Milchpreisverhandlungen: Milchbaron Folgart steht für Minusrunden!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

EMB-Fougeres-13-09-10-015-TMilchpreisverhandlungen: Milchbaron Folgart steht für      Minusrunden!

                      Oder: Hoffnung wird zum Prinzip erhoben!

 

 

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

 

 

Es ist wie immer: Da wird von einer guten Nachfrage gesprochen, die eigentlich zu höheren Milchpreisen führen muss (müsste). Da werden Großfusionen angeschoben mit dem Ziel den Discountern/Einzelhandel Paroli zu bieten. Da stellt sich Milchbaron Folgert vorm Milchforum  hin und spricht von einer rosigen Zukunft der Milchwirtschaft in Deutschland.  Da schließen sich Molkereien zu Global-Playern zusammen und zahlen an die Milchbauern mit die schlechtesten Milchpreise.  Und dann das:

Mit großen Erwartungen sind die Molkereien in die Verhandlungen mit den Einkäufern der Supermarktketten gegangen. Rund 10 Cent hofften sie herauszuhandeln. Doch wie schon so oft konnten sich die Molkereien nicht durchsetzen. Herausgesprungen sind nach bislang noch unbestätigten Angaben nur leichte Verbesserungungen von weniger als 5 Cent (Quelle:topagrar).

 

Eine Minusrunde ist das Ergebnis!

Anmerkungen: Ein Ergebnis, das nicht überrascht. - Sollte sich das Ergebnis von weniger als fünf Cents  je kg/Milch bewahrheiten, dann ist das Verhandlungsergebnis eine Minusrunde. Allen die Mehrkosten der Futtermittel betragen schon zirka 3 Cents/kg/Milch.- Denn das ist das Ergebnis eines gnadenlosen Konkurrenzkampfes der Molkereien gegeneinander um Marktanteile. Daran haben auch die Großfusionen nichts geändert. Wie sollten sie auch?  Die zu Global-Playern mutierten Molkereikonzerne müssen sich mit ihres Gleichen am Weltmarkt messen und da haben sie schlechte Karten. Hinzu kommt noch, dass die Molkereien zunehmend zu Dienstleistern der Discounter und deren Handelsmarken werden. Der Milchpreis wird nun mal (auch) vom  Weltmarktgeschehen beeinflusst, und da dümpeln die Pulverpreise in letzter Zeit mehr oder weniger  so vor sich hin. Fonterra ( neuseeländische Molkerei)  ist  nach wie vor mit   preisbestimmend auf dem Weltmarkt und will das unter allen Umständen auch bleiben. Um das zu erreichen, werden in allen Gunststandorten der Welt Produktionsanlagen aufgebaut. Mit dieser globalen Strategie will Fonterra die Zukunft für sich entscheiden.

 

Der Weltmarkt soll es richten!

Somit hängt die Zukunft der deutschen(europäischen) Milchbauern ganz entscheidend  von den Verhältnissen am Weltmarkt ab, da ja die Milchindustrie und der  Bauernverband  mit voller Wucht auf den Weltmarkt setzen. Und dieser Weltmarkt ist labil, geprägt von einer starken Preisunsicherheit und somit kaum kalkulierbar.  Insbesondere für die Milchbauern, die am Ende der Wertschöpfungskette stehen und somit vom Rest leben müssen, der dann eben übrig bleibt. Insoweit wird das Weltmarktrisiko, was nicht kalkulierbar ist, ganz auf die Milchbauern verlagert.

 

 

 

Die Milchindustrie vermasselt die Milchpreise!

 Die Milchindustrie kann somit international befreit agieren. Dieses befreite „Aufspielen“ führt zu   weiteren Unsicherheiten auf dem Weltmarkt. Insbesondere dann, wenn gegen alle Vernunft Überschüsse produziert werden. Und das ist ja das erklärte Ziel der Marktschreier, die nichts von einer bedarfsangepassten Produktion halten. Diese Unsicherheit am Weltmarkt schlägt sich ebenfalls auf die Preisverhandlungen nieder, die im Zweifelsfall von der abnehmenden Hand zu ihren Gunsten ausgelegt wird. Hinzu kommt, dass von der Politik, der Milchindustrie und dem Bauernverband alles getan wird, um diese Unsicherheit noch zu schüren. Großmundig wird schon von unbegrenzten Möglichkeiten auf dem Weltmarkt gesprochen  obwohl das von der  FAO  bestritten wird. „Wir sind Gunstsandort“,  klingt es aus allen Landen mit den entsprechenden Anreizen zur Produktionsweitung. Denn nach dem Quotenende soll es so richtig los gehen. „Freie Fahrt den tüchtigen Milchbauern“, ist das Motte der Global-Player, die alles versuchen, um die Produktion anzukurbeln. Hier wird von den Global-Playern ein Umfeld geschafften, das keine erfolgversprechenden Preisverhandlungen zulässt.

 

Milchgiganten müssen her !

Wenn eben kleine Fusionen nicht reichen, dann müssen größere her. Milchbaron Folgart träumt schon für Deutschland wieder von einem genossenschaftlichen Milchgiganten mit einer Verarbeitungsmenge von mindestens 11 Mrd. kg Milch. Eine so genannte Leuchtturm-Molkerei soll es sein! Wie die auf den Weltmarkt einwirken soll, bleibt sein Geheimnis. Eines steht aber von vornherein schon fest: Ein Molkereiwechsel wird bei einer solchen Konzentration der Milchindustrie  für die Milchbauern  (fast) unmöglich gemacht. Hier muss (müsste) dann das Kartellamt einschreiten. D.h. am Markt ändert sich nichts - wie sollte es auch- aber: Die Milchbauern werden enger an die Kandare genommen. Ganz im Sinne der Milchindustrie. Hier müssen die Milchbauern endlich gegensteuern.

 

 

 

 

 

 

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