Milchkrise: Denn sie wissen nicht, was sie tun! – Oder doch?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

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Milchkrise: Denn sie wissen nicht, was sie tun! – Oder doch?

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

 

Melken - was das Zeug hält - so titelte  genüsslich „Elite“ und bezog sich dabei auf Mark Voorbergen von der Rabobank.

Holt auch den letzten Liter Milch aus euren Kühen raus“, zitiert das Agrarisch Dagblad den Marktexperten, denn die Auszahlungspreise werden sich voraussichtlich bis weit in den Sommer hinein auf einem hohen Niveau stabilisieren. Zurückzuführen ist die stabile Marktlage vor allem auf drei Ursachen:

  • Die Trockenheit in Neuseeland habe zu einem stärkeren Produktionsrückgang geführt als prognostiziert.
  •  Die Wirklichkeit: Neuseeland hat seine Milchproduktion um 13 Prozent ausgeweitet! Milchschwemme!  Milchbauern erhalten 7 Prozent weniger Milchgeld! Export steigt in 2012 um weitere 8 Prozent!
  • China importiert zunehmend mehr Milchprodukte (Nachwirkungen des Melanin-Skandals).
  •  Die Wirklichkeit: Chinas Milchproduktion steigt schneller als erwartet!
  • In den USA forcieren die Milchfarmer die Produktion nicht so aggressiv wie zunächst angenommen (Quelle: Elite)
  •  Die Wirklichkeit: Die Milchproduktion in den USA steigt um 1,7 Prozent.

 Anmerkungen: Diese Aussagen waren (sind) natürlich das gefundene Fressen für alle jene, die sich am globalen Markt berauschen. Der Milchindustrieverband  (MIV) legte nach:

 

MIV: Der deutsche Milchmarkt hat den Sommer gut überstanden. Langsam gehen die Milchmengen zurück und die Notierungen haben angezogen. Wichtig sind die Abschlüsse im deutschen LEH zum November. Die Milchpreise sind stabil und hoch, die Erzeuger können sich über ein gutes Milchjahr freuen(Quelle:MIV).

 

Die  Wirklichkeit: Die von der Milchindustrie an die Milchbauern gezahlten Milchpreise decken noch nicht einmal die Vollkosten!

 

Anmerkungen: In dasselbe Horn stieß und stößt auch Milchbaron Folgart (DBV):

 

Udo Folgart lobte die intensive und informative Atmosphäre der Beratung und sprach sich dafür aus, die Plattform „Netzwerk Milch“ im nächsten Jahr fortzusetzen. „Nachdem die Milchkrise überwunden ist gilt es unter anderem, die Tierschutzdebatte nachhaltig zu begleiten (Quelle dp).

Anmerkungen: Arla glänzte mit einer besonderen Empfehlung:

 Arla: Die Aussichten seien gut, weil der Milchkonsum jährlich um etwa 2,5 % steige. Die Produktion werde diesem Wachstum kaum Schritt halten können. Es sei für die deutschen Molkereien Zeit Mut zu beweisen. Bei der Konsolidierung der deutschen Unternehmen werde Arla weiter eine Rolle spielen, versicherte Tuborgh(Quelle: Arla).

Die Wirklichkeit:   Die „Rolle von Arla“ bekommen die Milchbauern schon zu spüren. Angesichts der aktuellen Marktlage hat Arla den Milchgeldauszahlungspreis an die Milchbauern mal gleich um 1,5 Cents/kg/ Milch gesenkt.  Das Motto: Der internationale Markt macht`s möglich!

 Anmerkungen: Angesichts der derzeitigen  Marktlage entpuppen sich die „Markt-Ergüsse“ der Wachstumsfetischisten als reiner  Zweckoptimismus. Sie trixen, täuschen und manipulieren, um den Globalismus schön zu reden, der nur ihnen dient. Die geflügelte Redensart dieser Globalisierungseinpeitscher - „alles nur im Interesse der Milchbauern zu tun“ - wird ad absurdum geführt angesichts ihrer aggressiven Marktausrichtung. Die Folgen können daher nicht überraschen! Doch die Wachstumsfetischisten trixen, täuschen und manipulieren erneut, indem sie den Milchbauern „Enttäuschung“  über die letzten Preisverhandlungen mit dem Einzelhandel vorgaukeln, obwohl sie  diese Entwicklung zum größten Teil mit verschuldet  haben. Die Nachricht  von topagrar spricht deshalb Bände!

 topagrar: Die neuen Kontraktabschlüsse für Trinkmilch, Sahne und Quark sind wieder einmal enttäuschend ausgefallen.  Wie top agrar jetzt aus Insiderkreisen erfuhr, wurde bei Trinkmilch ein Minus von 2 bis 2,5 Ct verzeichnet. Nach unten ging es ebenso für Quark. Sahne soll dagegen noch weitgehend stabil notieren.  Die Trinkmilch-Hersteller hatten nach mehreren negativen Preisrunden mit dem Handel endlich auf Preiserhöhungen gehofft.

Insider machen mehrere Gründe für das ernüchternde Ergebnis verantwortlich: Der starke Wettbewerb der Molkereien untereinander, der schwächelnde Konsum von Konsummilch und das nach wie vor große Milchangebot.

Anmerkungen: Wann endlich begreifen die Milchbauern, dass sie den falschen Propheten aufsitzen? Wann endlich begreifen die Milchbauern, dass Wachstum um jeden Preis ihre Existenzgrundlagen zerstören? Wann endlich begreifen die Milchbauern, dass nur gemeinsames Handeln die bäuerliche Landwirtschaft sichert? Dies zu begreifen  und danach zu handeln kann doch nicht so schwer sein! Oder doch?

 

 

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