| Anmerkung: Unter der Rubrik“ Leserbriefe: Die nicht veröffentlicht wurden! Unter dieser Rubrik werde ich in Zukunft Leserbriefe veröffentlichen, die von der gängigen Fachpresse ignoriert werden. Mir geht es um eine breit angelegte Diskussion über die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft. Die Diskussion muss offen geführt werden. Sie muss alle Sichtweisen umfassen! Bitte bedenken Sie, dass ich nur Leserbriefe zur Diskussion ins Netz stelle, die von der gängigen Fachpresse nicht veröffentlicht wurden. Diese Leserbriefe müssen frei von Beleidigungen jedweder Art sein. Ansonsten steht Ihnen ja die Rubrik Kommentare zur Verfügung. Aber: Sie sollten und müssen das Salz in der Suppe sein! Bitte mit Namen und Adresse ! Denn: Wir kämpfen mit offenem Visier! Lieber Herr Specht, folgenden Leserbrief zum Thema habe ich vor ca.10 Tagen an die Land und Forst geschickt, leider wurde er bis heute nicht veröffentlicht. Vielleicht ist er ja bei Ihnen besser aufgehoben. Leserbrief zum Artikel „Größte Fehler in guten Zeiten“, Land und Forst Nr. 24, 17. Juni 2010 Schön, wenn ein Berufskollege sich die Zeit nimmt, eher theorieorientierten Argarwissenschaftsstudenten die Sicht eines Praktikers auf den Milchmarkt zu vermitteln. Schade nur, wenn er dann nur altbekannte Klischees zum Besten gibt, die durch ständige Wiederholung nicht wahrer werden. In einem hat Herr Arkenberg recht: Exportorientierung führt dazu, dass wir uns auf Preise auf Weltmarktniveau einstellen müssen. Falsch ist aber seine Voraussetzung, es gäbe eine Exportquote von 40%. Der allergrößte Teil davon geht nämlich in andere EU-Staaten, mithin in den gemeinsamen Binnenmarkt. Relevant ist nur die geringe Milchmenge von 5-7 %, die außerhalb der EU abgesetzt wird. Lohnt es sich, dafür die gesamte europäische Milch auf Weltmarktpreis zu drücken? Es gibt zwar vielleicht keinen deutschen Milchmarkt, sehr wohl aber einen EU-Binnenmarkt, auf dessen Versorgung wir uns konzentrieren sollten. Das empfiehlt im Übrigen auch der EU-Rechnungshof, der ganz klar sagt: Ein kostendeckender Export europäischer Milch ist nur in Ausnahmefällen möglich, nämlich bei hochpreisigen Spezialitäten, nie aber mit austauschbarer Massenware. Ein weiterer oft gehörter Allgemeinplatz ist die Aufforderung, zu den 25 % Besten zu gehören, um zu überleben. Was ist mit den 75 % Schlechteren? Müssen sie alle weg? Und wenn sie ausgeschieden sind, gibt es unter den verbleibenden Betrieben wieder die 25 % Besten - eine Spirale ohne Ende, rasanter Strukturwandel, der letztlich zum Verschwinden des bäuerlichen Familienbetriebs führt, wie wir ihn kennen und wollen. Der beste Tipp von Praktiker Arkenberg kommt aber zum Schluss: Einfach mal einen Jahresverbrauch „an die Seite legen“, um auch in Preistälern liquide zu bleiben. Wovon bitteschön bei aktuellen Milchpreisen von ca. 28 ct, die ja laut Arkenberg bei den oberen 25 % gerade die Vollkosten decken? Die meisten Betriebsleiter sind froh, dass sie gerade wieder ihre Rechnungen bezahlen können und vielleicht die nötigsten Ersatzinvestitionen tätigen können. Für die Bildung von Rücklagen gibt es keinen Spielraum. Ich kann nur hoffen, dass diese Aussagen aus der Praxis von den Göttinger Dozenten angemessen aufgearbeitet werden. Sonst könnte beim wissenschaftlichen Nachwuchs eine fatale Fehleinschätzung der Praxis entstehen. Vielleicht wäre es zur Bildung einer objektiven Sichtweise hilfreich, auch einmal einen Betriebsleiter hinzuzuziehen, der keine führende Position beim Landvolk bekleidet. Ottmar Ilchmann, Klostermoor Nachgehakt: Im Nachhinein ist der Leserbrief in der 27. Ausgabe von Land & Forst ( dlv-Verlag), Seite 88, unter der Rubrik "Leserbriefe" erschienen. Schauen Sie mal nach! Freitag, den 09.07. 2010 |