Deutscher Bauernverband: Holland in Not?
Deutscher Bauernverband: Holland in Not?
Oder: Die Angst vor einer öffentlichen Diskussion!
Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Anmerkungen: Selbstbewusst trat der Bauernverband auf dem letzten Bauerntag unter dem Logo „Arbeit mit Leidenschaft“ auf und kündigte eine Informationsoffensive in allen Landesverbänden an, mit dem Ziel, die Meinungsführerschaft in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um den richtigen Weg in der Agrarpolitik wieder zu erlangen. Fast ein Jahr später ist von diesem Selbstbewusstsein anscheinend nicht viel mehr übrig geblieben. Denn gegen die Aufforderung der Ministerin Ilse Aigner, eine Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“ zu installieren, tritt nun Bauernpräsident Sonnleitner als Bedenkenträger auf. Immerhin wurden 40 Organisationen aller Couleur von der Ministerin eingeladen.
Sonnleitner:“ Die Landwirte sind für ein klares und offenes Wort bekannt. Deshalb drücke ich an dieser Stelle meine Sorge aus, dass im Rahmen des Charta-Prozesses tatsächlich eine realistische Debatte geführt wird. Diese Sorge entspringt der Erfahrung der vergangenen Monate, zuletzt im Zusammenhang mit dem Dioxinfall. Hier hat sich ein Zeitgeist mit Begrifflichkeiten und Wahrnehmungen entwickelt („industrialisierte Landwirtschaft“), der unterstellt, die Bauern würden ihre Werte und ihre Verantwortung über Bord werfen. Nichts davon ist richtig“(Quelle: PM des DBV).
Anmerkungen: Wie kann es sein, dass der Bauernverband Bedenken gegen das Bemühen der Ministerin hegt, eine nach allen Seiten offene Diskussion zu führen. Wie kann es sein, dass der Bauernverband das Ergebnis (fast) schon kennt. Wie kann es sein, dass der Bauernverband den Dioxin-Skandal zum Anlass nimmt, um seine Bedenken gegen diese öffentliche Anhörung öffentlich vorzutragen. Die Gründe liegen auf der Hand. Erstens: Es handelt sich hierbei um keine durch den Bauernverband initiierte und „geläuterte“ Diskussion. Zweitens: Der Bauernverband hat erkannt, dass er mit seiner Verbandspolitik in der Öffentlichkeit bei den Verbrauchern nicht mehr punkten kann. Denn der Anspruch, als Verband den bäuerlichen Familienbetrieb zu vertreten, bekommt Risse angesichts der weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft. Hier einige Beispiele:
ØBau eines 3.200er Kuhstalls im Landkreis Diepholz mit staatlicher Unterstützung.
( 50 Milchbauern verlieren ihren Job)
Anmerkung: Hier ist zwischenzeitlich ein Sinneswandel eingetreten –dergestalt - dass die Landesregierung in Niedersachsen mit Steuermitteln das Projekt nicht unterstützen will. Einen grundsätzlichen Baustopp beinhaltet diese Entscheidung jedoch nicht. Nach wie vor können solche Anlagen gebaut werden. Noch ist „der Fall“ nicht vom Tisch!
ØBau einer Hähnchenmastanlage für 400.000 Tiere in Neubrandenburg mit staatlicher Unterstützung trotz Marktsättigung.
ØDie Stadt Vreden will verhindern, dass ein Landwirt zwei Mastställe für insgesamt 10. 000 Schweine baut( natürlich mit staatl. Zuschüssen)
ØUnd so weiter und so weiter..................
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