Schweinehaltung ISN : Dicke Luft in der Interessengemeinschaft
ISN : Dicke Luft in der Interessengemeinschaft
Oder: Ist die ISN ein Vehikel der Fleischindustrie?
Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht
Was vor Jahren noch als für undenkbar gehalten wurde, bricht sich nun Bahn. Das Fußvolk der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) probt den Aufstand. Wie weit müssen sich die Gremien der Interessengemeinschaft von den Sorgen und Nöten der Mitglieder entfernt haben, wenn sich innerhalb der Gemeinschaft die „Initiative Pro ISN“ gegründet hat und im Vorfeld der Mitgliederversammlung, die am 22. Februar in Osnabrück stattfindet, zum Richtungswechsel mit folgenden Aussagen an die Öffentlichkeit tritt:
Ø Im Moment fehlt der Stallgeruch.
Ø Man muss zurück zu den Schweinehaltern in den Dörfern, damit man auch weiß, wo der Schuh drückt.
Ø Die Kompetenzen des Beirates müssen gestärkt und nicht vermindert werden.
Ø Unzufriedenheit mit der Alleinherrschaft der Branchenorganisation Fleisch.
Ø „Die Betriebe halten in unserer Region zwischen 80 und 250 Sauen. Und diese Schweinehalter sollen auch ihren Platz in der ISN haben“, erklärt Jan-Philip Noltemeyer aus Argesdorf im Landkreis Hannover.
Diese Aussagen belegt einmal mehr, wie sehr sich die Führung der Interessengemeinschaft von ihren Mitgliedern entfernt hat. Von einem inneren Demokratieverständnis scheint man sich verabschiedet zu haben. Schon die Aufforderung der „Initiative Pro ISN“ eines radikalen Kurswechsels lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Seit langem gärt es der Erzeugergemeinschaft, da die Interessen der Schweinehalter gegenüber der Fleischindustrie nicht ausreichend vertreten werden. Der Grund liegt u.a. in der Interesseverflechtung von ISN- Vertretern, die geleichzeitig Spitzenpositionen bei der Westfleich AG bekleiden und jede Unabhängigkeit der Interessengemeinschaft gegenüber der Fleischindustrie hintertreiben. Auch fühlen sich die „ mittleren Betriebe“ nicht ausreichend in der Interessengemeinschaft vertreten, denn viele Beschlüsse werden zu Lasten der mittleren Betriebe gefasst. Deshalb kann man den „Rebellen“ nur „Hals und Beinbruch“ wünschen, damit sie sich (als Bauern) auf der Mitgliederversammlung durchsetzen.