EU- Reformvorschläge zur Agrarpolitik liegen auf dem Tisch! – Was nun?
EU- Reformvorschläge zur Agrarpolitik liegen auf dem Tisch! – Was nun?
Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Kaum liegen die Reformvorschläge Ciolos auf dem Tisch, da hagelt es von allen Seiten Proteste. Den Einen sind die Umweltauflagen zu viel, den Anderen zu wenig, die Einen wollen (fast) nichts ändern, die Anderen wollen alles ändern. Kurzum: Alle sind unzufrieden. Wenn alle unzufrieden sind, dann muss an den Vorschlägen von Ciolos „was dran“ sein, denn keine Seite findet ihre Maximalforderungen in diesem Papier wieder. Entscheidend ist, dass die Richtung stimmt! Und diese stimmt (meistens – Ausnahmen bestätigen die Regel)! Es geht – einfach und schlicht gesagt - um eine nachhaltige und umweltschonende Landwirtschaft. Nur wenn diese Richtung für den Bürger hautnah miterlebt werden kann, dann ist er auch bereit den Check für die Bauern auf eine intakte (fast) Umwelt einzulösen. Es geht also um nicht mehr und nicht weniger! Wie dieses Ziel zu erreichen ist, da gehen natürlich die Meinungen stark auseinander. Vom Grundsatz her müssen folgende Fragen im Vorfeld erst beantwortet werden, wenn eine Agrarpolitik zukunftsfähig sein soll!
Ø Ist die industrieorientierte Landwirtschaft angesichts der erheblichen Umweltprobleme noch zeitgemäß?
Ø Kann die industrielle Landwirtschaft die Nahrungsprobleme von Morgen lösen?
Ø Ist ein Wachsen auf Kosten der Kleinbauern in der Dritten Welt überhaupt noch zu vertreten ( virtueller Landklau)?
Ø Muss nicht eine Begrenzung von Futtermittelimporten her?
Ø Welche Spielregeln am Markt sollen in Zukunft für die Bauern gelten?
Ø Wachsen oder Weichen- was bedeutet das für die Menschen und für die Umwelt?
Ø Welche Stellung soll der Bauer in der Gesellschaft einnehmen?
Ø Ist unsere heutige (verschwenderische) Lebensform angesichts von hungernden Menschen überhaupt noch zeitgemäß?
Ø Können wir uns Ernährungsgewohnheiten (Essgewohnheiten) noch leisten, die auf Massenkonsum ausgerichtet sind und nicht auf die Gesundheit?
Ø Wie soll die Welt von „Morgen“ aussehen?
Ø Welche Welt wollen wir unseren Kindern übergeben?
Erst wenn diese Fragen umfassend erörtert und beantwortet werden ( worden sind), lässt sich eine zukunftsorientierte Agrarpolitik aufbauen. Wer sich aber vor der Beantwortung dieser Fragen drückt, der verfolgt andere Ziele. Auf die (hoffentlich) jetzt einsetzende Diskussion bin ich mal gespannt!