DBV –Sonnleitner: Ein Fall für den Psychiater ?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

DBV –Sonnleitner: EMB-Fougeres-13-09-10-015-TEin Fall für den Psychiater ?

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Nicht nur, dass sich Sonnleitner sorgen um die deutschen Bauern macht -nein- sein Blick ist global ausgerichtet. Der von der Weltbank beklagte Hunger auf der Welt, der, so die Weltbank, seine Ursache in teuren Lebensmitteln hat, wird von Sonnleitner entschieden bestritten. Und dann folgt Sonnleitners erstaunliche Erkenntnis:

Sonnleitner: Größter Feind beim Kampf gegen den Hunger sind seit vielen Jahren zu niedrige Erzeugerpreise“, stellte der Bauernvertreter fest. Über Jahrzehnte anhaltender Preisdruck und eine sträfliche Vernachlässigung der Land- und Ernährungswirtschaft in vielen Entwicklungsländern sind seiner Meinung nach die Kernprobleme für den Hunger auf der Welt(Quelle.topagrar).

Anmerkungen: Mit welcher Dreistigkeit hier Tatsachenverdrehungen vorgenommen werden ist schon atemberaubend. Ursache niedriger Erzeugerpreise ist u.a. die entfesselte Veredlungspolitik der DBV. In  fast allen Bereichen der Veredlungswirtschaft wie in der Milch- und Fleischproduktion hat sich  Deutschland vom Importeur zum Exporteur entwickelt.  Diese vom Bauernverband gesteuerte Politik der Überversorgung ist mit die Ursache für die niedrigen Erzeugerpreise. D.h. die über den heimischen Bedarf hinausgehende Produktion muss also auf dem Weltmarkt abgesetzt werden. Und auf diesem Weltmarkt steht Deutschland in Konkurrenz mit Ländern (Regionen) wie den USA, Kanada, Südamerika, Ost-Asien usw., die in der Regel über günstigere Produktionsbedingungen verfügen und somit Wettbewerbsvorteile gegenüber Deutschland haben. Dieser  „deutsche Wettbewerbsnachteil“ wird bisher noch durch Steuermittel ausgeglichen in Form von Exportsubventionen, staatliche und private Lagerhaltung und Exportförderungen. Oft liefern sich die allseits bekannten Exportnationen riesige Subventionsschlachten auf Kosten der Landwirtschaft in der Dritten Welt. Dort werden dann, Dank der Subventionspolitik der Industriestaaten, die Lebensmittel so billig auf den Markt geschmissen, dass die Bauern der Dritten Welt daran zugrunde gehen.

Immer wieder Dumping-Vorwürfe: Die entwicklungspolitische Kritik an der EU-Agrarpolitik muss heute wesentlich differenzierter und genauer sein als vor 20 Jahren. Die Diskriminierungen sind heute wesentlich struktureller als früher, weniger einleuchtend und verstecken sich hinter einer juristischen Fassade der handelspolitischen Regelungen. Dabei werden heute die Märkte Afrikas kaum weniger stark zugeschüttet mit Billigware aus Europa, die dort unter den europäischen Verkaufspreisen angeboten werden und die einheimischen Bauern und Bäuerinnen von angestammten Märkten verdrängen. Wir treffen bei unseren Recherchen allenthalben auf diese Realitäten, und einige Förderbereiche kirchlicher Entwicklungsarbeit mussten ihretwegen schließen, wie zum Beispiel Hühnerhaltung in Frauengruppen in Westafrika oder Milchkuhhaltung durch das Färsenprogramm in Kamerun (Quelle: EKD).

 

Sonnleitner: Erneut würden Versorgungsprobleme in den Megastädten der Entwicklungsländer genutzt, um von dem langfristig allein tragfähigen Lösungsweg einer zukunftsfähigen eigenen Landwirtschaft abzulenken, kritisierte Sonnleitner (Quelle: topagrar)

 

Anmerkungen: Diese immer mehr verfeinerten Formen des Dumpings auf Kosten der Steuerzahler und der Bauern in der Dritten Welt  stehen im krassen Widerspruch zu den heuchlerischen Äußerungen des Bauernbosses. Sonnleitner geht es nicht um die Stärkung der Landwirtschaft in der Dritten Welt; sondern sein Ziel ist es, die Drittlandsmärkte für die deutsche Milch-und Fleischindustrie sturmreif zu schießen. Dabei scheint ihm jedes Mittel recht zu sein.  Gerade der virtuelle Landverbrauch in den Entwicklungs-und Schwellenländern zugunsten der hemmungslosen Ausweitung der industriellen Massentierhaltung in Deutschland/Europa unterstreicht die wahren Absichten des Bauernverbandes. Unter den Folgen einer solchen Expansionspolitik leiden  gleichfalls die Bauern der Dritten Welt und die bäuerlichen Familienbetriebe in Deutschland/Europa. Nutznießer der vom Bauernverband beförderten Expansionspolitik sind die industriellen Komplexe der  Milch.-und Fleischindustrie.

 

 

 

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