Milchkrise: Hat der Bauernverband nichts dazugelernt?

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Milchkrise: Hat der Bauernverband nichts dazugelernt?

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Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

 

Endlich – nach einer Zeit hoher Verluste für die Milchbauern - erreichen die Milchpreise bald die Vollkostendeckung und ermöglichen es somit alle Faktorenansprüche (fast) abzudecken. Diese Vollkostendeckung wird voraussichtlich aufgrund der Verteuerung der Betriebsmittel bei zirka 40 Cents/kg/ Milch liegen. Wenn auch einige Molkereien ihren Milchbauern schon „fast 40 Cents/kg/Milch“ zahlen, so liegt der durchschnittliche Milchpreis in Deutschland  noch bei 35 Cents/kg/Milch. Also noch kein Grund zum Jubel. Die Vollkosten sind noch nicht erreicht!  Gestützt wird diese günstige Entwicklung durch einen aufnahmefähigen Markt, der auf Veränderungen sehr sensibel reagiert und erste Anzeichen einer globalen Nachfrageberuhigung in Verbindung mit einer weltweiten Produktionsausweitung sind schon zu erkennen. Arla (Hansa-Milch Mecklenburg-Holstein eG) hat infolge dieser Entwicklung den Milchpreis an die Milchbauern um 1,5 Cents/kg/Milch gesenkt. Fachleute formulieren das griffiger: „Der Markt steht auf der Kippe!“

Vor diesem Hintergrund hält es der Bauernverband für angebracht die Milchquoten europaweit zu saldieren.

 

 DBV: Nach vorläufigen Berechnungen der Europäischen Kommission wurde die Anlieferungsquote für die EU-27 Mitgliedsstaaten im Quotenjahr 2010/11 (April bis März) nur zu 94,5 Prozent ausgeschöpft. Ähnliche Unterlieferungen sei in den vorangegangen Quotenjahren die Regel gewesen, so der Deutsche Bauernverband (DBV). So seien die Milchquoten nur mit 93,1 Prozent in 2009/10 und mit 96,2 Prozent in 2008/09 beliefert worden. Die Milchanlieferung innerhalb der EU hat mit der Quotenerhöhung von jährlich einem Prozent in den letzten Jahren nicht Schritt gehalten, stellt der DBV fest.

 Vor dem Hintergrund einer wiederholten gesamteuropäischen Unterlieferung stellte sich erneut die Frage nach einer EU-weiten Saldierung der Milchquoten. Damit würde der Übergang in die Zeit ohne Quote (ab 2015) sicherlich erleichtert, so die Einschätzung des DBV( Quelle:DBV).

 

Anmerkung: Diese Forderung gleicht einem Freibrief für jene, die auf Teufel komm raus

Ihre Produktion hochfahren und somit das Marktgleichgewicht empfindlich stören können. Es sollen also die Marktchaoten belohnt werden. Deshalb ist eine Saldierung im Vorgriff auf die  Quotenausnutzung und die Marktlage kontraproduktiv. D.d. Marktanalysen in Kombination mit  zu erwartenden Produktionsmengen lassen Möglichkeiten einer Saldierung erkennen  - oder nicht! Erst im Nachhinein kann man über Saldierungen reden, wenn überhaupt. In diesem Fall tragen die Wachstumsfanatiker das volle Risiko und können es nicht auf die Allgemeinheit abladen. Zudem zeigt diese Haltung des Bauernverbandes sein gestörtes Verhältnis zu den Milchbauern, die mehrheitlich marktangepasste Lösungen favorisieren. Damit stellt sich der Bauernverband eindeutig auf die Seite der Milchindustrie, die ungebremstes Wachstum auf ihre Fahnen geschrieben hat. Diesem Kartell der Existenzgefährdung  vieler bäuerlicher Familienbetriebe muss das Handwerk gelegt werden! Es kann nicht sein, das  weltweites Verdrängungs-Wachstum in Kombination mit höheren Produktionskosten in Deutschland, wie es der Bauernverband und die Milchindustrie betreiben will, zu Lasten der bäuerlichen Familienbetriebe geht! Um diesen „strangulierenden Unsinn“ Einhalt zu gebieten ist es notwendig, verbindliche Mindestmilchpreise für die Milchbauern festzulegen, an denen die Milchindustrie und der „Bauernverband“ gebunden sind. Eine solche Festlegung würde  das Wachstumsbestreben der Milchindustrie auf Kosten der Milchbauern sofort unterbinden. Gleichwohl wäre Wachstum möglich, wenn die Milchpreise stimmen. D.h. wenn der Weltmarkt Preise zulässt, die für die Milchbauern „kostendeckend“ sind.

 

 

 

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