich im freien  Markt ja durch  - wie vom Bauernverband ja immer wieder behauptet wird. Wachsen oder weichen- ein Mittelding gibt es nicht - so die Aussage des Bauernverbandes Schleswig-Holstein. Natürlich- wie kann es anders sein- ist das ebenfalls ohne Alternative. Der Marsch in die nächste Milchkrise scheint bei dem Marktverständnis des Bauernverbandes ebenfalls ohne Alternative zu sein. Na -  dann!

 

 

 

 

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