Produktionskosten Milch : Teil 2

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

Wirtschaftsergebnisse der DLG-Spitzenbetriebe nach Regionen

Ergebnisse (1)

Region West

Region Ost

 Region Nord

Region Süd

Durchschnitt

Leistungen

38,40

34,90

34,10

39,10

37,60

-Produktionskosten

39,00

36,40

35,90

43,30

39,90

Kalkulatorisches BZE

-00,60

-01,5

-01,8

-4,20

-2,20

PK gem. GuV

31,00

34,90

29,00

31,80

31,30

Gewinnbeitrag ohne Betriebsp.

07,30

00,00

05,10

07,40

06,30

Ant. Betriebsp.

03,40

02,30

03,40

03,80

03,40

Cash flow

13,70

05,30

11,50

15,40

13,20

Quelle. DLG – (1)= ct/kg ECM für Milchkuh/Nachzucht

Wertet man die  Produktionskosten ( Vollkosten)  nach Regionen aus, dann liegt die Region Nord am unteren Ende der Kostenscala mit 35,90 Cents/kg Milch, gefolgt von Region Ost mit 36,40, Region West mit 39,00 Cents/kg und Region Süd mit 43,30 Cents. Die Maximaldifferenz beträgt 7,4 Cents/kg Milch. Die regionalen Unterschiede sind in den unterschiedlichen Strukturen der einzelnen Regionen zu suchen. D.h. die Milchviehbetriebe sind im Süden erheblich kleiner. Diesem strukturellen Nachteil stehen auf der Einnahmeseite höhere Erlöse gegenüber. Sie betragen je kg/Milch 5 Cents. Insoweit vermindert sich der strukturelle  Nachteil auf 2,4 Cents/kg/Milch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese „ Rechnung“  nur für DLG konforme Betriebe gelten kann. Diese Ergebnisse müssen den jeweiligen Gegebenheiten (Strukturen) angepasst werden.

Bewertung

Das zur Verfügung stehende Datenmaterial entstammt von einem in Prozenten nicht fassbaren Anteil aller Betrieben (250 zu 93.497). Deshalb haben diese Ergebnisse nur eine beschränke Aussagekraft auf den allgemeinen Durchschnittsbetrieb. Die Auswertung erlaubt dennoch wichtige Hinweise. Wenn der DLG- Durchschnittsbetrieb langfristig mitgenommen werden soll,  dann müssen 39,87 Cents/kg Milch an die Bauern fließen. Diese Produktionskosten sind aber nur zu erreichen, wenn der Kuhbestand gemäß den Vorgaben 139 Kühe beträgt. D.h. im Klartext: Von den zurzeit 93.497 Milchviehbetrieben in Deutschland, mit einem Durchschnittsbestand von 45 Kühen, müssten 70.000 Milchviehbetriebe verschwinden bzw. Einkommensergänzungen suchen. Einen solchen Kahlschlag kann keiner wollen.  Er ist auch nicht möglich, da sich die vorhandenen Strukturen radikal ändern müssten und das von Bauernhand geprägte Landschaftsbild dann der Vergangenheit angehörte. Deshalb ist es erforderlich, auf strukturelle Besonderheiten Rücksicht zu nehmen. Dazu bietet die Weiterentwicklung der Agrarpolitik nach 2013 Gelegenheit. Nutzen wir sie!

Das vorgelegte Datenmaterial spricht eine deutliche Sprache und wiederlegt eindeutig die Angaben der oben angeführten Beispielbetriebe. Bedenklich scheint mir, dass die Fachpresse kommentarlos solche unseriösen Angaben, die nicht nachprüfbar sind, so einfach übernimmt ohne nachzuhaken. Anscheinend ist die „fach-journalistische Qualität“ nicht mehr gefragt, die ja Zeit und Geld kostet, sondern „nur noch“ das gedankenlose Übernehmen von Meldungen.

 

 

 

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