Schweinehaltung ISN : Dicke Luft in der Interessengemeinschaft

Veröffentlicht auf von Karl-Dieter Specht

EMB-Fougeres-13-09-10-015-T         ISN : Dicke Luft in der Interessengemeinschaft

Oder:  Ist die ISN ein Vehikel der Fleischindustrie?

Kommentar vom SV Karl-Dieter Specht

Was vor Jahren noch als für undenkbar gehalten wurde, bricht sich nun Bahn. Das Fußvolk der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) probt den Aufstand. Wie weit müssen sich die Gremien der Interessengemeinschaft von den Sorgen und Nöten der Mitglieder entfernt haben, wenn sich innerhalb der Gemeinschaft die „Initiative Pro ISN“ gegründet hat und im Vorfeld der Mitgliederversammlung, die am 22. Februar in Osnabrück stattfindet, zum Richtungswechsel mit folgenden Aussagen an die Öffentlichkeit tritt:

Ø Im Moment fehlt der Stallgeruch.

Ø Man muss zurück zu den Schweinehaltern in den Dörfern, damit man auch weiß, wo der Schuh drückt.

Ø Die Kompetenzen des Beirates müssen gestärkt und nicht vermindert werden.

Ø Unzufriedenheit mit der Alleinherrschaft der Branchenorganisation Fleisch.

Ø „Die Betriebe halten in unserer Region zwischen 80 und 250 Sauen. Und diese Schweinehalter sollen auch ihren Platz in der ISN haben“, erklärt Jan-Philip Noltemeyer aus Argesdorf im Landkreis Hannover.

 

Diese Aussagen belegt einmal mehr, wie sehr sich die Führung der Interessengemeinschaft von ihren Mitgliedern entfernt hat. Von einem inneren Demokratieverständnis scheint man sich verabschiedet zu haben. Schon die Aufforderung der „Initiative Pro ISN“  eines radikalen Kurswechsels lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Seit langem  gärt es der Erzeugergemeinschaft, da die Interessen der Schweinehalter gegenüber der Fleischindustrie nicht ausreichend vertreten werden. Der Grund liegt u.a. in der Interesseverflechtung von ISN- Vertretern, die geleichzeitig Spitzenpositionen bei der Westfleich AG bekleiden und jede Unabhängigkeit der Interessengemeinschaft gegenüber der Fleischindustrie hintertreiben. Auch fühlen sich die „ mittleren Betriebe“ nicht ausreichend in der Interessengemeinschaft vertreten, denn viele Beschlüsse werden zu Lasten der mittleren Betriebe gefasst. Deshalb kann man den „Rebellen“ nur „Hals und Beinbruch“ wünschen, damit sie sich (als Bauern)  auf der Mitgliederversammlung  durchsetzen.

 

 

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I
<br /> Endlich hats mal einer begriffen. Toll, dass es noch Leute gibt, die sich in der gesamten Agrarpolitik auskennen, vn Milch, über Schwein, Rind, Biogas, und die vor allem aus dem fernen SH noch<br /> wissen, wie Bauernversammlungen in Hessen gelaufen sind.<br /> <br /> Solche Leute mit so viel branchenübergreifendem Sachverstand brauchen wir - weiter so, dann wird schon alles besser !<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Lieber Unbekannter,<br /> <br /> <br /> dass ich mich u.a. auch für die „hessischen Verhältnisse“ interessiere liegt auch daran, dass ich aus Hessen komme. Genauer gesagt aus Waldeck. Hier liegen  meine Wurzeln und in Waldeck durchlief ich die landwirtschaftliche<br /> Ausbildung. Vom Nebenerwerbslandwirt über das Führen von Großbetrieben bis hin zu einem Pachtbetrieb in Schleswig –Holstein, wo ich heute beheimatet bin, durchlief ich  (fast) alle Stationen landwirtschaftlicher Produktionsrichtungen. Ganz nebenbei engagierte ich mich in Berufsverbänden, war Vorstandsmitglied einer<br /> Meiereigenossenschaft,  bin landwirtschaftlicher Sachverständiger und bekleidete das Amt des Bürgermeisters in einer Landgemeinde in<br /> Schleswig-Holstein. Aus diesem Fundus an Erfahrung  heraus habe ich es mir, ohne  Absicht nach<br /> Gewinnstreben, zur Aufgabe gemacht, Fehlentwicklungen aufzuzeigen und die Bauern zu ermutigen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Nur wenn sie selbst aktiv werden, können sie<br /> Veränderungen herbeiführen. Ein bisschen „logischen Menschenverstand“ genügt, um die vermeidlichen Freunde der Bauern zu entlarven.<br /> <br /> <br /> In diesem Sinn !<br /> <br /> <br /> Ihr<br /> <br /> <br /> Karl-Dieter Specht<br /> <br /> <br /> <br />