Schleswig-Holstein: Neues Milchwerk-Top oder Flop, das ist hier die Frage!

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

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 Schleswig-Holstein: Neues Milchwerk – Top oder Flop, das ist hier die Frage!

Oder: Der Tanz auf dem Vulkan!

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Was schon lange am Köcheln war, schreitet jetzt mit der Übergabe eines Förderungsbescheides in Höhe  von 4 Millionen Euro durch den Staatssekretär Rabius an die Vorstände der  genossenschaftlichen Meiereien Schmalfeld- Hasenmoor, Barmstedt, Wasbeck und Uelzen in die konkrete Phase. Ein neues Milchwerk der Superlative, so die Akteure, soll in Neumünster entstehen. Man will die im Land produzierte Milch auch hier verarbeiten und dadurch den „hiesigen“ Wirtschaftsraum stärken. Gut so! –Aber zu welchem Preis ? Es wird, so ist zu lesen und zu hören, das modernste Milchtrockenwerk Deutschlands. Natürlich, wie kann es anders sein, bereitet man sich investitionsmäßig auf eine wachsende Milchmenge  in Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor -wenn die Milchquote fällt! Die Produktionsmenge soll in Schleswig-Holstein  von 2,3 Mio. Tonnen/a auf über 3 Mio. Tonnen/a hochgefahren werden! Man ist ja schließlich Gunststandort - oder was?

 

. So soll einerseits dem stetig wachsenden Milchaufkommen in Schleswig-Holstein begegnet, andererseits sollen zugleich Exportmärkte durch die Herstellung auch weltweit gefragter Vorprodukte für hochwertige Lebensmittel auf Milchbasis gesichert werden. Hierfür entsteht in Neumünster das modernste und größte deutsche Milchtrocknungswerk.
Rabius lobte die Entscheidung, an einem zentralen Standort in Schleswig-Holstein ein neues Milchwerk zu bauen. Statt die in den Meiereien anfallende Magermilch außer Landes zu fahren, werde sie künftig in Schleswig-Holstein zu höherwertigen Produkten verarbeitet. Das werde sich auch positiv auf die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise auswirken, zeigte sich der Staatssekretär sicher Unser gemeinsames Ziel ist es, die Wertschöpfung in der Milchverarbeitung im Lande zu erhöhen", sagte Ernst-Wilhelm Rabius. Das Projekt füge sich gut in die Anstrengungen der schleswig-holsteinischen Meiereiwirtschaft, sich dem Wettbewerb auf wachsenden Märkten zu stellenQuelle:/ agrar-presseportal.de.)

Anmerkungen: Es ist schon erstaunlich mit welcher „Blauäugigkeit“ die Akteure zu Werke gehen.  

Ø  Es müsste den Akteuren ja bekannt sein, dass die Auslastung der genossenschaftlichen Meiereien bei zirka 70 Prozent liegt!

Ø  Eine sinnvolle Zusammenarbeit würde ohne  wesentliche Investitionen sofort  zu mehr Milchgeld führen!

Ø  Es müsste den Akteuren ja bekannt sein, dass viele  Meiereien in Ermangelung höherer Wertschöpfungsprodukte  und Möglichkeiten kräftig in  Milch - Trockentürme investieren!

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt sein, dass Europa vom wachsenden  Welt- Milchmarkt  wegen zu hoher Kosten nicht profitieren kann!

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt sein, dass nur mit Prämienprodukten auf dem Weltmarkt Geld zu verdienen ist!

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt sein, dass der Anteil der Prämienprodukte am Gesamtumsatz zu gering ist, um  den Milchpreis spürbar anzuheben!

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt sein, dass für die Ausweitung der Milchproduktion zurzeit der Markt fehlt!

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt sein, dass nur eine an dem Bedarf angepasste Produktion zu auskömmlichen Milchpreisen für die Milchbauern führen kann!

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt, dass erst einmal ein lukrativer Markt geschaffen werden muss, bevor man die Milchanlieferung weiter erhöht.

Ø  Die Akteure setzen erst auf mehr Milch und kümmern sich dann um den Markt – wenn überhaupt. Lapidare Antwort der Akteure: „Man kann ja Pulver lagern!“

Ø  Es müsste den Akteuren bekannt sein, dass der Europäische Rechnungshof für Milchpulver aus Europa am Weltmarkt ohne Exportbeihilfen keine Zukunft sieht!

 

 

  Anmerkungen: Das Abenteuer „Milchpulver“ wird für die Milchbauern zu einem unkalkulierten Tanz auf dem Vulkan!  Anders herum gesagt: „Wer am Markt nicht mehr weiter weiß und trotzdem wachen will , der investiert in Trockentürme!“ Hier  entsteht zurzeit eine Investitionsblase für Milchpulver, die, so ist zu vermuten, an der Realität des Weltmarktes  zerplatzen wird. Dazu passt diese  aktuelle Nachricht: Neuseeland hat die Milchproduktion um 13 Prozent erhöht. Die Mehrproduktion wird  die Milchpreise am Weltmarkt drücken. Die Preise für Magermilchpulver sind seit Juni um 25 % und für Vollmilchpulver um fast 30 % zurückgegangen. Experten rechnen mit einem weiteren Preisrückgang.

 Ob Schleswig-Holstein mit Milchpulver da mithalten kann? Diese Frage müssen die Akteure den Milchbauern  schnellstens beantworten! Nur Milchpulver, egal in welcher Qualität und Güte, genügt nicht!



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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O
<br /> Ich fürchte, Herr Specht, Sie können die altbekannten Tatsachen den Akteuren noch so sehr einhämmern: Es muss erst wieder zu einem empfindlichen Einbruch des Milchpreises kommen, bevor Molkereien,<br /> aber auch Milcherzeuger zur Einsicht kommen. Wer nicht hören will, muss fühlen! Dumm nur, dass die Molkereien die Mindererlöse wieder in bewährter Weise an die Bauern weitergeben werden, diese aber<br /> mit ihren neugebauten Ställen in die Finanzierungsfalle tappen werden. Vielleicht finden sie dann nette Investoren, die ihnen unter die Arme greifen...<br /> <br /> <br />
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